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Der Orient · 1846-01-08 · Heft 2 (8.1.1846) · p. Seite 12

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 2 (8.1.1846)
Date
1846-01-08
Page
Seite 12 (sequence 7)
Language
German
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- 12 zu sein, den Rath einer rabbinischen Autorität einhole:: zn' müssen, was unter den gegenwärtigen Umständen zu thun sei? — Er legte dem benachbarten Rabbiner zu Leipnik, -unter dem. Namen Rabbi Salomo Ouets rühmlichst bekannt, den ganzen Sachbestand zur definitiven Benrtheilnng vor, und dieser, obwohl ein bekannter Gönner und Verteidiger des mehrerwähnten Substituten, erklärte Hrn. W. am 11. Februar, daß dieser „zur Annahme des Rufes o ü l l k o m m e it b e r e ch t i g t sei." Trotz dicser un bedingten Autorisation, schrieb Hr. W. an den Vorstand fl.2. Februar), daß er zwar, nach getroffener Rücksprache mit dem Leipniker Hrn. Rabbiner, das ihn: gemachte Anerbieten anzunehuren geneigt fei, doch müsse früher dem bisherigen Substituten, der einer ungewissen Zukunft entgegcngehe, eine angemessene S ch a d l oShalt u n g zngesichcrt werden, von welchem Schritte er auch den Substituten, unter offenerDarlcgung der Beweggründe, unter Eiium in Kenntniß fetzte. Am 18. Februar traten in Gaya mehre unparteiische Rabbiner aus jenen Gemeinden zusammen, die Gaya am nächsten liegen (S t r a ß n i tz, Ostr au und Bisenz), und untersuchten an Ort und Stelle den Stand der .Dinge. Die.Folge davon war, daß am. 20. Febrnad int Nan:en dieser H.H. Rabbiner, d es S ubstitn tenund der gefammten G em e i n d e 31t Gaya a n H r n. W. die' E r ö ffn u n g. abging, dieser m ö g e da s R a b b i u a t 0 h n e A n - stand', annehmen, habe jedoch auf den Wunsch der H. H. Rabbiner die beantragte Schadloshaltung des Substituten in der von. ihnen bemessenen Weise ans sich zu nehmen. Das betreffende Schreiben ward am 20. Februar v 0 n z w e r V 0 r st ands gliedern in Begleitung der H. H. Rabbiner aus Straß n i tz und D strau an Hrn. W. persönl ich übergeben. (Die Zusammenkunft war in Pifek). Hr. W., v 0 r z ü g l i ch denn srennd(ichen Z ureden der ehrw. Herren nachgebcnd, .schloß sich der Uebereinknnft schriftlich an, der Substitut trat in einer Eingabe vom 5. Marz freiw i llig a n s der' Zahl der Be w erb er, n nd sp rach a uch später in einem hebräischen, an Hrn. 2V. gerichteten Schreiben feine volle Zufriedenheit ans. Die Wahl ging am 6. März im Rath hause der königlichen Stadt Gaya unter Vorsitz des Hrn. AmtSbürgcrrneisters vor sich, und fiel einstiiumig auf Hrn. Weiße, der sein Amt nach erfolgter Bestätigung des k. k. Kreisamtes .. zu Hradisch im Mai d. I. an trat, nachdem der Substitut bis einige Tage vorher den Dienst versehen, und ihn dann in Ehren verlassen hatte. Wie übrigens-diese Angelegenheit' in Mähren benrtheitt lvird, mögen die Worte , zweier Männer beweisen, die unstreitig iir der vordersten Reihe unserer Rabbiner stehen/ Hr. Rabls. zu Leipnik schreibt an Hrm W. unterm 25. we-Adar d. I. pn,o-*njrT> .DJnnjrr' t>ipp nnn n-p* pT.wnöJD o yir nnro jnpn ri'v^n •»nsjinhN /ai ndd djh n^pi .oncm p-ia DityV Hr. Rabb. Fasset aus Proßnitz beglückwünscht Hrn. W. unter Anderem mit folgenden Zeilen (v. 17. April). „Ich gratulire Ihnen, theuerer. Freund! von ganzem „Herzen zu Ihrer Anstellung, gratulire aber noch mehr „Ihrer Gemeinde, besonders der dortigen Jugend, der „Sie .ein Führer und Leiter sein, und einen Samen „in ihr jugendliches Herz werfen werden, der gewiß „segensreiche Früchte bringen wird." Genehmigen Ew. Wohlgcboren den Ausdruck'unserer Hochachtung, womit wir die Ehre haben zu zeichnen u. f. w. — S ch w e i z. St. Gallen, 18. Dez. Irr einer der jüngsten Sitzungen des großen Raths hatte dieser sich mit Erledigung der vor einiger Zeit von Seiten mehrerer hiesigen Handelsleute cingereichten Petition zu befassen, worin der unzeitgemäße Antrag gestellt war, die Abgaben der sich dahier aufhattenden Juden, sofern sie Verkäufer sind, zu erhöhen und solchen überhaupt den Aufenthalt dahier noch ans sonstige Weise zu erschweren — dagegen aber natürlich die zmn Behuf des Einkaufs hier anwesenden Israeliten mit den vorgeschlagenen Maßregeln zu Vers ch 0 n en, indem solche zur Belebung un-. seres Handels und zur Erhöhung des Wohlstandes an unserm Fabrikplatze sehr wesentlich beitragen. Bei der Verhandlung über die Bittschrift sprachen die Advoeaten Dr. Erpf, Breüni, Grn ber und 2Vider zu Gunsten der Inden, wobei sie besonders geltend machten, wie die .Unterscheidung zwischen Käufern" und Verkäufern eine durchaus unpraktische sei, indem beide Eigenschaften sehr haust'g in Einer Person vereinigt seien und beim Tausthhandet sogar ineinander flössen. Zögen übrigens die Fabrikantei: und Grossisten vorzugsweise von den Einkäufern Vortheil, so. gewinne das Publikum im Allgemeinen mehr durch die aus der Vermehrung der' Verkäufer entstehende Konkurrenz, welche es Einzelnen unmöglich mache, die Preise willkürlich festzuschen. Nach Beendigung der Debatte wurde der Beschluß gefaßt, den Antrag der Bittsteller zurückzuweisen und für die Zukunft selbst .auf die Herabsetzung der von den Israeliten bisher erhobenen Patentsteuer Bedacht zu nehmen. (Fr.O.-P.-A.-Z.) Verlag von C. L. Fritz sehe. Druck von I.. H. Nag e l.

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