Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 6 (5.2.1846)
- Date
- 1846-02-05
- Page
- Spalte 85-86 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9897631-9897636--4372-3531982- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Studien. Die kleine Genesis. 86 85 zeigt uns dieAngeto- und Dämonologie, welche, wie man aus den wenigen Fragmenten sieht, darin sehr herrschend gewesen sein muß. Nach diesen Erörterungen müßte es ein leichtes sein, das/Zeitalter des Buches zu bestimmen, wenn —die Geschichte der midraschischen Literatur nicht noch immer, trotz der herrlichen Zttnz'schen Vorarbeit, sehr im Argen läge. In unsrer hiehergehörigen Literatur sind die kabbalistischen Midraschim nun allerdings, die jüngeren^), dürfen wir deshalb aber der kleinen Genesis ein hohes Alter absprechen? Wir haben ferner gesehen, daß sich in ihr manche von ben unsrigen abweichrnde Midraschim finden, und eine recht treffende Parallele haben wir nur mit dem M. Wajiö'u und Abkir gesilnden, welche beeide spät sind. Aber die kleine Genesis ist notorisch alter als die ältesten atnfrct Midraschim, älter als irgend ein Stück der noch hebräisch vorhandenen nachbiblischen Literatur. Wir dürfen daher umgekehrt behaupten, daß die kabbalistischen Midraschim die älteren sind, daß die Richtung später (darch Reaktion gegen das Christenthum?) zurückgcdräugt wurde, und dem ausschließlichen Studium der Halacha und Agada das Feld lassen mußte, bis sie ein halbes Jahrtausend nachher wieder hervortrat — eine Annahme, die freulich keinesweges neu ist, aber doch durch diese kleine Genesis eine starke Stütze erhält. Weitere Zeichen de§ hohen Alters unsres Buches finde ich darin, daß es bei den Juden selbst so ganz vergessen. wurde, daß sich höchstens in dem Titel des Br. Rabba vielleicht! eine Spar davon erhalten hat; daß die Engcllehre noch nicht so ausgebildek erscheint wie z. B. in dem Buche Henoch (vgl. III, 5), daß einzelne später ganz verschwundene Ansichten und Legenden sich darin ftnbm; und erinnern wir uns nun wieder an den Vers ans dem Gataterbriefe, besonders davon, daß die Worte iv yaQ Xqlgxoj ’lrjGov in der kleinen Gen. nicht gestanden haben sollen, so wird es schon ziemlich wahrscheinlich, daß eben jene Angabe des Syneellus richtig , und die kleine Genesis vorchristlichen Ursprungs ist. Daß Joscphus sie nicht erwähnt, kann nicht dagegen angeführt werden, da dieser überhaupt keine schriftlichen Quellen für seine agadischeu Erzählungen n a m h a ft macht (er erwähnt deren freilich), während ihm doch' gewiß solche bereits bekennt waren, auch wohl Vorgelegen haben. Zum Schlüsse mache ich noch darauf aufmerksam, wie bei den angeführten christlichen Schriftstellern das Ansehen der kleinen Genesis iunner 'beiden verschiedenen Arten möge, statt vieler die Auffassung des D'rfPN \D, von ber oben (zu 111, 5) die Rede war, dienen. — 32) Außer den indervorigen Anmerkung genannte» Tana debe Elia, und die Mehrzahl dev -kleineren Midraschim, auch der Sohar verglichen mit Mechilta, Sifre, der Mehrzahl der im Talmud enthaltenen Midraschim rc. mehr sinkt, wie sie Hieronymus noch zu dm serixturig sanclis zählt, und die Wichtigkeit derselben schon aus dem Umstande erhellt, daß sie ins Griechische übersetzt wurde; wie Syneellus noch viel auf ihre Angaben hält und sie vertheidigt, bis die Späteren sich gänzlich von ihr wenden. Allen aber, die sich an das geschichtliche Studium der Midraschim machen wollen, empfehle ich Berücksichtigung der Byzantiner, die oft frappante Parallelen haben, und nicht selten wichtige Erläuterungen geben. Cs sind selbst die zwei oben kurz skizzirten Richtungen bei ihnen vertreten; bei Syneellus z. B. die mystische bei Gtycas die rationalistische, die freilich bei ihm mit einer großen Trockenheit und übermäßigen Nüchternheit verbunden ist; sonst ist gerade bei diesem die erste Hälfte seines Geschichtswerkes wahrer Midrasch^). — Weitburgim Oktbr. 1845. f A. Treuenfels. Forschungen über die Ueberschriften der Psalmen und Erkärung des Wortes. Sela und einiger poetischen Wortformcn. , Von Hartwig Philipp Nee, in A a r h u s. (Fortsetzung.) Wir haben bereits erwähnt, daß diejenigen Wörter, von deren ursprünglicher Form das j ausgefallen ist, nie vollständig erscheinen/). Wir wollen jedoch versuchen, ob nicht Spu- 33) Noch zwei versprengte Notizen mögen hier Platz finden. Goar verweist über die kleine Gen. auf Poffevinns s. v. jVloyses. Mir war es nicht, zugänglich. — Im Jalkut §. 164, 166, 168, 175 und 186 wird ein hvt □''DM ober -jruvn citirty unb nach der Angabe desSed.ha-D. ist ein Buch dieses Namens njn gedruckt. Da nun die kleine Genesis auch Moses Geschichte noch enthält (I V, 3) und viele der Sagen über-Moses aus ihr entnommen sein mögen, so hätten wir in diesem V'rn vielleicht eine Spur von derselben. 1) Seitdem die größere, weichere Form ]"rp entstanden ist, — wegen des Schwa wurde es im Leben wohl Iova ausgesprochen — komme auch pp — Zaha — selten vor, und nur in poetischem Phrasen und In Psalmen, und zwar .da, weil rP der älteste Name Gottes ist, in dem auch der Urname MP klarer „erschallt" als in ninv Wegen des Nachhalls des He mit Map. in pp, hörte man, wie durch die Nase, aus dem Munde der Orientalisten wohl etwas von dem Nun»