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Der Orient · 1846-02-05 · Heft 6 (5.2.1846) · p. Seite 43

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 6 (5.2.1846)
Date
1846-02-05
Page
Seite 43 (sequence 13)
Language
German
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— 43 hat, abgesehen davon, daß es unstreitig das beste Religion sb: ich für die Jugend genannt zu werden verdient, noch das Verdienst für sich, ans unsrer Schule das früher eingeführte Schulbuch verdrängt zu haben. Es ist übrigens überein Werk j ein Wort des Lobes zu sagen wohl überflüssig, wo das Publikum, durch die nöthig -gewordene zweite Auflage, das günstigste Urtheil thatsächlich bewiesen hat. —:■ ■ Unser; Oberrabbiner, Herr Rap ap ort, 'feierte mit feinem zuletzt gehaltenen Vortrage aut Chanukka-Sabbat, einen wahrhaften Triumph; die allgemeine Begeisterung oie er damit erregte, läßt sich kaum schildern, und es ist gewiß im Namen der ganzen Gemeinde, werut wir dm Wunsch aussprechen, Hr.. Napaport möchte sich entschließen, diesen so geistreichen Vortrag zu veröffentlichen. Morgen eröffnet Herr Eduard Tu k, ein Schüler Neventlow's, ein Jude! mirabile dictu, im Carolinum Vorträge über Mnemonik, nachdem er bereits am 15. d. M. dort vor einem zahlreichen Publikum Proben seiner mnentvtechnischen Studien ablegte, die allgemeinen Beifall fanden. Hr. Tuk hat bereits in 'Wien und Pesth mit großem Erfolge Vorlesungen gehalten. — Grostrvardein, 16. November 1845. (Vcrsp.) Besondere Unlstande verhinderten mich bis gegenwärtig in der Fortsetzung der in Nr. 28 begonnenen Berichte über die Angelegenheiten mancher GetneinLen Niederungarns; wir wollen daher mm ddn Faden unserer letzten Mittheilung aufuehmen, und unser Augenmerk zuvörderst auf Siebenbürgen und dessen Landesrabbinat richten, das bereits durch die.Wahl des Temeswarer Oberrabbinen, Herrn Dr. N. Oppenh e im er, besetzt ist. Gemäß unserem Erachten findet das römische Sprichwort: „Bis dat qul cito dat“ die trefflichste Anwendung bei den Rabbinerwahlen Ungarns, daß die Akquisition' beiderseits doppelt ist,' wenn sie nicht unter langem Herumsuchen, sondern schnell, ' merg/ch dnrchgeführt, erfolgen. Wohl: mag dies Niancheins paradop scheirren, und selbst lieferent war früher der Meinung/ forderte auch < in dem Siebeubürger Blatte: „NnU es Men“ das dortige Judenthum auf, in .der Besetzung der Landesrabbinate behutsam und nicht voreilig zu sein; allein nach reiflichem Nachdenken über die Losung jenes Räthsels,. wie es wohl sein mag, daß gerade da, - wo der Wahl Bedacht- und Behutsamkeit vorangegangen. ist, gerade, da die Gemüther am unbeftiedigsten bleiben, die Gewählten in höchst geringem Grade, den Ertvartungcu entsprechen, ward mir das staatswissenschaftliche Princip 'klar,' daß Freiheit, ist sie nicht auf Ordnung bastrt, die fast alle unsere Gemeinden charakterisirt, früh oder spät zur Anarchie auSartet, demgemäß, je länger die Sympathien der Individuen beansprucht werden, desto mehr divergiren sie und werdett anarchisch, bis letzlich die Sympathien-Divergenzen der anarchischen Wähler —- yulgo — mtf if;rc ltrfutuf;cie — vulgo Balbatheschtkeit, hartnäckig, dem Urtyp gemäß: ,N?H ,'Dy,*p sich stützend, zu gegenseitigen fanatischen Arttipathmt artschwellen und in unheilbaren Krebsbeulen der giftigen Zwietracht ausarten, die den blühendsten Gemeinden an ihrem inneru Mark nagen, und wie einst Israels Reich , so sie zerrütten, und auf förmliche Genesung selbst bei der künftigen Generation, da derlei Krankheiten miaSmisch und erblich zu sein pflegen, keine Hoffnung übrig bleibt. So müssen wir sehr oft aufs Schmerzlichste empfinden die Nachwehen der Parteikämpse, die eine durch mehrjährigerr Zeitraum sich ziehende Wahl, hervorgerufen, so die Anarchie losgebrochen, die von aller Autorität sich losgesagt, daß Individuen der tüchtigsten Art, selbst solche, die auch wem Berufe gewachsen wären, den hyperorthodoverr, auf talmudischem Boden festgewurzelten Rabbinismus mit der philosophischeu Schule auszusöhnen, und zu bewähren die Echtheit jenes rabb mischen Prineipö: n20*> )*n npan -)w ' dn,. daß Religiosität mit der Weltweisheit uicht nur vereinbat ist, vielmehr ohne solche ewig stagnirt, mit solcher Hingegen jene gelinde Flamme ist, die vorleuchtet auf der Bahn des Heils dein Verirrten, und die Eisherzerl aufwärmt und belebt. Daß daher solche Individuum, die allen Erwartungen wohl betreffs der Gelehrsamkeit entsprechen, dennoch nicht jenen, betreffs der Berufspflichten und des Wirkens für Gemeinwohl und Fortschritte; da unter solchen unseligen Umständen sie genöthiget sich sehen, alle ihre Kräfte zur eigenen Wehr anzuweu-' den, und daher aller Positivität, auch der nöthigeu Konjunkturen beraubt werden, wo nothwendigerweise alle Energie scheitern muß. Denn ay JK, was nützt der Anführer, sei er auch tapfer genug, habe er den edelsten Willen, die weiseste Erfahrung , den tiessteu Seherblick, um das. Zuuntemehmende aufs Beste zu ordnen und für eine Ewigkeit zu basiren, wenn kein Volk da ist, das Begonnene in Ausführung, zur That zu fördern; oder was eins und dasselbe ist, eine Masse Menschen rvohl da ist, die aber kein Ganzes, sondern 'heterogene Bruchtheile bilden, Jeder von ihnen "seinen besondern Willen hat, und dieser' verwirft, waS jener begeht; jener für gefährdendwas dieser für heilsördernd hält. — Gesagtes kann daher dienen als Billigung der schnell durchgcführten Wahl des oberwähnten Herrn Oppenheimer als Landesrabbinen der sämmtlicheu Genreindeu Siebenbürgens, in deren nähere Verhältnisse wir einen Blick werfen wollen. Ihre'^ Intelligenz erstreckt sich selten höher als über die der talnmdischen hinaus, die allgemein noch tii sehr hohem Werthe steht, und fast verliert, tixun fuMnü profaner gepaart ist: jedoch ist eine terra ingognilader Ehasidisuttts daselbst. Sämmtliche Gemeiltden bildert eine Korporation, deren religiöse Angelegenheiten durch mehre Unter- /und einen gerneinfamen Landesrabbinen, dessen Sitz in Karlsburg ist, geleitet werden. In politischer Beziehmtg sind sie dem Bauern-- stande gleichgestellt, dem noch sehr wenig Rechte konce-

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