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Der Orient · 1846-01-22 · Heft 4 (22.1.1846) · p. Seite 22

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 4 (22.1.1846)
Date
1846-01-22
Page
Seite 22 (sequence 3)
Language
German
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22 - geordneten Beitel ans MnMch wurden. Dankadressen durch Bevollmächtigte der Wmtem'berger mosttischen Glanschasttichen Vereinen Preise erhalten. Ein würtembergischer Küiistler errang den Preis in Berlin. Gymnasien und Universität, Kunstschulen und Bauhütten sind von bens überreicht..— Die jüdischen Einwohner des .Oberaurtsbezirks Neresheim mid der Lesevcrein zu Heilbronn dedieirten, die crsterm dem ALgoord. Holzinger,, letztere dem Prälaten.Hafner Ehren Pokale für ihre ständische Wirksarnkeit. — Die Negierung ist mit dem neuen GcsetzeScntwurf schon beschäftigt, derselbe steht bald 31c erwarten. — Das Gutachten des Kirchcmath Maier über das Sabbat-Arbeiten der Züchtlinge hat scharfe Kritik erfahren; doch hat derselbe m diesen Spalten der öffentlichen Meinung gegenüber sich zn rechtfertigen gesucht. — Bei bctt Staatsprüfungen sind zwei Juristen und ein Medieiner für befähigt erklärt worden; ob schon mm der Zulässigkeit der Jndeu zmn Staatsdienste kein Gesetz hinderlich im Wege steht, sv dursten, so lange Ne- : potismus und Minister -WiM'chr irr Würtemberg herrscht, Inden nicht in.öffentliche StaaSsämtcr treten. Bei dem öffentlichen Schlußverfahreu an den Gerichtshöfen haben. drei jüdische Rechtsanwälte plaidirl, unter.denen Rechtskonsulent Jordan von 'Stuttgart, Mitglied der Oberkirchenbehörde , besonders Epoche gemacht hat..— In Ulm hat sich eine neue Mische Gemeinde gebildet, die sich in dem RechtSkonstüünten Jakob Heß einen gesinnungstüchtigen, .thatkräftigen Vorsteher gewählt hat. In Hochberg rmd Pflanmloch 'ist ans Inden die Wahl zum Bürgermeisteramte gefallen.' und finb selbige auch ins Amt eingesetzt worden- ^— Religiöse Wirren giebt es hier zu Lande nicht. Die Oberkirchenbehörde weicht nicht von der richtigen Mitte der gemäßigten Reform ab, und wenn auch einige Anftufe von der Berliner jüdischdeutschen Partei-Kirche und faselhansige Zionswächtereicn sich zn uns verirrt haben, so s!>rd sie zu anderem literarischen Plunder ad gelegt worden. — EinigeProteste tionm gegen die Rabbimr-Vcrsanimlung u. eineAdresse an die 116, sindimEmbrymi verknippelt und unterblieben. Maier, G üldenstein und Löwen gar dt sind zur Rabbinerversammlnng abgegang.cn lr. haben an ihrTheil genommen, ohnedaßdie Gemmidcu ihre Gesinnungen theilen. Für jüdische Literatm ist ist diesem Jahre nichts geschehen. Maier ist in einer kleinen Broschüre gegen Frankel ausgetreten. Die Tagespresse beschäftigt sich viel mit jüdischen Zuständen; Li sonders der schwäbische Beobachter öffnet auch jüdischen Zeitfragen gerne seine Spalten. — Das jüdische Schulwesen läßt^wcnig zn tvüuschen übrig; nur sollte in dm Schullehrcrbildungs- Anstalten mehr für jüdische Wissenschaft geschehe!!. Auch der Gesangunterricht für die Synagoge liegt noch im Argen. Das Waisenhaus Wikhellmsp siege in Eßlingen nimmt immer mehr Zöglinge auf und gedeiht durch den nnermüdetm Eifer seines Vorstehers Dr. Dreifuß. — Die Juden Wärternbergs weudeu sich immer mehr dem Ackerbau und den Gewerben, .zu, und einige Haberl von den Bezirksämtern Belvlmngew und von den laudwirth- Judeu frcquentirt und machen ihren: Namen Ehre. Wir wollen znsehen was das nächste Jahr uns bringt: ,,die Zeit wird Gutes lehren!" SVUÄershenzseu, im Decbr. 1845. Wir sind in den Stand gesetzt, Ihnen, hochgeehrtester Herr Redakteur, ans unferm Kreise einige recht erfreuliche Mittheilungen zu machen. Unser bisheriger Prediger/Hr. Heidenheim, hat sich, nachdem er bereits seit 12 Jahren gedeihlich in unserer Gemeinde wirkt, durch unermüdliche Thätigkeit rmd in Folge eines strengen schriftlichen und mündlichen Examens die Würde und Berechtigung eines Rabbinen erworben und sind ihm darüber von einigen der bewährtesten rabbinischcn All toritäten recht ehrenvolle Zeugnisse ausgestellt worden. Die hiesige Gemeinde hat ihn daher einstimmig als ihren Rabbiner anerkannt, und nachdem die landesherrliche Bestätigung erfolgte, ward er unterm 12. v. M. von hiesiger Regierung vor deru tu pleno versammelten Kollegio im Beisein des löblichen Vorstandes, einiger der angesehensten Gemeindemitgliedcr und der gesammtcn Synagogcnbcamten, auf eine höchst feierliche Weise aus die ihm zugefertigte Dienst-Instruktion vereidigt und förmlich installirt. Letztere nnlßten alodann dem Rabbiner durch einen Handschlag Folgeteistung geloben. Der Herr Regierungspräsident hielt zuvor eine wahrhaft ergreifende Rede, worin er namentlich hervorhob, wie sich besonders in unserer aufgeregten Zeit der Geistliche die rechte Besonnenheit erhalten und erst sorgfältig prüfen müsse, bevor er das vielbewährte Alte mit dem ungeprobten Neuen vertauschen dürfe. — Am Sabbat darauf wurde diese Instruktion der gesammten Gemeinde in der Synagoge zur Nachachtung mitgctheilt; am 22* erfolgte die öffentliche Pnblikation tut hiesigen Regierung Sb lalle, und unternr 29. hielt er als Rabbiner seine Antrittsrede über Maleachi 2, 6. 7. und sprach von dem hohen Beruf deö Geistlichen. Die tiefe Einwirkung seiner Worte ließ sich nicht verkennen. — Wir legen die Dienst-Instruktion und die Formel der Vereidigung, wobei keinerlei Ceremoniell vorkam, . abschriftlich bei und bitten um deren Aufnahme, wozu sie wohl geeignet sein mögen. — Ist auch unser Geistlicher zunächst erst zum Rabbiner hiesiger Stadt ernannt worden, so wird doch, wie ihm in Aussicht gestellt, bei dem nächsten Zusammentritt der Stände auch seine Bestellung zum Landesrabbiner über die übrigen Israeliten des Fürstenthnmö und wahrscheinlich auch über die des benachbarten Fürstenthums Schwarzburg-Rudolstadt erfolgen. Da unser Rabbiner zugleich seit mehreren Jahren mit Segen in einer höhern Anstalt des Landes als ordentlicher Lehrer in den beiden obersten Klassen und als Ordinarius der.Sekunda wirkt, so wollte ihm der hoch-

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