Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1846)
- Date
- 1846-01-08
- Page
- Seite 10 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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10 zwanziger Jahre) den einflußreichen Platze den er jetzt einmmmt; als Rcdmr hat er sich schon seit der kurzen Zeit seiner- Wirksanckeit bewährt; wenn ihm das Journal deS Debats eine dentschc Berühmtheit beilegt^ so ist das zu viel gesagt; wir wollen eS aber als gutes Omen hinnehmen. Dr.Mepe/hat nvenigsteils Taleittemlnd die Jugend/hoffentlich -auch die' Energie, um jene Weissagnng.sin.C'rsnMnng zu. bringen. (D.2l.Z.) Leipzig, L Jan.- So eben ist von Hamburg ans ein Vorläufiges Programm.zu einem neuen Wochcnblattc verschickt,^ das den Titel haben sott: ,,Der Jude in Deutschlands Gegenwart. Ein Wochenblatt für alle nichtreligiosm Angelegenheiten der Juden im deutschen Vaterlande". Der Herausgeber ist der den Lesern deS Orients bekannte Hr. Eduard Cohn -in Hamburg, der dmch seine Bethätignng bei so vielen Journalen seit so vielen Jahren, durch sein bekanntes publicistisches Talmi sich als zn ctttcr solchen.Redaktion längst befähigt gezeigt, und wir wünschen dem Unternehmen ein recht gutes Gedeihen. Um von der Tendenz dieses Blattes einen Begriff zu haben und um zugleich die Ueberzrugung zu geben, daß es mit keinem der vorhandenen Blätter kotlidirt, erlaube man dem Referenten hier eine Stelle aus dem Programme mitzutheilen: „Unser Unternehmen will zunächst nicht dasJndenthnnr, sondern die Inden repräsentiren. Eö wird daher nicht, wie cs die bereits seit längerer oder kürzerer Zeit bestehenden deutsche»: Zeitschriften für die Interessen der jüdischen Religio»»» und. ihrer Bekenner ohne Ausnahme thun, die religiösen, rituellen / .kirchlichen und dogmatischen Zustände der Inden allein oder auch nur vorzugsweise besprechen »md sich an eine bestimmte, gegliederte Partei, an eine einzcl»re Sekte imtcx den Juden wenden, sonder»», vielmehr die allen Juden gemeinschaftlichen Bedürft» isst und Bestrebungen ohne Berücksichtiguirg ihrer inneren dogmatischen Spaltungen und ihres Verhältnisses zu Gott und zur Offenbarung, ..zu Gesetz und Tradition, zürn Leben und zur Lehre innerhalb der Konfession, mit einem Worte ohne einseitige Bezugnahme auf die Fraktioucu und gottesdienstlichen (sei eS liturgischen oder homiletischen) Teudcuzeu zur Sprache bringen. Während es so einen großen Kreis von Gegenständen der Erör- ‘ terung von vorn herein aussondert,' »vitl es eine»» Standpunkt wählen, der sowohl eine allgemeinere als auch nach einer andem Seite hin eine speeiellere Umschau gestattet., Es wird sich nämlich an die Vorurtheilofreien aller Konfessionm , an die echten Vaterlandssreunde, an. die wahrhaft liberalen Vcrtheidiger der praktischen Uebnug vollständiger Gewissensfreiheit, an die Kämpfer fürRecht und Licht m allen Gauen Deutschlands we»»den. Es wird für die Inden nicht blos zu Juden, sondern zu Deutschen, zu Widern desselben Vaterlandes und derselben Muttererde, zu Volks- und Heimathsgeuosstn reden. So wird es zugleich eine Mission nach Ansfen, dem Staate und. der Gesellschaft, und eine nach Innen, ton jüdischen Gemeinden und Individuen gegenüber, zn erfüllen trachten. Sein Zweck wird sich also folgendermaaßen defimren lassen. .Es will die sociale und politische Anerkennung.und die bLirgerliche..Gleichstellung der Juden in Deutschland bei der. Staatsgewalt) bei beit gcsttzgebenden VerstmlnRngen, bei» der Gestllsthast und der'öffentlichen.. Memnstg bevoüvorkm und allerem vaterlandsliebenden Juden noch eutg.egmstehenden Vornrtheite,/Schranken und Hindernisse zu beseitigen trachten; -es »vilt aber auch, daß von/jndisth.er Seite Alles,... was nicht Sache des religiösen Glaubens und des individuelle»» Gewissens ist, also jede wMiwttch errichtete und eigensinnig anfrcchtcrhaltenc Scheitownind gestürzt und eine Assimilation in der äußeren Erscheinung/ Sprache, Sitte :e. angebahnt werde, . und dentnach seinerstits die Inden zur Aussöhnung »»nd 'Verschmelzung mit ihrer Umgebung, zur patriotischen Wirksamkeit für das' Gemeinwohl »md zur freien E»»t»vickelung ihrer komminualen Angelegenheiten anspornen. Es »vitl also den Indien in Deutschland alles nichtdeutsche Gepräge zn rauben und alle Nichtjuden zur liebevollen Ausnahme der bisher Znrückgesetzten" in ihre.Kreist , zur Anerkennung ihre»»' Ebenbürtigkeit^ zu .bewegen, und auch sein. Schcrflein zum Gesammtfortschritt der Humanität belzntragen sticheln Da das Erscheinen dieses 2öo,chmblatteS noch vo»r manchen äußern Bedingungen abhmiigt, so werde ich später über den Verfolg berichte»». Berlin, 1. Jan. Im Jutrresst der Wissenschaft gebe, ich Ihnen diese Nachricht. Sch lag m sie an alle Kirchenthüren den Ruf, die Lento solle» ihren Beutel öffne»»; ,,öffnet die Thore eurer Schätze, dem» cs kommt der Herr des Jesod Olam." - Bon diesem Werke, von dessen Verfasser R. Jizchak Jsraeti in Ro. 28. Litrbl. die Rede war/ si»»d n»m scho»» 5 Bo ge»»» gedruckt; schon auf weißem Papier und vor Allem korrekt. I»» der That hat selten ein neu aufgelegtes hebräisches Buch ein so modernes Kleid bekommen, das ihm so gut steht. Holzschnitte begleiten dasselbe. Der Herausgeber ist bekanntlich Herr Bert Goldberg; da aber von all' den goldnen Bergen, die der Vers, sich von der Edition eines so gepriesenen und berühmten Werkes versprochen hat, noch kein Körnchen ihm zn The.il geworden ist, hat er das aufopfernde Anerbieten eines LaudSmannes, des Herrn Levin Rosenkranz angenommen, wodurch dieser ihm seine ganze Baarschaft, was freilich aniich noch keine 50 Thlr. sind, und seine»» Leib n»»d Geist zn Gebot gestellt hat. Von dem Gelde hat nun der Druck erhalten werden müssen; in Person aber wird Herr Rosenkranz, n»n Snbstriptionen bei allen GlaubensAmofsen an- und aufzunehmen, Reisen machen; den herrlichen Text, den unser Kohetet, 'der Dr. Michael Sachs in seiner Sabbat- Channka-Predigt zu Grunde legte, hat er als Motto und Wappen aus seinen Reistwagrn anbringen lassen: ’OJtt TlfcrnN ich suche meinte Brüder, um ihn und die Wissenschaft und den Druck und das ganze Unternehmen zu befördern und zu nirterstützm. Der 2. Abschnitt des Werkes wird zuerst erscheinen, weil er der merklvürdigste »licht nm, sondern auch der von dem alten Texte des gedruckten Exemplars abweicherldste ist. Auch der erste jedoch ist schon begonnen