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Der Orient · 1846-02-26 · Heft 9 (26.2.1846) · p. Seite 68

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 9 (26.2.1846)
Date
1846-02-26
Page
Seite 68 (sequence 15)
Language
German
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Ge s e k e, Larn o w re. Anders gewesen, als der nimmer schlummernde' Lügengeistder die Wahrheit zu vernichten sucht? Israel hat nimmer Rast und Ruhe, weil seine Aufgabe noch nicht völlig gelöst ist, es ist noch immer der Fangball, den-man' hin und her schleudert und nur ein Mittel steht uns zu Gebote, diesem Feinde entgegen zu arbeiten, nur ein Mittel: Einigung! ' ' - ' . Darum Amtsbrüder! Ich fordere Euch im Namen Gottes' auf zu einem gottgefälligen Werke. Wir Alle, die wir uns noch selber Israeliten nennen,'mögen wir Orthodoxe, gemäßigte Reformer,Ultra-Radikale nnd wie die Namen alle heißen mögen, sein: Iud en sind wir, um das Panier des einigen Gottes schaaren wir uns noch Alle, „Höre Israel, der Ewige unser Gott ist ein einig-einziger Gott!"sprechen wir noch Alle, uns Allen bricht das Herz, wenn die Menschenwürde mit Füßen getreten, das Blut in den Adern Aller in der Gemeinde Israels schlägt ungestüm, wenn der Mensch in dem Jsstaelkten sowie im vorliegenden Falle ärger als das Thiergepeitscht und geknechtet wird, hier darf er sich nicht mehr m. Amtsbrüder darum handeln, ob in den Synagogen, denen wir vorstehen, die Bimah kn der Mitte oder beim jf)N ^n;W«n ob in ihnen deutsch, ungarisch oder slavisch oder ob überhaupt gepredigt werden soll, hier darf es sich nicht darum handeln, ob in ihnen in „Chor" oder nach altem Brauche gesungen, sondern daß ein weit Wichtigeres für uns zu thun, uns zu einigen, und mit vereinter Kraft den in fernen Landen wohnenden Brüdern zu helfen! Darum Höret, — betretet die heilige Stätte, von der herab Ihr Euren Gemeinden das Gotteswort zu verkünden pflegt, und legt ihnen das Unglück unserer Bruder mit eindringlichen Worten ans Herz sprechet wie Ihr könnet in Derascha, in Predigt, gleichviel sprechet: UNTDTIN hx N*?n Wir haben ja Alle einen Vater, uns A l le hat ja ein Gott geschaffen. Auf lasset uns unfern Brüdern zu Hilfe eilen, lasset uns sie retten, vom Verderben retten von Verderben unsere Mitmenschen unsere Brüder im Glauben, die Genossen unseres Stammes. Bannet allen Zwiespalt aus Eurer Mitte und einiget'Euch um dem Feinde unseres Glaubens entgegen zu treten, zeiget daß Ihr wahrhafte \h, Söhne Israels seid - in Eurem Fühlen für das Leid Fremder / - in Eurem Erglühn für'die gerechte Sache und in Eurem Wirken für den Glauben. Beweget sie dann dazu, eine Adresse an Sir Moses Montesiore in London, den edlen Verfechter der unschuldig verfolgten Damascener Juden ergehen lassen, in der sie erklären, daß sie den russisch-jüdischen Auswanderern die etwa zu ihnen kämen, Gutes erzeugen wollen, wie es sich für Söhne Israels ziemt; denn einer aus London verbürgten Nachricht zufolge hat Montesiore sich bereitwillig erklärt nach Rußland zu gehen, um daselbst wenigstens die freie Auswanderung den Unglücklichem zu besticken, wenn sich eine bedeutende Anzahl Gemeinden durch deren Orte stie Auswanderer ihren Zug nehmen sollten,' Herbeilaffen wollten, bei den betreffenden Behörden freien ungehinderten Durchzug auszuwirken und mit dem Möglichen zu unterstützen, darum glaube ich Ihnen meine amtsbrüderliche Meinung mittheilen zu müssen,, der ich, was mich anbelangt bei meiner Gemeinde Geltung zu verschaffen bststrebt,sein werde, nämlich: * ' I. Verwende man sich bei jeder Comitatsbehörde, daß sie gesuchsweise bei der Hochlöbl. königll ungarische Stätthalterer wegen freien Durchzug der russisch-jüdischen Auswanderer einkommen. II. Veranstalte man vor der Hand eine Kollekte in jeder Gemeinde um den etwaigen unbemittelten Durchreisenden. Unterstützung zukommen lassen zu können, später aber bilde sich ein Komitö, welches diese Angelegenheit zu leiten habe rc. Auf Brüder, lasset jetzt das Zerspalten und Jerklüften der Gememdekräfte fallen, 'möge man mit dem Predigen für oder, gegen die Reform mue denn Wichtiges ist jetzt für' uns zu thun, das Erhalten von zwei Millionen Israeliten dem Juden- Judenthume. Darum lehret Euren Gemeinden das Wort Gottes, das er Israel'verkündet: über Wohtthätigkert, ' st über Menschenfreundlichkeit, ' 'st , ' Über Befreiung von Glaubenszwang/ ' ' und -begeistert sie zur Theilnähme am Unglücke der schuldlos Unterdrückten! Ich weiß' es Bruder, Ihr seid Menschen, seid Israeliten, seid Rabbiner und Volks lehr er in des Wortes vollgü tigsten Sinne; Ihr messet was^ Hbü pv>ofeo ‘PNT^D riflK bedeutet, Ihr werdet thun was in Eurer Kraft stehet, um den unglücklichen Glaubensbrüder beistehen zu können, daher bin ich von Eurer Seite beruhigt, und Gott wird krönen Eure Mühe mit Erfolg »TDÖJ und Gott wird seinen'Segen geben demWerke das wir mit unternehmen, dieweil es ja sein Werk ist. Er wird loh-. nen allen Denen die auf den Altar des Jüdencyums eist Opfer bringen, so wie,es von ganze n Herzen undganzer Seele wünscht Euer Euch ist einig-ewigen Gotte liebender Ämtsbrüder. st Eperies, am 20. Lebet 5606. (18.' Jänner 1846). V Dr S. Wt. Schiller, ' ' : ' ■ ° ’ ' Rabbiner. . : . Verlag von C. L. Fritzssche. ' Druck von I. H. Na gell ,

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