Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1846)
- Date
- 1846-02-26
- Page
- Seite 64 (sequence 7)
- Language
- German
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Gegensatz.hat sich noch bedeutend vermehrt.! Dagegen haben 'die durch die Wissenschaft hervorgerusenen Neformvereme in Frankfurt a. M. und Berlin, die nach, einer bestimmten, wenn auch radikalen Weise umgestalten wollen, den .größten Anklang gesunden und werden ihn noch mehr, finden, je mehr sie zu ihren Elemente,-zu einer principiellen Reformation des Judenthumskommen werden. Deutschland. , Königsberg, Febr. .Hier hat die Reformbewegung 'einen größeren Einfluß geübt, als man sich auswärts denkt und. glauben wllrde; nnfere großeGeureinde ist iw ihren gebildeten'und angesehenen Mitgliedern ganz . der Reform des. ^Kultus,zugcthar:, und zwar einer Reform, die nicht halb oder fllickwerkmäßig das Verlange): beschwichtigt. Ob die.Reform recht oder unrecht sei, das will ich. uufierfifjrt. (affen ,..•■jumrtl Orient entschieden . erklärt, daß er nur das- Geschichtliche der Reformkämpfe verfolgen^ und besprechen und keineswegeö den Kampf selbst als P arte: aufzunehmm gewillt sei, was gewiß ein., ehrenwerthcr wahrhaft unparteiischer Standpunkt ist, Etwa gegen 40 Mitglieder unserer Gemeinde, n::ter denen die. Meisten nicht 'zu den Koniribnenten ' fi.it:. Kourmnnallasten gehören .,. sind gegeir eine radikale Reform, und unser Herr Rabbiner, der als Gelehrter,bekannte,Mekl en b ürg, ist aufder Seite dieser kleinen .Schaar, obgleich gegen sein persönliches Interesse,. indem er sich dadurch die Zuneigung der. Reichsten entzogen. Dieser Umstand schon stempelt seine Gesinnung als aufrichtig, und er ist auch um so achtenSwerther, als er sogenanntm gemäßigten Reformer: nicht abgeneigt ist. Aber schwerlich wird diese kleine Schaar siegen. Unsere große Gemeinde ist für eine radikale Reform, -und die Machtlosigkeit der.preußischen Rabbiner kann es nicht stören. Sie.-werden, wohl fragen, worin diese Reform bestehen soll? Eine radikale, wie gesagt, eine so ganz radikale, wenn überhaupi die äußere Kultusferm eine radikale genannt werden kam:, da bei uns Israeliten die Knltusfom: keine so große Bedeutung hat. Man will nur deutsche Gebete, Orgel, die alten Gebete.nicht einmal, in einer Uebersetzüng, und anstatt des SabbatgoLiisdienstes einen sonntäglichen. Ich muß aber erwähnen-, daß außer dem Rabbiner auch unser Prediger, Dr. Saalschutz, diese radikale Reform nicht will, und er. hat sich dagegen sehr scharf und klar in'' einem ihm abgeforderten Gutachter: ausgesprochen, das jetzt unter dem Titel: ,,HauPtprinckp.ien, bei Entwerfung 'einer zeitgemäßen Liturgie für den israelitischen Gottesdienst" gedruckt ist. ' Predigt,-. Chor, Konfirmation ist hier, bereits seit lange, man kann doch gewiß nicht sagen, daß Hr. Saalschutz zu-den. HypecortlMen A aßcr bicfer ^abieaCi^mua scheint ihm doch zu viel und zu weit. Die Gemeinde will aber durchaus weiter. Selbst Viele, die noch gar sich nicht für diese radikale Reform erklärt,/hatten nur zurück, wie man sie erklären .hört, -weit sie den finstern Dämon, Schisma genannt, fürchten. ES waren jedoch schon viele Sitzungen über diesen Gegenstand. Unser Vorstand gleicht dem zu Frankfurt a. M. und Breslau,' d. h. er gehört zu der Richtung der Reformbewegenden, und der außerhalb der Reformsragen Stehende sieht diese Bewegung mit an-,^ ohne jedoch bestimmen zu können, wohin ^as führen wird. Ich werde mir erlauben, bei einem weitern Gang die Thatsachen zu berichten. Ihre/Leser werden fragen, woher diese Stimmung in der Gemeinde? Nicht vor: Berlin, nicht von Frankfurt, diese gehen hier spurlos vorüber, aber lediglich von der religiösen Bewegung in der Umgebung. Der Prediger Rupp -und der neue Katholieismus hat auch die Juden aufgerüttett und der Jndifferentismns ist gegenwärtig unbekannt. Aus die christlichen Massen hat jedoch die jüdische Bewegung keinen Einfluß, die,Intoleranz feiert noch nach wie vor ihre, kleinlichen Siege, so einflußlos diese Siege, auch sind. Die Knufmannschast als Kor-? poration hat gerade jetzt die Inden vor: ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen; die Neklamationen von Seiten der Juden . waren fruchtlos und wie mau sagt, soll der Jnstizkommissar Meier zu dieser Fruchtlosigkeit mitgewirkt haben. —- Daß hier eine neue hebräische.-DmckereL ersteht, einen tüchtigtn. jungen jüdischen Buchhändler au der Spitze, hat wohl schon Einer berichtet. Doch soll -sie vorzüglich für Rußland bestimmt sein. . Dresden, im Febr. Wenn es dem nach Deutschland kommenden Ungar schon an sich eine schwierige Aufgabe ist, die da herrschenden Vorurtheite gegen die Intelligenz seines Vaterlandes mit Erfolg zu bekämpfen, wie schwer muß ihm erst dieses werden, wem: zu gleicher Zeit öffentliche Artikel von dort ihn: als sprechende Gegenbeweise entgegengehalten werden. So erging eS dem. Schreiber dieses mit dem Artikel aus SaröS in Nr. 7 -des Orients. Bisher schien der zollfreie Kleinhandel, die ungarischen Judengaffenklätschereietl auf den großen deutschen Markt zu bringen, die wichtigen Ereignisse aber nur mit kurzer Elle zuzumessen — das wenig beneidete Monopol des ,,SL. Nicolauer Ronge" oder des ,,Papaer Wislieenus" zu-. sein ^-nachdem aber auch ein Sebeser Trödler in die Trödel-Konkurrenz getreten, und zwar mit dem ihm allein geläufigen Barbarismus des Kleinhändlers, da ist es Zeit zuzmnfen: „Hält ein Barbar"! Wenn überhaupt Herr Holländer von seinem Standpunkte irgendwie derlei Kleinkrcimereien berücksichtigen würde, wäre er in. dem Falle auszurüfen: Gott