Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1846)
- Date
- 1846-01-22
- Page
- Seite 25 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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25 ' — Zur Urkunde dessen haben wir diese Bestellung auseserligt und dieselbe mit unserm Dienstsiegel und gewöhnlicher Unterschrift versehen. Sondershausim, am 1. November 1845. z . Fürstl. Schwarzburg. Negierung. (L. S.) F. W. Leopold. A. Hesse. lbschrift. Wir Günther Fr i e d r i ch ' C a r (, von Gottes Gnaden, Fürst zu Schwarzburg, Graf zu Hohenstein, Herr zu Arnstadt, Sondershausen, Leutenberg, Blankenburg-u. s. w. haben dem bei der hiesigen Realschule als Lehrer augestellten Rabbiner Philipp Heidenheim in der Absicht, d ein selben ein M er? m a t der Zufriedenheit mit seinem bisherigen amtlichen Wirken nn d U n seres W o hlw o l l e n § zu gebe n, zugleich auch ihn zu fernerer treuer und eifriger Pflichterfüllung aufzumuntern, das Prädikat eines'E Collab orators nebst al 1 e tt d a m i t an Ehr e und dl a n g v erbundenen Prärogativen beizulegen Uns bewog en gefu»den. Wir hegen das Vertrauen, daß er sich dieser Auszeichnung stets würdig zu erhalten suchen werde, und haben zu mehrerer Beglaubigung das gegenwärtige Dekret ausfertigen lassen und dasselbe neben Unserem Fürstlichen Siegel durch eigenhändige Unterschrift vollzogen. Sondershausen, am 25. Oktober 1845. (L. 8.) Günther Friedrich Carl F. z. S.S. W. von Hauffb erg. (6F. 286.) Berlm, im Januar. Cs ist wirklich nicht mehr ehrenwerth, sich mit Widerlegung lügenhafter Zeitungsartikel abzugebm; zuweilen aber ist es nothwendig. So lange noch eine größere Menge, und das ist leider wahr, allem Gedruckten, eben weil es gedruckt ist, eine gewisse Wahrheit mit Glaubwürdigkeit zuerkennt, so lauge wir diese Vielschreiberei, die sich von Gerüchten und Lügen nährt, diese Spiegelfechterei mit und gegen Parteien in Broschüren und Blättern nicht aufhören. Das ist des Pöbels aber nicht des Volkes Meinung, das sich zum großen Theile in unserer Journalistik äußert; mag es in der literarischen Welt überhaupt nicht besser aus sehen; das Muster ist nicht so schlimm, als es die schlechte Nachahmung ist; das schlimmste aber ist, daß man widerlegen. muß, daß man Zeit und Papier an der Vernichtung solcher Gerüchte verschwenden muß, die man mündlich mit halbem Ohre hört und verachtet. Aber es muß ein Erempel statuirt werden. Es muß, um allen Lesern jüdischer Zeitungen ein treues Bild von den Umtrieben einer gewissen Partei und der Wahrheitsliebe, die sie beliebt zu geben , an einem Beispiel der ganze Methodus der Korrespondenzen Mäntert werden, iiy prpp Dtyöwn?. ©H“. Michael Sachs hat ans die vielseitigsten ^luffordm.l.nMen, die an ihn ergangen, Vorlesungen über Kultur- und Liieratnrgeschichte der Inden angekündigt und gehalten; tt ist dabei von dem Grundsatz ausgegangeu, daßdieUAwlffenhelt, in der ein großer Theil der Juden über dir geistige Potenz ihrer -Altvordern besangen ist, die vtölllge Uukeuntniß alleA desjenigen, was sie als geistige Schätze besitzen und zu erkennen haben, zum großer Theile schuld ist an dem fischblütigen Judifsereutisnms »ich der einen und der zartfühlenden Rationalscham aus der andern Seite. Er hat in unfern Tagen, in denen Me Rationalitäten sich ihres eigenen Werthes und i.hrcr Leistungen für Welt- und Völkergeschichte bewußt werden wollen, dieselbe Stimmung bei einem großen Theile der Juden zu wecken und zu reizen versucht; in Vorllrstmgen, in denen man populärer und ungebundener zu denn Ohre der Hörer spricht ist das leichter, als m Büchem, die weniger gelesen werden; er hat dabei m der Thal nicht an eine Partei gedacht, die er durch diese'erkkeästiigen, nur sich schaarem, wappnen und gegen die Feinde sichren wollte; er hat gegen die Unwissenheit die Lanze erhoben und gegen Alte diejenigen, die eben MNoiissend bleiben wollen; er hat das Volk seine Ahnen achten gelehrt, und verletzte in sofern nur diejenigen, dir sich an die Verachtung jener schon gewöhnt hatten. Unsere Reformer freilich, die heiligen Männer, dir vor jedem Lustzug einer Polemik Zittern, nnd in jedem, der nicht ihr ist, einen vorhandenen Henker ihrerMeimmgm wittern, haben auch darin nur einen Mordversuch nach ihrer Existenz gesunde lt , und wie unsere modernen Inden überhaupt nie glücklicher sind, als wenn sie Mos, was geschieht, nur den Antrieben einer Partei zusckMben können- und Alles nnd Alle au irgend einen der beliebten Plätze schieben können, auch diese Vorlesungen als eine Geburt der orthodo.ren Partei betrachtet, die weil sie Sachs, der Repräsentant und Prädieant derselben ins Leben gebracht hat, beschimpft, verleumdet und mit den Giftpilzen des Egoismus und Eigennutzes behängt worden müssen. Das ist nun das Geschäst eines Artikels in der allgemeinen Zeitung des JndenthmnS vom 1. Januar. Dort wird, nachdem der Autor, oben die Gegensätze zwischen den Bestrebungen des Reuen nnd Alten hervorgehoben, sich natürlich für die Ersten entschiedelr hat, nnd ganz berauscht von den VoAesimMn des Dr. Stern die.mosaische Mosaik, mit der Sachs die Geister seiner Glaubensgenossen schmücken will, sattsam beschmuzt hat, (es ist dies aber alles nichts Neues, denn das haben die Leser schon zu oft gehört um es nicht zu wissen) wird endlich auf eine EiuzelnheiL eingegangem, die das ganze Wesen von Sachs hinlänglich chawMcsiwen soll. Es soll nämlich dieser die Rabbiuatskaudidaten, die eine Eintrittskarte zu den Vorlesungen veAlNDt hätten, solche mit den