Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1846)
- Date
- 1846-02-12
- Page
- Seite 52 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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sen wüll, fctc n^np sei ch alb di f ch*); wettu ein Retigioilslehrer in der heiligen Schrift nur das als heilig erkennen will, was dem Volke zusagt; wenn ein anderer mit bet: hebräischen Sprache, - in der ein Jesaja, JeremiaHabaktlk u. A. gesprochen, in der die. ewig heiligen, himmlisch erhabenen Klänge eines David erklungen, wie mit einem abgenutzten Lappen wirst n. ff., so fragen wir, ob diese Versaiumlung, zudem, da zwei der vorzüglichsten Mitglieder ihr beit Rucken gewendet, geeignet sei) Vertrauen zu erwecken? Und da Dr. S. so eine weite Reise einzig ' und allein in der edlen Absicht, für feine Glanbensbrüder in Ungar n, im Sinne des gemäßigten Fortschrittes Gutes wirken zu können, unternahm, so ist seine Schrift zunächst auch nur den ungarischen Juden gewidmet — und da hat er wohl seinen Zweck vollkommen erreicht. Dank der gütigen Vorsehung! wir leben irr einem Lande, wo die Gesetzgebung den Händen edler hochherziger Männer anvertraut, deren große Seele hoch über dein versch rümpften und verschrobenen Kteingeist einer deutschen Flcischhackergilde erhaben, deren edle Denkungsart es verabscheut, sich in dem neidisch en Zirkel der Ellen- Fi'rrstcn nnd Magazinen-Könige zu bewegen 1 Sie werden uns emaneipiren, . ohne daß wir gezwungen sein werden, durch eine. R.-V. einen Th eit unserer heiligen, so tief ins Leben gegriffenen, von tausend .Jahren her als Palladium überkommenen religiösen Gebrauche, als Opfer ihnen zu Füßen zu legen \ Wohl wissen die weisen Männer, und mancher Edle kann es bestätigen, in wie fern dem Inden in Ausübung herrschaftlicher Pflichten 'die Religion hemmend entgegen tretet, — Er feiert seinen Sabbat, er ißt Käscher Fleisch, seine Mazot, er betet rein hebräisch, die Resultate seiner merkantilischen, ökonomischen, haudwerkischen Geschäfte sind dem christlichenMitbrnder gegenüber nichts desto weniger befriedigend — um wie viel mehr, wenn er Staatspflichteit Übernehmerl wird, — Dr. S. ist allerdings. approbi rter Nabbin er, und zwar von einer Autorität: A. Oboi'in, die, wenigstens in Deutschland mit Ehrfurcht genannt wird. — „ Er sagt von Pb i l i p p s o h n Nun , das ist wohl das gelungenste Witzchen, das Referent anbringen konnte. Wenn Berichterstatter unter „Tempel" ein Haus mit hohen Mauern, Kirchenfeusteru, u. f f. verstehet, so hat die kleine Gemeinde in Eperies allerdings keinen Tempel; wenn aber ein Bethaus, dessen innere würdevolle Einrichtung wohl mit freit schönsten ' Synagogen wetteifern kann, wo all samstäglich und alle Fest- und Feiertage ein förmlich öffentlicher Gottesdienst, und bei Kopulationen und Firmungen mit Choral-Gesängen abgehalten wird, mh dem-Namen: Tempel belegt werden darf, wie wir mit Fug^ und Recht hoffen können: so ist Dr. S. ganz gewiß Prediger in demselben. Was aber in Eperies „Privatgottesdienst" heißen sott, verstehet ,inan eben so wenig, als : „ Im Leben, einen praktischen Sinn erwerben". — Was den Beifall betrifft, so hat er denselben nach . Der selige N. M. Münz pflegte ein- Bonmot zu erzählen : Es hätte'etnst rin Nabbiner dem andern geschrieben: TDD:: 'iTN-lü' MIM. Verlag von C. £♦ Kr itz sch e. tvie vor imd wir gebm uns der frohen Hoffnung hiu, daß dieser junge, sehr fleißige Mann dereinst eine Zierde wer Homiletik werdm dürfte. — Uebrigens haben . wir, sowohl seine Boeativn als PrivatdocenL, als seine übrigen Schulzengmffe/ von der Pique an mit Eminenz gesehen. In diesim Augenblicke ist S, beschastigt mü einem Aufrufe, den wir nächstens in diesen Blättern zu geben hoffen, au die/ungarischen Nabbitten, in Betreff der Addresseu an Sir-Woutestore wegen Verlvendung für die russischen Juden. beim/nordischen Ferdinand m Beziehung wep^ grausamen- Verfolgungen. Am verflossenen Samstag' mpter 's. war in Sebes ein Cencurrent ftir die Rabbinerstelle, der seine Probe- Drascha gehalten. Wir haben zwar von derselben, als solcher, wie sie, selbst von jenen „Weltmännern" , gewünscht wird, nur Gutes zu berichten; indem das ^hema, den Verhättuiffeu wer hiesigen Gemeinde angemefsen, trefflich.gewkiW' war; die Durchsührung, Entwickelung und Einktcilduug der. durchaus schönen Gedanken im nngehenchclteu, frommen Glauben, ohne Zelotismus, Mystieismus, ganz dem Geschmacke und wem frommen^ Gefühle der Gemeinde entsprach, daher auch in dem Herzen Aller Tuklang fand, so wie seine Sprache, obwohl nur ein Mittelding zwischen Jüdisch und Deutsch, wie sie in Böhmen von den Gebitdetern, "zu welchen unser Herr Dt .De Mi sch gehört,, gesprochen, wird, war, nicht wie das rinvetsiaudlichr, schnauf Ohr beleidigende Geplapper der politischen - Nabbiuen, scharf, deutlich, vemehmlich und klingend; ferner, was wir an ihm besonders rühmenswrrth fanden, war Was unbefangene, unerschrockene, muLhige und freie Auftreten vor einem ziemlich großen Publikum — ein Zeichen Wes inucrn Bewußtseins seiner Fähigkeit; das war alles schön und gut, und es ist sehr wahrscheinlich, daß er denbedeutenden Posten erhalten wird , wenn er nur .keine Reaktion, wie wir leider das Beispiel an einem Nachbar-Rabbi erlebt, der, ein Mähre, -sich so weit vergaß, sogar die polnische Kleidung, die ihm so ganz und gar nicht, kleidet, anzüuehmen, in petto halt; aber nur auf zwei kleine Umstande möchten wir Hrn. Deutsch aufmerksam machen: Erstens das Grimassenziehen, das der Preßburger Schule eigen -ist, könnte er wohl lassen, weil es . ihn vernitstalteL und das Stirnrunzeln und Augenzndrücken eiueit häßlichen Anblick darbietet, wahrend eine freie vffMs Miene ihm so männlich, würdig läßt; zweitens die Demustaltung und Judaifirnng Mncher Ausdrsickc, als -da sind: Ue ui v.ersü m, obskürant, thün u. st w. Warum denn nicht das Wort richtig aussprechep? DaS ist doch wohl keine Sünde? — Nun etwffs Andere s. Alle jüdischen Journale, besonders Wer Orient / von denn es heißen kann r - nn? 'n riNP„Dl DHp, enthalten reichen geistigen Nahrungsstoff für Judeu, die Indinnen sind fast ganzpergesscn. Wir möchten hiermit aufmerksam gemacht haben',1 daß - es sehr . löblich wäre, wenn für wie armen j üw i s ch e tt Jnngfranen und Weiber mehr gesorgt werde. Wahrlich es thut Roth in unfern Schwestern, die im religiösen Leben gleichsam nur mechanische Puppen figuriren, höheres, mndüinuigeres Glaubensgesühl zu wecken, das so wohlthatig auf ihre Silteü, von freuen man leider nicht das- Rühmlichstesagen.kann, rückwirken würde k Dru ck von Z. H. Nage U