Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 52 (24.12.1845)
- Date
- 1845-12-24
- Page
- Spalte 829-830 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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829 Studien. Dle Handhabung bet\ „Chasma". 830 Außer dem genannten Kommentar zum Talmud lieferte er noch einen solchen zum Pentateuch, der bis auf zwei Fragmente von Deuteronomium verloren ist, und ein mnemonisches Register zu Bibel und Talmud, das später zum Drucke umgearbeilet werden sollte und sich uns nur in seiner ersten Gestalt erhalten hat. Ferner schrieb er einen Kommentar zu den vier Lurim, mehre kabbalistische Werke, und größere talmudische Diskussionen, sogenannte D'pl^fi, auf welche letztere er in seinem Talmud-Kommentar zu Ketubot 112 u, Baba Kamma 48 u und Ende Beza hinzeigt, die jedoch alle nie gedruckt, und als Manuskripte von der Feuersbrunst zu Frankfurt im Jahre 1711 vezehrt wurden. Seine Schriften erlitten überhaupt ein eigenthümliches Schicksal, und gaben daher zu folgender Erzählung Anlaß. Bor seinem Tode beschied R. Meir seine Tochter Henlah zu sich, und sprach zu ihr: „da mehre Werke ich verfaßt, mein einziger Sohn jedoch, dein Bruder Sanwil, ohne Nachkommensterben wird', wodurch meine Schriften in fremde Hände gerathen: so sollen diese in einen zu verschließenden Kasten gelegt, und Einem meiner Verwandten anvertraut werden, bis unter meinen Nachkommen Jemand ersteht, der sie der Oeffentlichkeit zu übergeben vermag". R. Me-ir starb, und Henlah that wie er besohlen. Einst fand ein Talmudjünger aus demselben Hause diese Schriften, und wollte einige Erklärungen sich abschreiben, um sie als die Seinigen auszugeben, und sich ein Ansehen zu verschaffen z da überfiel ihn plötzlich Anast und Schrecken, daß er erblaßte, in Ohnmacht niedersank, und fast das Leben'aushauchte. Als er wieder erwachte und zu sich gekommen war, erzählte er sein böswilliges. Treiben und seinen beabsichtigten Diebstahl der Tochter des Verfassers, bereuete sein ungerechtes Thun, und bat um Verzeihung den beleidigten Tobten. Darauf stellte die Tochter den Kasten mit Schriften ins Haus eines Andern-, woselbst gar Vieles gestohlen, Vieles von den Würmern zerfressen wurde, und übergab in späteren Zeiten den übriggebliebenen Thcil ihrem bereits herangewachsenen Enkel Michael Wolf Stern, der diesen zur Herausgabe aufbewahrte, bis die schon oben erwähnte Feuersbrunst zu Frankfurt auch ihn bis auf den Kommentar zu fünf Traktaten des Talmuds verzehrte. Der Enkelsohn bemühete sich später den Ueberrest, der fast hundert Jahre alt und^bereits unleserlich geworden, zu veröffentlichen, erhielt später noch eine Abschrift des Kommentars zu einigen andern Traktaten, die er ebenfalls herausgab, und schrieb eine kleine Vorrede, aus welcher diese Biographie zum Theil entnommen. — Der Kommentar nebst den Fragmenten zu Deuteronomium, und dem oben bezeichneten Register wurde später noch mehre Mal, aber niemals korrekt und sauber gedruckt, bis endlich R. Mordechai Markus, Rabbiner zu Porizk in Rußland dies Werk mit kurzen hinzugefügten Erklärungen in Porizk am Anfänge dieses Jahrhunderts herausgab, welche Ausgabe mit Recht als die beste bezeichnet wird. Die Erklärungen des Markus erleichtern gar oft das Lesen des in einem kurzgedrängten, eigenrhümlichen Style abgefaßten Kommentars, und leisten besonders dem mit einer geringem Fassungskraft Begabten bedeutenden Nutzen.- Dr. Frankel, R. zu Märkksch-Friedland. Kurze Notizen und Miseellen. Rechtfertigung zur Randglosse des Hrn. Dr. B. Beer über die Handhabung der rU'Dn und den Widerspruch Maimnni's in diesem Punkt. (LB. d. Orients, Nr. 45. Col. 713--14.) Zur richtigen Würdigung dieser Frage werde ich mir erlauben, einen Nachtrag zu dem in meiner Neeension Ausgesprochenen zu geben, woraus sich übersichtlich ergeben wird, ob die von R. Jehnda Elia in »Tiirp.-Dn!? versuchte Ausgleichung des fraglichen Widerspruches in Mainutni eben so richtig und wahr ist, als sie viel Scharfsinn 'verräth. — Das Räucherwerk mußte an 2' mit beiden Händen genommen werden, was schon der dualistische Ausdruck iMDn (Lev. 16, 13) beweist, und auch der Mischna (Joma V, 1) zu Grunde liegt bin *p — nnnon nw *pn n« 'h )\swi D'tC'D — — nzh (Joma 47. vergl. R. Papa's Frage IM U st plpi idi in jDn? ibid. und O'ßW Diib von N. Jakob Emden zur Mischna), was beitäustg gesagt dem Hrn. Dr. Geiger ebenfalls unbekannt zu sein scheint, sonst würde er wohl nicht hingestellt' haben: und eine Hand voll davon zu nehmen, dazu bedurfte es re. Nun macht diese Vorrichtung, beide Hände voll zu nehmen, an sich keine Schwierigkeit, da aber das Resultat ftststehet, daß die nJnn im Allerheiligsten aus dem Löffel wiederholt werden mußte, ]D1H ]Dim -flirri, so gehört allerdings hierzu eine eigene Gewandtheit, den Löffel in der Armhöhle zu halten, und ans diesem das Räncherwerk in beide Hände zu schütten. Dieses giebt die Barajta für eine schwierige Funktion aus: i^M nbyoi. — l'nijnaN wn-d pn nN tnw wn in wsn pb itttoi mini vt p1? yijctsr ny tnpDrr^ rwp mny (ibid. 49). Von einer andern Schwierigkeit dabei wissen wir nichts, und nur diese mußte erlernt und im Gegensatz zu bctt Boöthusern eingeschärst werden. Maimuni spricht auch nur von der Schwierigkeit dieser WDn. Daß aber auch, nach dem Schlußverfahren des Berf. von mini onb, auch die äußere Schwierigkeit dargeboten haben svll, nach einer Allsicht im Talmud, der mm R. Papa mit seinem Ausspruch 'WM •osrTD entgegen trete, und dem Maimuni folgell sott, das ist durchaus nicht erwiesen und hat sogar vieles gegen sich. Unter Alldem verwickelt sich der Vers, des in ein Dilemma, indem ja nicht nurdieGemara schlechthin aufstellt, die habe erlernt werden ulüs-