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Der Orient · 1846-01-15 · 3 (15.1.1846) · p. Spalte 43-44

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
3 (15.1.1846)
Date
1846-01-15
Page
Spalte 43-44 (sequence 6)
Language
German
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A3 - Mudien. Familiennamen. Eine Redensart. „M". 4L Kommentar zur 1 Chronik 3, 6.); aber in den meistenFällen Haben die Kinder die Namen ihrer Vatersgeschwister. -Es scheint, als ob verwandschastliche Zärtlichkeit die Bruderpflicht: v>jin D&S> nyrb (5. B. M. 25, 6. 7.) im b nchstäblichen Sinne beobachtet hatte (wie es auch Ramban .wirklich nennt), obwohl die Ueberlieferung (Sifri M St. und Iebamot 24 a) sehr richtig die wörtliche Auffassung abweiset, was auch durch Ruth (4, 5. 10. 17.) recht gut zu erweisen ist. Aehnlicher Weise erklärt ja der Talmud selbst, .daß Bmjamin seine Söhne viN rc. zum Gedächtniß des verloren geglaubten Bruders benannt habe (S. Sota 36 d,) und ebenso deutet der Name DNPN/ später aramaisch (sVDNP PiN Vatersbruder) auf die volkstümliche Wurzel der erwähnten Sitte hin. Auch die nach b i b li sch e Zeit zeigt die Neigung für .Erhaltung der Familiennamen. Wir gedenken nur der Nachkommen Hillels, nach Raschi Sabbat 15 a (wonach Mai- M.uni in der Einleitung zuin Mischna-Tora zu berichtigen): S im o n, Gamliel, - Sim on, Gamliel, Simon, Iuda, .(d. Heilige); ebenso die Nachfolger dieses Letzteren, nach Napaports gründlicher Erörterung (K. Ch. i'V, S. 207): G a mljel, Juda, Hit lel, Gamliel, Jud a, Gamliel. Und nicht nur die eigentlichen Nachfolger dieses Hauses, wie .man in fälschlicher Hinterlegung einer politischen Rücksicht .vermuthe.n könnte; sondern auch die Epigonen trugen meist Familiennamen. So heißt der zweite Sohn des heiligen R, Inda: Simon (Ketudot 103 b, u. bt$U; R. Gamliel hatte zwei Söhne Jud a und H illel genannt (Pesachim 51 a); ein Tochtersohn dieses Hauses erhielt den Namen seines früh verblichenen Vaters (Moed Katan 25, d.) u. a. m. Hiezu vergleiche man noch, für die spätere Zeit, mehre Beispiele in .der oben erwähnten Zunz'schen Arbeit. Welchen hohen Werth man auf den Charakter des frühem Trägers eines, dem Kinde zu ertheilenden Namens legte, zeigt auch i* S5. der Talmud (Joma 38 b), der da sagt: DIPPND P'pDD n^n rpMpi nVn up-y» D'ytsn ym DIN ..DIP DIN Nip1 N^ pV'TD irpwn* wozu noch Sabbat (12 a) und Megilla (10.b) nachgesehen werden mögen. Wir erwähnen noch des befannten -pND NOiiO p^T (Joma 83 b) und öfters), und meinen, daß der würdige della Torre gerne stin:/ni NN ^DN zurücknehmen /wird. ■ Aum Schluffe möge noch bemerkt sein, daß die heurige jüdische Sitte nur nach Verstorbenen den Namen beilegt, während mchrjüdischerseics auch des lebende n Vaters oder Gevatters Name aus das Kind übertragen wird. Die frühere Zeit weiset aber auch im Judenthume Beispiele nach, wo Knaben nach lebenden Personen genannt wurden, so Natan Ha-Babli; (Chulin 47. b. u. m.), so Alexander (Seder Ha-Dorot Theil 1. S. 29 bezüglich Joma 69 a). Möglich wag Letzteres außer Kours gekommen sein, weil es. einer unjüdischen Quelle, (E. L. 1, 59.) entsprungen zu sein schien. III. Im Januar 1835 übergab uns Freund M. St. ein an uns gerichtetes Schreiben-des Hr. 1\ Johannes Zimmermann (vom ritterlich en Kreuzherrenorden und k. f. Universitätsbibliothekskriptors zu Prag), welches, unter andern Versicherungen des Wohlwollens folgenden Schluß enthielt: nyDJJ nt>iDn iinn nby'v ij> npvnny '^2 Wir hielten nun die letzte Phrase für etwas Ähnliches von: aä ea1enda8 ^raeeas, oder, sinnverwandter, das alte: quam mala p6p6»'6id, aber doch hätten wir gerne die genaue Herkunft der Redensart: doiree asituis per scalem ascendat von dem Schreiber jener Zeilen erfahren, allein dieser starb leider bald nachher an'der Cholera. Später überzeugten wir uns, daß die Phrase keine Übertragung, sondern aus später» jüdischen Schriften gezogen sei. Die Bibliothek zu Nürnberg enthält nach Eichhorn (Einleitung ins a. T. II. §. 363) ein Lora-Exemplar, mit dem (früher üblichen) Schlußgebet des Schreibens: -“0?Dri , -pinriii pinl :oh)dd tidpi nhy*>w th'yb n^ Dm *6 pm Ferner heißt es in den sogenannten Chamesch Schitot (Ran zu Chulin 62 a, siehe Dukes zur Keiuttnißrc. S. 139): ND.N) d'dddd nyp NaDn dVid-d mon nbjp'n.N rrum d. h. wohl d^DZID' (wie Sukka 28 a). Aber wo findet sich letzte Hagada? Vielleicht weiß einer der vielen Freunde des Orients hierüber Bescheid, wie Näheres.über die Redensart;? iv.: Das Literaturblatt Nr. 48 d. I. 1845 S. 763 bringt die Ansichten der Herren Dr. Zunz und Jellinek, daß das, den sefardischen Eigennamen vorgesetze ein abgekürztes sen (senhor) ober adon (nach Asulai) sei. Wenn man erwägt, daß Ein und derselbe Mann bald /--p, bald --ptf, endlich wieder - - f\ genannt wird, z. B. f], NPTy pN, N1?^ p, so dürfte angenommen werden, daß man das p, wenn es den Familiennamen anzeigte, von dem p,'das auf den wirklich en Vater sich bezog, dadurch unterschied, indem man Jenes entweder, nach dem Arabischen, v e r lä n g e r t'e' (pN), oder in 'j verkürzte, was dann ausgesprochen wurde. So wird der in den Gutachten-Raschba's (419) D^D!>IN genannte Bezierse, im Akeda (K. 28) genannt. Später haben kabbalistische. Gründe überhaupt eine Abkürzung des p bewirkt, so selbst der denk sch e Versa ser des r-.DrjND sich in 'j nennt. ■

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