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Der Orient · 1846-01-15 · Heft 3 (15.1.1846) · p. Seite 17

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 3 (15.1.1846)
Date
1846-01-15
Page
Seite 17 (sequence 9)
Language
German
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17 zawet 19 5 Nedr 0 ma 250 5 Schellala 200. — Man hat wohl schon früher von Reisenden gehört, und sie haben es auch tu ihren Reisebeschreiüungen Publicirt, daß eK auch Nomaden-Judcn gicbt, welche in der Mitte der arabischen Stämme, der Kabilcn leben, dieselbe Kleidung tragen, dieselben Sitten und Gewohnheiten haben, und blos durch die Besonderheit der Reli-! gion sich unterscheiden, aber bis setzt hat man unter manchen Stämmen die Inden nicht gekannt, die das Feldlager der Araber theilten; durch Hrn. C. haben wir auch darüber Näheres erfahren. (F. f.) Die Gla«ber»shelden. Von 'St. Schmied!. *) BtXziov iözi, dptfaxscv cciroil-, q &icc fiiov zqs[ieiv. Kein jüdisch Volk sei mehr vorhanden, In meinem Reich tilg ich es aus; Kein Jude bleib in meinen Landen l So hat beschlossen Nikolaus. Und dieses Ziel um zu erringen Kennt nichts mehr Heiliges er an, Die große Aufgab' muß gelingen, Wie sie der Kaiser sich ersann. > Ob edle Milde herrscht in Preußen, In Frankreich- England, Oesterreich — j Der große Herrscher aller Reussen! Fragt nichts darnach in feinem Reich. Und trotz Supplik, Gesuch und Bitte, Läßt er ergeh'n in seinem Staat, Verletzend Menschenrecht und Sitte, j Ein furchtbar schreckliches Mandat: „Schismat'scher Grieche mußt du werden Sonst ist dein Lebensglück zerstört; Ich gönn' kein Plätzchen dem auf Erden, Deß Himmel mir nicht angehört. Nicht nützt Genie und Gelstesgaben- Nicht Fleiß, nicht Klugheit und nicht List; Du wirst von herber Noth begraben, So lange daß du Jude bist. In meinem Reich herrsch' nur Ein Glaube, Und wer nicht schwört zum Griechenthum, Dem Jammer werde er zum Raube, Und bleicher Hunger bring ihn um".. Jüngst als der Czar im Schiff gefahren, Und zwei Matrosen er bemerkt, Die muthvoll, schön und jung an Jahren, Das Ruder rasch, geschickt gelenkt, Da lasset er sie vor sich führen Und gnädig spricht er, liebereich: Seht, ich ernenn' zu Offizieren, In diesem meinem Schiffe euch! Nicht ferne von des Kaisers Rücken Der Admiral des Schiffes steht, Der schauet mit erfreuten Blicken Auf die huldvolle Majestät. Und spricht: „Mein Czar, mit innigen Freuden Hab ich Dein edles Wort gehört, Du findest huldreich jene Beiden Des Avancirens nicht unwerth. Wohl ziemt's dem Herrscher aus dem Throne Erhaben über Wahn zu steh'n; Ja, dem Verdienste seine Krone, Ohn' aus die Konfession zu seh'n! Denn sich', ob Jene Kirche heißen Ob Synagog' ihr Gotteshaus Im Herzen sind sie wackre Neusten Mit Gut und Blut für Nikolaus!" Doch er beim Zorne eures Czaren, Spricht er zu ihnen ungestüm Laßt euren jüd'schen Glauben fahren, Sonst fühlet eures Kaisers Grimm l Man lasse einen Popen rufen Der weihe sie zu Griechen ein. An nächster Kirch' Altares Stufen; Vollendet muß die Taufe sein! Und die Matrosen steh'n verzaget Und schau'n einander schweigend an; Doch dieser Blick, beredt, er saget Mehr als der Mund je sagen kann. Nach kurzem Austausch dieser Blicke Und der beredten Augensprach', Da kehrt ihr voller Muth zurücke Und wird im Herzen wieder wach. Und ehrfurchtsvoll, sich tief verbeugend, Spricht Einer so den Kaiser an: „Mein Czar!. in voller Huld Dich zeigend Hast Großes Du an uns gethan. ' Doch eine Prob' noch laß uns weisen Von unsrer Unerschrockenheit; Dann mögst Du Deine Diener preisen, Die Dir ihr Leben ganz geweiht. Sieh' da das Meer in wildem Toben, Mit seines Rachens grausem Schlund, Die Wetten hoch wie Thürm' erhoben, Und unermeßlich tief sein Grund. Ln diese schrecklich finstre Wogen, Nun tauchen beide wir hinab, Und einen Stein heraufgezogen, Dir bringen wir aus Meeres Grab. Kaum hat der Czar gewährt die Bitte, Die er gar schön und muthvoll fand, Da gingen mit behendem Tritte Sie hin an des Verdeckes Rand. ') Brieflich mitgetheilt.

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