Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 4 (22.1.1846)
- Date
- 1846-01-22
- Page
- Spalte 57-58 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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57 58 Studien. Etymologie des Namens Iah. mit den Worten: Wahrgenommen habe ich euch und das an euch Verübte. 23. 18. Und spreche zu dem König von Mizrajim: D”“oyrj Hl.r*) ist uns gegenwärtig geworden, laß uns ziehen rc., daß wir opfern dem nirp unfern Gott." Nun folgt V. 19 und 20, daß er seine Kra ft und Wunder in Ausführung bringen werde. Deutlicher und einfacher dies Volk von der Idee. der Vielgötterei wieder abzusühren und ihm das Vertrauen auf den Helfer und Retter ihrer Väter, wieder einzuflößen, den Monotheismus, nach ihren Begriffen, mittelst des Namens des Gottes ihrer Ahnen, wieder einzufühcen, kann es gewiß nicht geschehen. Läge dieser populäre Sinn nicht in der Antwort Gottes, die den ersten Vortrag seines Gesandten ausmachen soll, gehalten vor einem Volk, das die Eigenschaft des Gottes seiner Väter, unter 400jahrkgem Aufenthalt, als Sklaven, in einem Lande, wo die Vielgötterei die herrschende Religion war, ganz vergessen hatte, und wo es nicht einmal seinen Befreier Gehör geben konnte „vor Kleinmuth und vor schwerer Arbeit", so wäre diese Antwort, vorgetragen von diesem geistreichen, gewöhnlich, in Prosa besonders, so deutlich sprechenden Schriftsteller, ja gar zu unverständlich in dem Satze: nw nw unb zu weitläufig, indem wenigstens die Worte■-fn -irf? *"DI nn W Nl auf die Frage wie er heiße oder auch was sein Wesen wäre, ja ganz überflüssig wären, da die Eigenschaft des Ewigseiens — wie bisher angenommen worden—schon in “i&fiW'irnN liegen soll, und es die Frage nicht war, ob sein Name oder sein Wesen so b l e i b e n w e r d e. Und wozu der ganze Vers 15, wodurch zwei Antworten auf eine einzige Frage entstehen? Etwa -nn» (ton ~\rnrpHN wäre ja Antwort genug auf die Frage pp gewesen. — Wiederum wäre die vorliegende Antwort zu kurz, indem von der Kraft, die zu der Befreiung, die hier in Rede steht, gehört, von der er das Volk überzeugen will, in dem Augenblick, da er ihm die Sendung verkünden will, gar nicht gesprochen wird. In der Frage liegt ja offenbar,' daß er dem Volke Beweis geben will für die Ausführung der Sendung, da, wie er sagte, sie gar sein Wesen oder seinen Namen nicht kennen, und er die Frage erwarte in dem Augenblick der ersten Anrede. Daß jene Frage einen Zweifel voraussetzr, ist ja nicht zu verken- . nen. . Wenn nun die Antwort blos die Eigenschaft des Jmmerwährendseins zu erkennen geben sollte, hätte es ja noch heißen müssen: „Dem zufolge ist für mich nichts unmöglich". Und am Ende wäre dieser Schluß, nach der Idee der Vielgötterei, noch nicht klar, indem es doch noch einen anderen Gott — namentlich den Gott Pharao's — geben konnte, der die Kraft in einem höheren Grade besitzt und der den Gott ihrer *) Ausgenommen diese eine Stelle heißt es Aberall Dppy. Die, Sylbe zeigen den Plural cm; JHD, D^rD, “Dy, DHby. Das riom. patron. aber ist ppy des Plurals D^ppy wie hier: Der Gott der Stammväter,' rpyri CTOtt I M.'14,13» Väter, obgleich immerwährend, entgegen wirken konnte. — Nun bleibt noch die auffallende Ausnahme, in Hinsicht des Ausdrucks Diese beiden Wörter ohne nilT vorne, sind fast ohne Beispiel, nicht nur bei Mosche, sondern in der ganzen h. Schrift. Nach obiger Auffassung aber ist die Weglassung dieses Namens ganz in der Ordnung. Sie ist offenbar vorsetzlich geschehen. , Dies zeigt die ganze Antwort. Unter mehreren Göttern, glaubten sie, batten ihre Väter auch Jehova. Diesen etwa mehr als die Egypter haben. Siewissen aber nicht mehr, daß ihre Väter nur diesen einen hatten, der also nothwendig alle göttliche Eigenschaften besitzen muß, folglich auch die Kraft zu der vorhabenden Befreiung, gegen den mächtigen Pharao, da er der Schöpfer aller seiner Götter ist. Dieser Namen oder dessen Bedeutung kam aber bei den Sklaven in Vergessenheit, weil ihr König ihn nicht kannte, wie er sagte: pppp PIN TlJJT üb. (2 M. 5, 2.) , Auch hat das Wort .dieselbe Bedeutung als wie in dem Satze 2 M. 14, 13: nnäD flN DITtO *mx(:D) liy brwrÄMD'Dfn xb D)V? (Gesen. unter Nr. 7)'), also: „Ich bleibe das, was ich bin" d. i. Bezug auf den Namen, denn heißen und seien hatte einen und denselben Begriff. Heißen kann nicht einmal ohne Umschreibung ausgedrückt werden. Auch hätte es wohl sonst geheißen: pppjtf rprw wie im Ies. 52, 6; Weil man aber in dem Worte ni»T ^as Wort pppj als Stammwort vor Augen hatte, wollte man in rpHN' die Bedeutung des Wortes finden. Daher die alte Schwierigkeit in der Phrase pppj^ PPHN. ■•©tVtffc aber blos Antwort auf die Frage pA W, nämlich: ich bleibe der Alte, srhN Hin1 DDTllDN. Diesen Eigennamen wollte Mosche durch die Weglassung dessen in der Frage hervoryeben und dem Volke das Vertrauen auf diesen Namen einflößen, und dieses gelang ihm, wie es später heißt rpy PJTOm H1TO, WDW1. Daß Mosche jene Frage erwartete, war ganz natürlich, wenn ein großer Fürst klein genug dazu ist, seine despotische Macht in dem Grade anzuwenden, daß er — weil er es empörend fand, daß Mosche, der gesehen, daß seine Brüder, von den egyptischen Behörden gemishandelt werden, ihm die Sklavenfreiheit Vorschläge, statt ihm allein dafür zu strafen, alten seinen Glaubensgenossen noch härtere Plagen auflegt, in Hinsicht der rohen Materialien zu den Ziegelbrennereien, sie hinter die andern Landeskinder setzt, da doch jene, ebensogut als seine andern Sklaven ihm, ,ihr Händewerk, als Tribut darbringen. Wenn es dann von einem solchen Despoten verlangt wird, einer halben Million, ganze Städte bauende Menschen, die Freiheit zu schenken und ihnen obendrein zu erlauben über die Grenze zu ziehen, mußten die Unterjochten in ihrer Verzweiflung doch wohl Beweis haben für die Ie- ') Wäre das erste Wort in dem Satze, hätte p folgen muffen: »TON p »TOsN T2WD, jetzt ist p nicht nöthig.