Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1846)
- Date
- 1846-01-08
- Page
- Seite 11 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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worden, nur weil hier die Holzschnitte sehr viel Zeit und Geld kosten.,- geht cs langsamer vorwärts. Auch die nothwendigsten astronomischen und chronologischen Bemerkungen werden nicht fehlen/ nnd es geschieht mit : Nachdruck und Ueberzcngung, wenn ich alle Leser dieser Zeilen auffordere durch ihre Unterschrift wirksam zu sein für ein großes Unternehmen eines alten, berühinten Mannest In Astrol:omie und mathematischer Würde ist-er unser Koryphäe alter Zeit-; für ihn einige Thaler zu zahlen darf Keiner anstehen; zahlt man doch für manchen Pygmäen unserer Tage weit mehr; lvenigstens die äußere Auöstattllng schoil wird ein sehr günstiges Zcugmß für sich abtegen, und die großen Männer astronomischer Wissenschaft5 die schon unterzeichnet nnd das Werk empfohlen haben, mögen sehr vielen auch weniger Knndi- .gcu bic Bürgschaft sein. Leider müssen die jüdischen Autoren ohne Mäceuate arbeite::, wohlan die gesammte jüdische Nation, sei ihr Mäecn; dann wird die jüdische Wissenschaft wie einst die deutsche Poesie ohne Fürstengunst und Gold blühen. Weil hier grade von Sternkunde die Rede war, sage ich Ihnen auch etwas von un fers Stern's Vorlesungen. .Er und feine andern heidnischen Anbeter sind, wenn auch ihre Zahl schon etwas gelichtet ist, noch immer begeistert. Daß diese Begeisterung aber für beide schon eine Art Pflicht zu lverdcn anfängt ist traurig; die Konsequenz ist bei dergleichen. Dingen ein sehr ennuyantes Verhättniß. An hat er ferne Zuhörer mit der Nichtoortesttng beschenkt / er nnd sie wollten der: alten Min Hag nicht zn lernen nicht brechen, nlld haben lieber gefeiert — daS schöne Lichtfest ihrer Mancipanten. Daß der Stern, der iu Midrasch Kohetet, der Orion, der Nimrod anch^im Armenischen analoge Deutung hat, ist Ihnen eine interessante Notiz. Dort stellt der Stern des Nimrod Haikh den Orion dar. •— Zuletztnoch über das Wesen der andern Vorträge, die von Sachs gehalten worden. Ueber Midrasch nnd Talmud hat er sich vorbereitet. Er spricht ganz frei ans der Fülle seines Wiste ns nnd seiner Anschauungen; die Zahl der Zuhörer ist groß, was um so ancrkennenswerther ist,, je mehr viele ganz außerhalb der nothwcirdigcn Voranssatznngcn für solche Vorträge stehn. Es ist viel mehr darüber zn sagen, als ich hier Raum habe. Bei solchen Stoffen ist die Wahl die schwerste und zn Horen das Beste. Makar. Oesterreich. Aus dem hradisehen Kreise, 26. Dec- 1845. Wir erwarten es von Ihrem wahrhaft unparteiischen Blatte-, daß Sie nachfolgenden Zeilen die Aufnahme nicht versagen werden. Es handelt steh darum, die Ehre einer nicht unbedeutenden Gemeinde und ihres religiösen Oberhauptes gegen die Entstellungen eines Berichterstatters in der a. Z. d. I. in Schutz zn nehmen. Wiewohl sich nun der Charakter und die Befähigung des erwähnter:, ans seinem ganzen literarischen und pnbli-> eisti scheu Treiben seit Anfang dieses Jahres genügend zn erkennen geben, so glauben wir es doch der öffentlichen Meinung schuldig zn sein, den in Rede stehenden Gegenstand streng akten- und wahrheitömäßig darzustellen.*) Ans dem hradstchen Kreise. Ueber die Besetzung des Rabbineramtes zu Gaya geben wir hiemit nach den uns vorliegender: Original akten und authentischen Daten einen einfachen Bericht der Thatsacheu/ Laut Gemeinde-Protokolles vom 24. Januar 1839 schloß der Vorstand Gaya's, in Folge eines eingetrctenen Geistesleidens des greisen Rabbiners s. A., mit dem Schwiegersöhne dieses Letztem, Hm. K., den schriftlichen Vortrags daß (Art. I.) Hr. K. den Rabbiner für die Dauer seiner Krankheit zu substitniren, dafür (Art. II.) mit dem Rabbiner Gehalt und Aeeidenzim gemeinsam zn genießen; aber (Art. III.) keineswegs aus Grund dieses Provisoriums, aufdie einst w icderzubeschende Rabbinerstelle Anspruch zu machen habe. .Nach urehrjä'hrigcu; Leiden verschied der alte Rabbiner am jüdischen Neujahre .»'V'n, womit das Rabbiinat vertragsmäßig erledigt war. Am 15. Dezember 1845 schrieb der Vorsteher der Gemeinde in der Provineialzeitnng den gesetzlichen Konkurs für das erledigte Rabbinat aus, und eS traten mehre (die Meisten ehrenvoll ansgefordert) durch Fähigkeit wie durch Charakter gleich geachtete Mänuer, in die Reihe der Bewerber, während der Substitut fortwährend im Dienste blieb. Was aber besonders die Bewerbung des g e g e u w ä r t i g e n Ra bbi -! i:erS Hrn. Weiße betrifft, so erließ der Vorstand am 27. Jauuar 1845 durch die Post ein erstes, am 2. Februar durch eine eigens gesandte Deputat! o n ein zw e i tc s, und endlich an: 6. F ebru ar ein drittes, dieses aber nicht dlos von fünf Verstau d Sgli e d ern , sondern von vierzig Kon trib uen t cu geserligtcS B ern fun g sschrei b cm an Hm. W., : mit dem Beisätze, daß der bisherige Substitut, wie cs; die Unterschnften beweisen, aus Erlangung der besagten Stelle durchaus keine Aussicht habe. Hr. 28., dessen Antworten bis zur Ankunft der dritten Vocatiou mit ausdrücklicher Beziehung ans den Substituten absch l äg i g iantetell (untern: 30. I a n u a r und 3. F c - brnar 1845), glaubte es nun sich und seiner Familie ') Dieser Bericht, welcher einem böswillige:: Correspondenten gegenüber, aus den Akten gemacht wurde, ist aus verläßlicher und authentischer Quelle, und wenn auch die Namen nicht hier veröffentlicht sind, so wird doch hoffentlich stner Correspondent nicht so kühn sein., diesen Bericht als von einem Partei-Individuum fabricirt zu betrachten, da er sich bei der Red. eines Andern belehren kann. Red.