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Der Orient · 1846-02-19 · Heft 8 (19.2.1846) · p. Seite 58

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 8 (19.2.1846)
Date
1846-02-19
Page
Seite 58 (sequence 11)
Language
German
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gewiß für die arbeitende Klasse von großem Belang ist. Wer wie Referent Gelegenheit hatte, sich von der Art und Weise der Manipulation als von der Vorzüglichkeit des in seiner Kabrik erzeigten Fabrikats zu.überzeugen, wird gewiß mit dem Lobe übereinstimmen , das Herrn S. gebührt, der alle Kraft und Mühe daran setzt, daß die schlesische Industrie allen andern als Muster diene, daher er gewiß von jedem Freunde des heimathlichen Gewerb-Fleißes das Lob verdient. C-^-n. Emden, 2. Febr. Am 28. Decembcr 1845 feierte eine nicht geringe Anzahl der angesehensten jungen Leute hiesiger israelitischer Gemeinde ein Fest, das -.wohlverdient, öffentlich angemcrkt zu tverden. Schon im Laufe des Sonuners hatten sich einige junge Leute znsammengethan, nur den langgehegten Wunsch unseres allver- . ehrten Synagogenhauptes des Hrn. Landrabbinerö H ir sch und vieler Glieder unserer Gemeinde zu realisiren. Mit dem der Jugend im Allgemeinen, und unserer Nation in religiösen Angelegenheiten insbesondere regeren, Feuereifer stellten sie jeden Tag Gesangübungen an und brachten es in kurzer Zeit dahin, daß sie beim sabbatticheu Gottesdienst Chorgcsäuge ausführten, die bald vom größeren Theite unserer Gemeinde als ein bedeutendes Erhebungs- und Erbauungsmittel des Gottesdienstes anerkannt wurden. Unsicher ob das gute Werk, das sie begonnen , sich Bahn brechen und Eingang verschaffen werde in die Gemüther, traten sie Anfangs schüchtern und in geringer Anzahl auf, überwanden Schwierigkeiten mancherlei Art, gewannen sich aber, besonders durch die rastlose und unverdrossene Mühewaltung des Musiklehrers, Herrn Säphra, in verhältnißmaßig kurzerZeit, einen ziemlich festen Standpunkt. Im Bewußtsein dieser ihrer Begründung eines gottgefälligen Werkes, vereinigten sie sich am 28. Deeember Abends zu einem fröhlichen Kreise mtb feierten das Stiftungsfest ihres Vereins für Chorgesang. Bei dieser Gelegenheit machten sie ihrer großen Verehrung und Hochachtung für unfern Herrn Landrabbincr Lust und saugen unter seinen . Fenstern beifolgende Strophen ab, die wenn auch aus der Feder unseres Stadtsyndikes, des Hru. Dr. Bueten geflossen, gewiß aus dem Herzen unserer und der Gemeinden, unserer Provinz genommen sind. Ohne mich hier in Lobeserhebungen über unfern Seelsorger ergehen zu wollen, kann ich nicht unterlassen zu bemerken, daß die Wiederbesetzung/des ostsnesischen Landrabbinats durch unfern jetzigen Landrabbincr ein denkwürdiges Ereiguiß ist, dessen Segen immer mehr sichtbar wird und dessen sich gewiß noch späte Generationen zu erfreuen haben werden. Für unsere hiesige Gemeinde namentlich datirt sich von da an ein ganz neues Leben, dessen Regsamkeit und Strebsamkeit wir schon manches Große und Gute verdanken, und das sich gewiß zum Heil und Segen sowohl nach Außen wie nach Innen entwickeln wird, wenn wir nur das Glück haben,-den würdigen -Mann bis ans' Ende seiner Lebenstage, die der Herr ihm in reichlichem Maaße zugedacht haben möge, in unserer Mitte zu behalten! Haus pro inulüs. 1- Wir lieben und ehren unendlich Den Lehrer,'so weise und gut: .Sein Wort ist so sanft und verständlich. Und doch so voll Kraft und voll Muth. Sein lauterer Wandel ist Allen Ein Leitstern in dunkler Nacht, Der Viele, die'irrend gefallen, Zur-Lugend zurück hat gebracht. -; ' „ - 2. ' Doch gebet dem Herrn die Ehre, Er gab uns den herrlichen Mann Und die er uns lehret, die Lehre Hat überall Wunder gethan. S ein ist das Gesetz und Er wählet Die Diener und rüstet sie aus: Auf Ihn nur vertrauet und zählet. Er wacht über Israels Haus. - Kerrlsruhe, 18. Jan. Unterdeu verschiedenen bald von ultramontaner bald von pietistischer, bald von aristokratischer Seite her gegen die Motion des Wg. Zittel auf Neligiousfreiheit in der zweiten badischen Kammer gerichteten Angriffe nimmt sich der in Nr. 6 dieses Blattes von einem Israeliten wirklich komisch aus. Der- Mann ereifert, sich auf anderthalb Spalten darüber, daß der Antrag sich engherzig auf die christlichen Konfessionen beschränket die Israeliten ausschließe. Diese sonderbare Behauptung ist nur dadurch begreiflich, daß man annimmt, der würtemb. Israelit habe weder die Motion noch die Anträge des, Abg. Zittel gelesen. Geht denn nicht der Hauptantrag ausdrücklich auf unbeschräukte Religionsfreiheit ohne irgend eine Ausnahme.? Ist denn nicht die Beschränkung auf christliche Konfessionen nur ■ in einem zw eiten even tu ell en Antrag ausgenommen , insofern der erste allgemeine die Zustimmung der Kammer nicht erhalten sollte? Und warum nimmt der Motion Heller diesen eventuellen Antrag mit auf? Er sagt ausdrücklich in der Moticnsbegrittldung, daß "er es nur deshalb thue, und zwar. nicht ohne Beschämung, weil er keine Hoffnung haben kömw , daß sein Antrag in jener Allgemeinheit die Zustimmung des Hauses erhalten werde. Der Korrespondent frage einmal seine Glaubensgenossen in Baden, wer irr der vorigenKamrncrfltzuug am ausführlichsten und' entschiedensten für ihre vollständige Gleichstellung mit den übrigen Staatsbürgern gesprochen hat, und wer fortwährend am Thätigsten dafür arbeitet, um allmalig die VorurtlMe gegen die EmancLpaLion der Israeliten in der-Kammer zu überwindend? Man würde ihm überall den Abgeordneten -Zittel nennen. Sein Angriff auf die Motion würde daher in Baden wirklich nur Lachen erregen; in Würtemberg, wo man mit diesen Vorgän-

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