Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1846)
- Date
- 1846-02-12
- Page
- Seite 48 (sequence 7)
- Language
- German
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48 MOAeschüttet. Nicht immer aber war nus Herr M. so femdlkch.' O es gab auch eine schone Zeit der Juden-, liefe fee ihm! Damals, als der noch nicht als liberal MgeMte auch mit - Judenemancipatcon kokcttirte, und Mbeubei seinen kritischen Stuhl in Ordnung bringen -wMe. Seit aber jüdische/ oder doch voir Inden her- Gmnwende Schriftstetter dem eitlcn ., fit a r c i sden Ksch.papiernen Donnerkeil und die ranschgoldene selbstftvbrieirte Krone abriffen, und den elenden ,MübezZHl" bei seinem wahren Namen nannten; seit dieser Zeit hat sich die Liebe'in Haß nmgewandelt itnb der Gnom wirst mit Schmutz und Koth um sich. Doch feeNeicht bat sein Haß einen frommeren Grund — beim fromm ist Herr Menzel jetzt auch geworden — den der jsillrfkmdlichen Liebe. — Wer.seit einigen Jahren die in Breslau erscheürentzm Zeitungen und darin die/Wetter- und andere Pro? pHezemugen, wieauch Reisebilder aus Ungarn , Sachsen lrnn b andern Ländern, und Wettir nd G etra ideb er ich te Wis dw Proviüz gelesen , oder besser überschlagen hat, die alle ans der L-Saite vorgetragen wurden, wird mich A-Gehen, und eine= Bestätigung des alten Sprichwortes: UM .wurmstichigen Apfel, der nicht weit vom hohlen Sömmne fällt, finden. Wir — und wir hoffen Viele mit uns — geben uns hiermit das Versprechen, die Allgemeine, das Mor- Ml- und das Literaturblatt nicht ferner zu lesen. Da- MM wbtten wir nicht allein nur lesen, sondern auch -nach Möglichkeit wahre, nützliche bildende. VolkSschristen. zu fordern suchen, und dem Pöbel, hohen sowohl wie> Modernzeigen,, daß wir auch zum Volk gehören, daS jä)m jetzt, wo nicht sein Bewußtsein gewaltsam niedergHalten wird, auch in uns den Bruder anerkennt und lM. — — n. Hannover, 2. Febr. Durch die TageSpresse ist -dmlts allgemein bekannt geworden, daß Hier eine Kommission zur Errichtung einer BildungSanstatt für jüdische Kchrer niedergesetzt wurde. Bereits Hr. Dr. Adler hatte m den letzten Jahren feiner hiesigen Wirksamkeit dieses Unternehmen zu realisiren gesucht; er hatte bereits CiiMlare nmhergesandt und einen wenn auch kleinen Foud gesichert, und es ist sehr erfreulich, daß unser sttziger Rabbiner Hr. Mayer, den Lesern dieses Blatts durch ft men schönen Aufsatz über mittelalterliche hebräische Poesie im Literaturblatte bekannt, und mit ähm die achtbaren und ehrenhaften Mitglieder der niedergesetzten Kommissten, diesen so wichtigen Gegenstand wieder anf- ALwommen. Daß die Landesregierung die Errichtung v\mx solchen 2(nstalt wünscht, würde wenig zu bedeuten Hafen, Wenn nichtwie versichert wird, ein Zuschuß aus der 'Landeskasse in Aussicht gestellt wäre, und es möge m. -Sporn 'für säm mtlich e BorGeher d er G e- ' Meindeu de s Lau d es sein, daß sie sich recht, warm fm dttftn Gegenstand bethätigen mögen. Freilich giebt es viele jüdische Schullehrer-Seminarierl, die gerade kein Heil^gebracht, ja vielleicht mehr.Nachtheile ins Leben , gerufen, aber wir müssen uns einmal begnügen, wenn die Idee eines Instituts richtig ist. Ich ertaube mir hier den Aufruf mitzutheileil, .den die medergesetzte Kommission. eirknliren läßt,, imb zwar um so lieber, als ein gesunder Sinn sich darin auöspricht, wie man bei den Gemeinden, welche unter Mitgliedern der R.-V. stehen, kaum findet. Der Anftllf lautet: „Der Mangel an tüchtigen jüdischen Lehrern in unserm Vaterlande ist eine ebenso/bekannte, als betrübende Thatsache, welche als da§ vorzüglichste Hinderniß einer besseret: Gestaltung. der jüdisch-religiösen Verhältnisse erscheint und daher eine wirksame -Abhilfe dringend erheischt. Denn die Synagogen-Gemcinden ans dem Larrde entbehren mit dem Lehrer zugleich den Geistlichen; ohne Leitung in ihren heiligsten Angelegenheiten, ohne Mittelpunkt für ihr religiöses Leben, muffen sie auf alle Vorzüge der religiösen Gemeinschaft verzichten, wodurch ihre Gegenwart zerstört wird. Aber auch die Zukunft der gesammten jüdischen Bevölkerung, ihr Fortschritt in Religiosität und Bildung, ist von der größeren und geringeren Tüchtigkeit der Lehrer bedingt. Rur eine geregelte Erziehung, auf der Grundlage tüchtigen Äeligions-Unterrichts und echter Schulbildung ruhend, vermag die bildsame Jugend für Tugend und Frömmigkeit, für Fleiß und Ehrenhaftigkeit, füi> Vaterlandsliebe und Bürgersinn zu erwecken; und es bedarf wohl, keiner Nachweisung, daß die geistige Entwickelung in allen diesen Beziehungen leiden. muß, wenn— wie bisher aus Mangel an tüchtigen einheimischen Lehrern oster geschehen mußte — Männer aus dem Auslande zu. dem heiligen Lehreramte zugelassen werden, denen nur zu häufig sowohl die moralische als die wissen sch östliche Vesähigimg abgeht. Nun fehlt es aber km Julande keineswegs an strebsamen Jünglingen, wohl aber hat es ihnen bislang an Gelegenheit gefehlt, sich ansznbilden. Darum ist. es nur sehr wenigen gelungen, sich die nöthige Befähigung zu verschaffen; die Mehrzahl wendet sich, zurückgeschreckt von der Schwierigkeit der Ausbildung für einen Stand, der überdies nicht viel äußerlich Anlockendes hat, andern Bernfsarten zu, und das Lehrfach steht verwaist da. Wäre aber eine Anstalt zur Bildung jüdischer Lehrer vorhanden, worin jeder ohne große Kosten und ohne Schwierigkeit sich die nöthigen Kenntnisse verschaffen könnte, so würden nicht nur viele, die schon jetzt Beruf und Neigung haben, sich dem Lehrfache widmen; sondern es würden auch manche Talente, die jetzt schlummern, geweckt.werden.; Eiternwürden ihre. Kinder diesem hohm und heiligen, am innem Lohn und geistigen Segen so reichen Berufe widmen; auch würde der Lehrerstand selbst, wenn er nur ans tüchtigen und regelmäßig gebildeten Männern bestände, an Achtung und Ansehen gewinnen; seine äußere Stellung würde sich *