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Der Orient · 1846-02-12 · Heft 7 (12.2.1846) · p. Seite 51

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 7 (12.2.1846)
Date
1846-02-12
Page
Seite 51 (sequence 13)
Language
German
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Wirksamkeit eine Verrichtung^ ziehen willdie niemals einen Bestandthell der-religiösen Institution bildete und nach dem Äelieben der Einzelnen vorgenomme'n öder unterlassen werden kann. Wer da weiß, wie selbst der freisinnige Geistliche leicht von hierarchischen Gelüsten und geistlicher Herrschsucht ergriffen wird und'sei ne religiöse Ansicht auf jede Weise,, unter -scheinbarer' 'Zwanglosigkeit, zur alleingeltenden machen möchte, wird sich von keiner persönlichen Rücksicht besrechen lassen, und das Kleinod der Geistesfreiheit zu erhalten suchen. Wir zweifeln daher nicht, daß die Forderungen des Rabbiners an dem gesunden Sinne des Vorstandes scheitern wird, in dessen Befugniß es übrigens gar nicht steht, irgend einem Religioslehrer das Eonsirmiren zu untersagen. ^Hanauer Ztg.) Oesterreich. Serros, 19. Jan. Im Israeliten Nr. 44, 1845 wird ein Bericht unter der Firma: „Ungarische Wirren" zum Besten gegeben. Zum Glück beschäftigen sich die jüdischen Journale mit der allgemeinen Staatspolitik nicht. Stande durch Zufall dieser Artikel in chiem politischen Blatte, und ein Patriot bekäme ihn zulesen, wahrlich er müßte höchlich erschrecken bei der. Aufschrist: „Ungarische' Wirren"! Er würde nichts. weniger vermuthen, als es wäre eine fürchterliche Revolte ausgebrochen, der Bürgerkrieg stünde vor der Thüre, die- Staatsbehörden wären aufgelöst, kurz es ginge Alles dran und drauf l Aber Gott sei Dank! Die „Ungarischen Wirren" stehen nicht in der Augsburger, sondern u u r im Israeliten, und wir erfahren blos, daß in einem Winkel Ungarns ein Paar Juden „Stockjuden" und „Weltmänner mit praktischem Sinne" ein. Bischen mehr als wenig einander durchgefuchtelt haben. Ferner wird ein Mann, der das Verdienst hat, in Obernngarn der Erste gewesen zu sein, den edlen Geschmack' an religiösen Vorträgen in den Gemüthern erweckt zu haben, vom Referenten mit Koth und Schlamm beworfen. Doch wir wollen, sehen. Wenn jene „groben Stockjttden" sich von den „Weltmännern" so schroff abgesondert, so Liegt größtentheils die Ursache in dem unpolitischen Verfahren dieser Letzter» selbst z well sie es waren, welche die Spaltung, die durch Klugheit wohl auszufüllen gewesen wäre, nunmehr zur unauSfüllbaren gähnenden Klust^gerissen, indem ihr „im Leben erworbener praktischer Sinn" die große Schlägerei, wobei nicht Hr. Leo , sondern Hr. Wtarkus H. der Vater, zugegen war, .begann. Bei dieser Gelegenheit entwickelten sie wirklich einen so hohen Grad von „praktischem Sinn" — in ihren derben Fäusten , der sogar ein altes Weib ihrer Partei elekterisirte! Wie manchem Orthodoxen mag sein unpraktischer Sinn unsinnig genug thener zu ^stehen gekommen sein! Das Kasino , dessen Miethzins gerichtlich eingefordert werden mußte und seitdem rmcrstehbar zu Grabe gegangen, war nicht weniger, als ein Sammelplatz der burschikosen Trivialität und des KlabriaS-Spiels, wo Zänkereien vorsielen, die bald den „praktischen Sinn" auch hier geltend gemacht hätten. Kanin im Werden traten schon mehre angesehene Mitglieder aus. — Mau wird leicht einftheu, welche Kultusreformm hier gefaßt werden konnten. Das einzige Verdienst, das diese Leute gehabt hätten , wäre die Schule, die sie, aber in Verbindung mit mehren Orthodoxen, .voriges Jahr ins Leben riefen, hätten sie dieselbe, nach dem ÄuÄreten-der Letzter», erhalten können. —Allein, sowie Verkehrtheit ihrer Maaßregcln den Orthodoxen gegenüber 'jedenihrer Schritte bezeichnet, so auch hier. Schon ist das Leben der Schule dem Erlöschen nahe. Neulich mußte der Hr. Lehrer wegen ’ rückständigen fünfm onailichen Geha tts gerichtlich cinschreiten! Wahrlich, der Hr. Winter, der wirklich ein Ehrenmann ist, und höhere Bildung, während seiner öffentlichen Studien genossen, sich aber, wie verlautet, auch schon zurück'zuziehen beginnt, au sgesw mm eü, bestehet der „praktische Sinn" dieser „Weltmäune^^ blos in dem dicken Schnurrbart nach echter'Magyaren Weise. In Beziehung der „Nachbargemeinde" muß Herr Schaber wohl nur den Maaßstab von Eperies und Eisenach berücksichtiget haben, indem jene „Nachbargemeiude" nicht weniger, als sechzehn Meilen voll hier cntfeMiti!! Es lauten aber die Nachrichten in Beziehung der Schule von dorther nicht so sehr erfreulich. Schon hat man Kinder aus derselben genommen und eineWinkclschRle errichtet. Es scheint aber auch bei der Organisation ein Fehlgriff begangen worden zu sein. Während man emen Oberlehrer, der von allen unter seiner LeitniD worzutragenden Gegenständen die tiefste Kenntniß haben, nnuß, aus Berlin kommen läßt, der kein Wort von der nllgarischeu Sprache versteht, vertraut man diese selbst, die bald das Leben der ungarischen Schulen bedingen wird, einem Ausländer, einem Deutschen! Und das Eem Water von vier Kindern, der von sechs Gulden wöchentlich leben soll! — In Szegedin lebte vor mehren Jahrm ein Deutscher von französischen Lektionen. Man nannte ihn daher allgemein den Franzosen. Nun bekam a: eine deutsche Lektion bei einem Stocknngar. Jemand fragte der: Knaben, bei wem er Deutsch lerne? „Bei dem Franzosen" war die naive Antwort des Magyar. Bei wem lernen die slavischen Jndenkmdcr von St.- Niklan Ungarisch? Beieinem Deutschen! Kommen wir zurendlichen Abfertigung dieses Berichterstatters. Hr. Dr. S. braucht zwar unsere Verthciidlgnng nicht; er ist über solche, Vertäumdun- ■flcn.,. besonders da ein Kolben Hey er, der zu den gesegnetsten deutschen Rednern Ungarns gehört, seine Feder für ihn ergriffen nnb, einen Aufsatz in diese Blätter geliefert, der hierorts viel Aufsehen erregt; aber es handelt sich hier nicht um die Person, es handelt sich um die Wahrheit, die Referent so gröblich verletzt. Anch wollen wir das Publikum hiermit aufmerksam gemacht haben, wie und was es von einem Journale denken möge, das solchem elenden Gewäsche seine Spalten öffnet. —> Daß Dr. S. durch seine Schrift, in Erwägung, daß a die RV. im voraus zu beurthcilelc verstand, seine Gö-mrer keineSweges verloren, zeigt das Faktum seiner des,'.'imtiven Aufnahme als Rabbiner mit allen rabbinifchen FMiktionen. Ja er hat sogar die Eidesleistungen von Seiten des Komitates, des Magistrats der Distriktual- Tafcl und des Wechselgerichtes. Daß er aber auch die RB. richtig beurtheitt, bethätigerr ja die Berichte zur GewiiRge. Wenn der Präsident etner .Synodc, die iur BeioLche des Judenthums reformiren will, die Bibel so \wm hat, daß er, anstatt , bxiW' /!?n r»n gmz) mW pn -py nDDDD eitirt; wenn ein Rabbiner wis-

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