Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 5 (29.1.1846)
- Date
- 1846-01-29
- Page
- Spalte 73-74 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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73 74 Studien. Judenverfolgungen. Das Gebet 'Alenu. Machasor genommen, und seien damals die Juden in Schwaben in großer Gefahr gewesen. Oder sie lassen einen Raumdamit es den Kindern auffallend sei und sie um die Ursache fragen sollten9). Eben gegen Buxtorf ist Manasse den Israel in seiner Rettung der Juden aufgetreeen 10). Dort heißt es, die Anklage des Buxtorf in seiner RidUotbeea Rabbinica, da er uns die Gotteslästerung zur Last legt, kann folglich keinen Schein der Wahrheit haben, und nun folgt die Uebersetzung des Alenu. Dieses ist wahrlich, heißt es weiter, ein. kurzes und treffliches Gebet und werth empfohlen zu .werden. Sultan Selim, der berühmte Eroberer und mohammedanische Kaiser hielt so viel daraus, daß er seinen Arzt-Moses Amon (welcher die fünf Bücher Moses ins Arabische und Persische übersetzte) befahl, daß er unsere Gebete übersetzen sollte. Und da er sie ihm in türkischer Sprache zustellte, so sagte der Sultan: Wozu sind, solche lange Gebete nöthig? Wahrhaftig dies eine kann hinreichend sein re. Auch Mendelsohn hat eine Abhandlung über das Gebet Alenu geschrieben, wo er sehr scharf'auseinandersetzt, daß dieses Gebet nur gegen Heiden- und nicht gegen Christen geschrieben und gerichtet sei, und worauf wir noch weiter zurückkommen "). 2, Wer waren also diese Gegner alle? . Um den Gegenstand, um den es sich da handelt, so von seiner rechten Seite betrachten und beobachten zu können, wollen wir nur aufmerksam machen, .daß alle diese Gegner des 'Alenu getaufte Juden waren l2), die ihre Beweise alle wieder auf die Aussage getaufter Juden stützen. Wülfer erzählt, daß ein bekehrter Jude zu Prag mit einem hohen Schwur, darin er Gott zum Richter angerufen, dasselbe bestätigte. Ferner,daß er meinem alten Manuskript. (Biblioth. Norinb.) angeführt gefunden, wie ein Rabbi solches ausdrücklich auf Christus bezogen. Er fügt hinzu, daß er diese Glossen einem polnischen Rabbi gezeigt, der endlich nach vielen Ausreden zugegeben, daß der Skribent Jesum gemeint. (Schöner Beweis)! Auch bezeugt das ein getaufter Jude zu Regenspurg 1709 und noch ganz neulich 1712 in dem herausgegebenen Tractat „die Mair'sche Synagoge" bezeugt der bekehrte Jude Christoph Wallich, p. 36. N. VII., daß die Juden das Gebet 'Alenu auf eine Tafel haben , dasselbe aber nicht herausgeben bis zu einer Beschneidung. So war zu Worms der Gebrauch. 13) 3. Was waren die Folge n dieser An klagen? Der Landgraf von Hessen-Darmstadt befahl, allen Juden'und Jüdinnen, die in seinem Lande wohnen, mit einem 9) Buxtorf de abreviaturis hebr. p. 103 e. Christian! ' von Glaube und Aberglaube der Juden e. 4 p. 29. Brenzen e. 5. p. 33. 10) Siehe Mendelssohns sämmtliche Werke bei Klang. Wien, 1840.8. S. 950. 11) Siehe Mendelssohn u. s. w. unten. 12) Siehe unsere Anmerkungen 2. 8. 4. 13) Siehe auch über das Gebet 'Alenu Traetatus de Jui'idibus Judaeorum oon Beck. Nürnberg 1731. schweren Eid zu belegen, daß sie weder öffentlich noch heimlich, im Lesen, Beten u. s. w. gegen Christen oder Christus schimpfen sollten. Seine Worte lauten unter andern also: Sollen beim Empfang und Annehmung unseres Schutzbriefes wohldurchdachtlich Zusagen und mit ihrem jüdischen Eid versprechen, bei den Ihren keine Lästerung wider unfern Erlöser und Seligmacher Iesum Christum, den Sohn Gottes und die Jung, srau Marien oder auf seinen Namen und unsere christliche Religion zu treiben. Sie müssen mit ihrem Eid bestättigen, daß sie keine Bücher bei sich haben sollen, welche wider den christlichen Glauben sind, deßwegen fleißige Inquisitionen angestellt werden sollen.14) Ferner laßt der später regierende Landgraf Ernestus Ludovikus in den Privilegien vom 21. August 1695 anmerken: daß sie, die Juden, in ihren Verhandlungen nichts als die Schrift Moses und Propheten gebrauchen, und nach denselben ihre Gebete und Uebungen einrichten, sich aber dergleichen jüdischen Schriften, und an einigen Orten abgedruckter Gebete enthalten sollen, welche auf den gekommenen Messiam oder Christus einigermaßen nur lästern, oder diesich zu ihm bekennen, verunglimpfen (S. Schudt u. a.O.) Die theologische-und juristische. Facultät zu Altdorf thut in den Nachrichten von den Inquisitionen gegen den R. Hirsch Frankel (wovon bei einer andern Gelegenheit) folgenden Vorschlag, um der Juden Lästerung gegen Christen und christl. Glauben so viel als möglich zu hinterteeiben. 2) Denen Juden in allen ihren Synagogen, wo nicht alle viertel doch wenigstens alle halbe Jahr eim dazu verfertigtes, scharfes Mandat vorlesen zu lassen, und die Strafe gegen die Lästerer ausdrücken, und die Anzeiger mit Belohnung und Beförderung in ihrer Gemeinde zu bewegen sein. 3. Könnt man die Rabbiner, Vorsteher und ansehnliche Juden mit einem scharfen Eid, nach Herrn Wagenseils Anleitung in seinen Demonstr.' Christ, p. 199., deßwegen belegen, daß sie alle solche Bücher geschrieben oder gedruckt, darin etwas wider Christen oder Christus steht, wegthun. — Auch Friedrich von Preußen traf in einem Edikte, gegeben in Cöln an der Spree, den 28. August 1703, Maßregeln gegen das Gebet'Alenu, wo es heißt, daß man, um allen Verläumdungen auszuweichen, die betreffenden Worte auslasse, und hierzu verordnete, daß das Gebet von Einem laut vorgebetet werde und die Andern es nachsagen sollen, indem er Commiffäre bestellen wolle, die das beaufsichtigen werden.^) In neuester Zeit ist gegen dieses 14) Hornbeck, de Conv. 5ud. Prolog, p. 33. p. 36 und Wülfer e.5. p. 366. Georg Theodor Dietrich de Statii. Jud. in Rep. Christ, c. 2. p. 39. 15) Findet sich wohl kurz bei Schudt aber deutlich und umfangreich bei Beck. Daß übrigens der Gebrauch schon früher war, dieses Gebet laut zu sprechen, siehe npn wo es heißt ^5 m -matST ]JP ' Q'l blpn wty nb'DH b)\> ntnn im und im NQ heißt es di b)p2 wty idi1? idd^d^t Mp unn ntD, von welchem Gebrauch ich nie sonst gehört, und der übrigens nicht stattsindet.