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Der Orient · 1846-01-15 · 3 (15.1.1846) · p. Spalte 41-42

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
3 (15.1.1846)
Date
1846-01-15
Page
Spalte 41-42 (sequence 5)
Language
German
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41 Studien. Der Ausdruck 'Akeret ha Bajit. Familiennamen. 42 Literarische Analekten. Orientirungen von Levana. ' ' I. Hr. Dr. Wessely, in seinem gründlichen Aussatze über die jüdische Ehe, nennt die Hausfrau, als Säule des Hauses, worauf das Glück desselben beruhe, non rnpj?. Diese Bezeichnung ist auch dem kürzlich verstorbenen Nestor des Neo- Hebräismus, Salomon I. Kohen in Hamburg, iw einem seiner Briefe (Ketab Ioscher, Wien, 1821, Schmid, Bl. 1.3.5) entschlüpft. Kohen beeilte sich hierüber in den, damals von ihm redigirten Bikkure Ha-Ittim (1822, S. 172) nachstehende Berichtigung zu geben: nm nm nro nöDS (?) rwp) nnn rron mpi» n.i^n nN!P .-Dyn y'pn ron myön jpn1? *nwpav'r6Ntsf anb'n nybw rpnn n^nru nüdjh non mpy *o nwn1? nnpn )bm' bnb p , ny pon nwrp nuna rran »nn*nin mnöDH bn ''B2 (Kinderlose) nnpy-pi$6,.wi m *o m d'V ^Ip^l n^DH DD NY1 DD). Was der wackere Kohen aber dem Drucker hinterdrein zuschiebt, scheint seine Quelle in dem unwillkürlich entfahrenen Dy pDH zu verrathen. Der Sprachgebrauch im jüd. Volksleben hatte auch den Gelehrten verleitet, Akeret Ha-Bajit für Hausstütze zu gebrauchen; später aber auf die sprachliche Haltlosigkeit dieses Ausdruckes aufmerksam geworden, wurde dieser schonungslos dem gemeinen Pöbel überliefert. Das bekannte or&" mn rc. sollte uns bei Beurteilung jüdischer Rede und Uebungsweism einige Bedeutsamkeit anempfehlen. Die eben nicht einjährige Erfahrung des Schreibers d. Z. in diesem Punkte, hat ihn belehrt, daß der jahrelang verschriene Gebrauch demnach kein Mißbrauch, die vielfach als verdorben berüchtigte Redensart nicht als Unart zu betrachten sei, sondern meist eine gute geschichtliche oder sprachliche Unterlage habe. So ist unser Akeret Ha-Bajit in der erstgenannten Bedeutung kein „Pöbelwort", wie es der verewigte Sänger hart genug gescholten, sondern als stehender Redegebrauch rn Midrasch und Raschi zu finden. So z. B. heißt es in des Letzter» Kommentar zur Genesis (31, 4) bezüglich der Rachel: nriVT 2s"W djj npyi an» , mnn mpy, und wieder daselbst (49, 9) rUTH P , Dp)?’ HEl'N "|DNJ ^'.^031 N'3 bttt mp1)?. Demselben Ausdrucke begegnen wir in Bereschit - Rabba öfters (K. 71, 72, 73), so auch in Ruth- Rabba (K. 7), wo NM Mpy, abwechselnd mit b\U Dp^y rvo, als Benennung der „Haussäule" gebraucht, und sogar auf die fruchtbare Lea (B. R. 72) angewendet wird. Man hat also offenbar, um die thärige und vielbeschäftigte Hausfrau zu bezeichnen, zuerst rro bw np% und dann, in der bekannten Vorliebe zum biblischen Ausdrucke ryon n*lpj; gebraucht. Die sonstige Aengstlichkeit in der Anwendung solcher Worte, die ein Böses involviren, mag hier etwas weniger beachtet worden sein; vielleicht weil das irreguläre rnj?y nicht sogleich auf das böse Wort hindeutet, oder weil diesem, nur Einmal in der Bibel (Ps. 113, 9) vorkommenden Worte, das heilverkündende rinDty D^DH DN auf dem Fuße folget. Schließlich glauben wir noch bemerken zu müssen, daß, obwohl sämmtliche Exegeten und Hagadllsten Akeret ha-Bajit (in den Psalmen), im üblichen Sinne „einer Unfruchtbaren" nehmen, dennoch in einer Talmud-Stelle, nach einer andern Seite hin, unser rnpy -fiiit ibentificirt wird (Pesachim 118 d). ii. Herr Professor della Torre in Kerem Chemed (IV. S. 127) ereifert sich gegen die weitverbreitete Sitte der Juden, ihren Kindern die Namen der Vorfahren beizulegen, in folgender, etwas lebhafter Weise: priD HD! HD1? nyn onhip) onwjy W nw omnb usnp nm ipnn'N npD ■»nyr uh nd rrnpn mn jniM pnn^ , wprh nwnjn? Drpnns4 niDN didbo nw tyonb Nnpb pb!nn mp) bin m? mn by Dmot# myn m rninal? ip^mn nm rwD mpDö niyzwn nwo nrran mpn nn« robb nnwn nmvn p D\rnru\n nnra Dyn m D'ytnyn nwyDl bann* Auch Hr. Dr. Z u n z in seiner trefflichen Monographie (Namen der Juden S. 36. 45) versetzt die Begründung dieser Sitte erst in -die spatere Zeit. Allein der Ursprung derselben verliert sich bis in die Zeit der heiligen Bücher hinauf. Das Buch der Chronik ist es besonders, welches in recht vielen Beispielen nachweiset, daß sich die Namen in den Familien vererbten. Chur hat einen Sohn der, wie des Ersteren Vater, Kaleb heißt (1. Chron. 2, 19. 50); Jerachmeel nennt seinen Sohn gleichfalls, wie seinen Bruder Ram, (das. 2,9.25.) Haran seinen Sohn gleichfalls , wie seinen Bruder, G a s e s; (das. 2, 46.) Muschi hat ebenso Sohn und Bruder gleichen Namens (Ibid. 6, 32. 23, 23. 27, 28. 30.); ein Enkel Binjamins trägt den Namen seines Gro ß v a ters (das. 7, 10.), JojakimsjSoh n beißt wie der Vatersbruder (das. 3, 16. 17.); die Nachkommen Pincha's zählen drei Asarin,!zwei Achrtub und zwei Zadok (das. Ende 5.) Auch bei weiblichen Namen bietet sich die ähnliche Erscheinung dar, z. B. die Tochter Absaloms hat den Namen ihrer blutig gerächten V a t e r ss ch w e st er T am ar (2. B. Sam. 14, 27.); die berüchtigte Königin-Mutter M a a ch a, Tochter (wohl Enkelin) Absaloms, heißt wie Absalom's Mutter (1. B, Könige 15, 10. Vergl. 2. B. Sam. 3, 3. u. a. m.). Sollte dies Alles nur zufällig, und nicht vielmehr aus der Pietät hervorgegangen sein, mit den Namen dahingeschiedener Verwandten deren Andenken hinicden zu erhalten? Betrachten wir die angeführten Beispiele etwas genauer, so finden wir zwar auch die Benennung nach Großeltern und Geschwistern. (Ueder Letzteres siehe den sogenannten Raschi-

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