Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 1 (1.1.1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Studien. Die kleine Genesis. Epiphanius. Hieronymus. 8 Schreibart reni' von der Hand des T^p, und riecht von seinen Abschreibern hcrriihrt, die dabei ans ]BW Rücksicht genommen« Besitzt etwa N. ein Autograph Kalir's? — (Fortsetzung folgt.) Die kleine Genesis. ri'tWD Ich glaube nicht zu irren, wenn ich behaupte, daß den meisten meiner Leser, und zwar keineswegs blos den ungelehrten, die'Überschrift dieses Aufsatzes, der Titel des hier zu besprechenden Buches, gänzlich unbekannt sein wird. Gleichwohl ist dasselbe gewiß nicht uninteressant, es ist um Jahrhunderte älter, als viele andere' Erzeugnisse der indischen Literatur, deren Ursprung und Beschaffenheit man mit dem größten Aufwands von Zeit und Scharfsinn nachsorscht, und nur die Art der Quellen, in denen die Citate und Fragmente aus demselben aufbewahrt sind, macht es erklärlich, wie .es bis jetzt der Aufmerksamkeit unserer Literaturhistoriker so ganz hat entgehen können. Zur Steuer der Wahrheit gestehe ich nun gern ein, daß ich die Wiederentdeckung — so darf ich wahrscheinlich sagen — dieses Buches auch um einem Zufall verdanke, und indem ich sie hier mittheite, überlasse ich denjenigen, welche mehr als ich literarhistorische Studien zu ihrem Fache gewählt haben, dieselbe weiter zu verfolgen. Der Titel des in Rede stehenden Buches wird verschieden angegeben, doch ist ,,kleine Genesis" jedenffAls der Haupttitel, der denn bald, und zwar gewöhnlich, Xznxri ysvsGig oder xd XsTtxrj xfjg yevsGEag, bald ÄstcxoysvsGig, bald iiixQoysvEöig lautet s außer diesen: aber stnden wir ’lcößrjXeud, ßlog ’Addp und aTtomdXvipig Mcovöeioc. Die Belege zu diesen Namen, sowie eine Besprechung derselben wird weiter unten folgen; zuerst gebe ich hier eine Sammlung der Fragmente *), die ich 1) Eigentliche Fragmente, d. h. wörtliche Anführungen haben wir freilich wohl nicht, sondern nur Inhaltsangaben. Was das Sammeln dieser Citate betrifft, so hätte ich mir dabei viele Mühe ersparen können, wenn mir Fabrieins Codex pseadepigraphus V. T. früher beigefallen und — zur Hand gewesen wäre, da ich mit Hülfe desselben leicht zum Ziele hätte gelangen können. Eine angestellte Vergleichung zeigte mir, daß ich noch einige Stellen mehr ausgefunden hatte als Fabr.; wogegen mir die sud no. V, gegebene Stelle entgangen war. Wenn wir nun nicht beide noch etwas übersehen haben, so wäre die Fragmenten-Sammlung vollständig. Ich ordne sie nach den Autoren, bei denen sie aufbewahrt sind, und diese nach der Zeitfolge, doch soll Zusammengehöriges deshalb nicht ungebührlich getrennt werden. — Außer übersetzen und mit Anmerkungen begleiten werde, welche hauptsächlich eine Vergleichung mit unfern Midraschim1 2) allstreben sollen. I. Der älteste Schriftsteller, bei welchem sich ein Fragment der kleinen Genesis findet ist der Kirchenvater Epiphanius. .('cm>350') Haeresis 39 cap. 6: 6e sv xoTg ’lcoßvjXctioig EVQiGKExca, xrrj kqu XsTtxoysvs- 6Ei xalovftEvri, mal xd ovopaxu xoov yvveumoov xov xs KaCv mal xov 2Y}$ rj ßißXog 7t£Qis%si. —• — ol'xs xov xov (xov 'Add^) vlol Gvvficp'd'rjGav 6 pev Ka'Cv xrj ädsXcpfj xrj {,isi£ovs 2avrj, ovxco KaXovfisvrj, 6 8s Sri’d', xgixog vtdg $isxd xov ”AßsX ysvviföElg, xrj Xsyo^Evy ~ avxov dösX(pfj 3Af£ovga. FsyovaGi xm 3A8a^ mal aXXoi viol, cog rj XsTtxrj ysvsGiG tveqie- %£iy svvsa [lExa xovg xgsig xcviovg 9 cog slvui avxm 8vo [iev &vyaxsQcig, aggsvag ös dsmadvo m. x. A. ,, Wie es in dm ,,Jobeläen" zu stnden ist', welches Buch auch ,,kleine Genesis" heißt und die Namen der Frauen Kain's und Seth's enthält"-. ,,Von seinen (2(dam's) Söhnen aber heirathete Kain die ältere Schwester Saue, und Seth, der dritte, nach Abel Geborene, seine jüngere Schwester Azura. Adam hatte indessen,- wie die kleine Genesis sagt, noch andere Söhne, nämlich neun zu jenen drei, so daß er also zwei Töchter und zwölf Söhne hatte." Bemerkt'. Schon Josephus sagt (A.nt. 1, 2.3) aXXd tüeqI jiev xcav dXXcov (sc. vtdov xov Aöa^) kqov av Ei'Y} Xsysiv, es müssen ihn: also über die anderen Söhne Adam's, und wahrscheinlich auch über deren Namen, Sagen Vorgelegen haben. Der Midrasch weiß auch, daß mit Kain und Abel Zwilliugsschwestern geboren sind, Jebam 62, a. Br. Rabb. c. 22, Jalkut §. 35, Rasch: zu Gm. 4, 1. Doch erst die Späteren haben wieder Zahl itnb Namen, und zwar, nach ihrer eigenen Angabe, aus christlichen Quellen, so nach Juch: (p^ 104, a. cd. Amst.) 60 Söhne und Töchter by D^un njn 3); Abarb. zu Gm. 4, 1 erzählt nach dm niDlsn nDD, daß Kains Frau Katmana, und die Abel's Balbura geheißen, lveiche Rainen aus verschiedenen Quellen bei Fabricius (1. 1. tom I, 109; 12555. II, 44) in mancherlei Varianten, aber ganz kenntlich, Vorkommen. Vgl. auch Sed. Ha-Dor. p. 1,6. Sef. Ha-Jasch. mit. und unten Syncell.- Nr. 3. II. Hieronymus (ca. 380) hat uns 2 Fragmente aufbewahrt, beide in dm: Briefe an Fabiola, de XL mänsionilms (tom III, p. 32 cd. Franc. 1684. episl. 127 nach and. Ausgg.) Fabricius und einigen Bemerkungen bei Bredow (s. w. u») habe ich nichts über das Buch gefunden. 2) Ich nehme das Wort in weitester Bedeutung. 3) Dieselbe Zahl hat wirklich Cedrenus (p. 9) 33 Söhne und 27 Tochter, und er erzählt dies, ohne einen Gewährsmann zu nennen, in einem Athem mit der Angabe, daß Adam 930 Jahre gelebt habe.