Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1846)
- Date
- 1846-02-12
- Page
- Seite 49 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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bessern - so daß nach einiger Zeit ent ncTjlßam ttnb geehrter Lehrerstand vorhanden sein würde , dessen moralische Einwiknng auf die Gemeinden, desstu Streben für die Fortschritte der Jugend, von dem heilsamsten Erfolge sein muß. — > Die Ullterzeichnete,! vom Königlichen Ministerium des Innern mit der Begründung einer solchen Anstalt beauftragte Kommission, von der Nothwmdigkeit und dem hohen Nutzen derselben überzeugt, hält es für ihre Pflicht, .dieselbe sobald als möglich ins Leben zu rufen, und zu dem Ende zunächst die erforderlichen Geldmittel herbeizuschaffen. Wenn auch schon früher von einigen Wohtthätern einzelne Beiträge für diesen Zweck zugesichert sind, und für die weitere Fortfuhnlng der Anstalt einige Beihilfe aus öffentlichen Mitteln in Aussicht gestellt ist, so ist doch für ihre erste Einrichtung und für ihre feste, von allen Zufälligkeiten unabhängige Begründung ein bedeutender Fond erforderlich. Denn nicht auf den Augenblick ist das Werk berechnet, sondern mit der Hilfe des Herrn soll cs noch in späten: Zeiten Zengniß ablegen von dem wohlthätigen m:d frommen Sinn der jetzigen. Die Kommission wendet sich daher an alle Menschenfreunde mit der Bitte, das schone Werk durch Beiträge zn fördern, damit cs bald zu Zkutz und Frommen des Vaterlandes ins Leben treten könne. -Der in unfern Tagen so ^c6cn1D^g itnb t^nttrdftugj fuub gebende Eifer für Volksbildung und Erziehung läßt sie hoffen, daß auch diese Anstalt rege Theilnahme finden werde. Die jüdischen Glaubensgenossen insbesondere werden gewiß den wohlwollenden Absichten der Regierung eifrig entgegenkommen und die Begründung dieser für sie so notwendigen Anstalt nicht nur als Ehrensache, sondern als fromme Pflicht betrachten, der der Segen des Herrn nicht fehlln: wird. Alle Geber aber, meß Glaubens sie sein, werden in dem süßen Bewußtsein ihren reichen Lohn finden, ein Werk der reinsten Menschmlicbe gestiftet zu haben, durch welches sie sich nicht nur in der Gegenwart, sondern in dem dankbaren Herzen ferner Generationen ein unvergängliches Denkmal errichten werden. Zum Kassenführer ist der Herr Hofagent K. Bereu d ernannt, welcher, so wie alle übrigen Mitglieder der Kommission, zur Annahme von Beiträgen bereit ist. . Verzeichnisse der eingegangenen müden Gaben werden . demnächst öffentlich bekannt gemacht. Hannover, den 261 Januar 1846. Die Kommission zur Errichtung einer Bildungs-Anstalt für jüdische Lehrer. 111 n g e r, Regierungs-Rath. Brauns, Stadt-Sekretär. Dr. Meyer, Land-Rabbiner. E. Simon, Advokat. A. Cohen- Bankier. K. Derend, Hofagent.■" ... Frankfurt a. M., 25. Jan. Was ich Ihnen jüngst wegen der Verwahrlosung der hiesigen Synagoge m Dach und Fach geschrieben habe, das Hat sich gestern dadurch als begründet gezeigt, daß ein WS dem.Gewölbe hervordringender Regenguß plötzlich aus den eben seine Sabbatrcde haltenden Rabbiner herabfiel und so den Gottesdienst unterbrach. Es war recht gut, daß Herr Sstein mit bedecktem Haupte predigte, sonst hätte dieses nicht erwartete Sturzbad der Gesundheit des Mannes nachtheilig werden können. ' Diesen Vorfall sollten sich Diejenigen, welchen die Aeberwachung der jüdischen Gebäude anvertraut ist, als eine Anmähnuug zur älsbaldiget: gründlichen Ausbesserung des Synagogendaches/dienen lassen; dem ganz entgegen aber wird er als 'ein Argument für die -Unbrauchbarkeit des alten Gebäudes und die Nothwendigkeit eines Neubaues dienen müssen. Wir haben die Synagoge ü: Gesellschaft anderer Bauverständigen genau besichtiget, und sie so beschaffen gefunden, daß sie bei ordnungsmäßiger Besorgung der durchaus nicht ungewöhnlich bedeutenden Ausbesserung noch viele Jahre stehen kann, ohne die Besuchenden auch nur km Mindesten zu gefährden. Das Bedürstüß einer größerer: Räumlichkeit hat sich auch noch nicht gezeigt; im Gegentheil wird der Gottesdienst sehr spärlich besucht, und es ist schon oft der Fall vorgekommen, daß gar kein Gottesdienst gehalten werden konnte, weil kein Minjan d. h. keine zehn Männer, welche Zahl die jüdische Vorschrift als das Minimum für eine Gebetsversammümg bezeichnet, zugegen waren. Unser längeres Verweilen bei diesen: Gegenstände hat seinen Grund dann, daß mar: das Synagogenbau- Projekt von gewisser Seite her wieder sthr eifrig betreibt, und man sich sogar nicht scheut, zu diesem Zwecke die Aufruchme einer Anleihe von 150,000 Gulden vorzuschlagen, während die Gemeinde ohnedies von der Zeit der verunglückten Bürgcrrechts-Erkausung her von Schulden schwer belastet ist. Erhielt dieser Vorschlag die Zustimmung unserer Staatsbehörde, so würde sich zu dem Nebel der allzustarken Verschuldung noch das viel beklagenswertheregesellen, daß wegen der Benutzung der neuen Synagoge nothwendig Zwiespalt unter den verschiedenen Parteien entstehen müßte, wofür der äußere Glanz, dm der Besitz eines neuen. Gebäudes der hiesigen Gemeinde in den Augen auswärtiger Inden verschaffen könnte, gewiß kein Aeqnivalent bietet. '(Hanauer Zeit.) : Fulda, im Jam Einen herben Verlust hat unsere Stadt in diesen Logen erlitten. Der Banquier Lazarus Simon Li o n, Sohn des vormaligen Hofagenten Simon, ist nach einem längern, großentheils schmerzlichen Krankenlager in seinem 67. Lebensjahre am 13. d. M., ergeben in den Willen des Allmächtigen, zu einem bessern Erwachen sanft entschlafen. Obgleich Biographien, wenn sie. nichts wesentlich Interessantes und im Allgemeinen Merkwürdiges darbieten, für die meisten Leser ermüdend sind, wenn gleich auch das Leben des Entschlummerten an und für sich nicht in das Bereich des Außergewöhnlichen HLneingrekft', so glaube ich dennoch, daß eine, wenn auch nur gedrängte, Ueb.ersi'cht seines