Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 51 (17.12.1845)
- Date
- 1845-12-17
- Page
- Spalte 807-808 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9897698-9897755--4309-3531849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
807 Kurze Anzeigen. 46) Das Buch Mibchar Ha-Penmim, aus dem Arabischen übersetzt. In einem korrekten hebräischen Texte mit dem erläuternden hebräischen Kommentar von A. Adam. Hamburg. Druck von I. I. Halberstadt. 1845. 8. (S. 91.) Leipzig bei C. L. Fritzsche. Das berühmte Spruchduch, über dessen Verfasser man Geiger's Zeitschrift I V, 390, den Katalog der Leipziger Handschriften, S. 286, Annalen 1839, S. 68, Zunz, zur Geschichte und Literatur, 469 vergleichen kann, wird hier in einer guten Verdeutschung dem Publikum geboten. Die unter dem hebräischen Text befindlichen Auszüge aus dem hebräischen Kommentar erleichtern das Verständniß der Tabon'schen Uebersetzung, die £12 den bessern Übersetzungen aus dem Arabischen gehört. Die Leipziger Stadtbibliothek ist im Besitze der Sonciner Ausgabe, die, wie schon De Rosst in seinem Wöcterbuche bemerkt, sehr selten ist. 47) tÜH’p ^2*% Hebreeuwsch en nederduitsch Woordenboekje door 8. li. Heigmans en G. I. Polak. Amsterdam, 1845. 8. M. Coster Jz. (S. 48.) Ein brauchbares Schulbuch für die ersten Anfänge des hebräischen Unterrichts. Die Wörtersammlung ist nach gewissen Rubriken eingetheilt, die das Gedächtniß des Schülers mit einem kleinen Wortschätze bereichern. Die Bezeichnung nttWl soll heißen ^0) für Exodus ist blose Uebersetzung von Exodus und hätte demnach den andern Bezeichnungen für die fünf Bücher nicht gleichgestellt werden sollen. 48) *0^ mtty,' zur Erinnerung an He rmann Todes ko. Von Abraham Menachen Mendel Mohr. Zolkiew, 1845. 8. Saul Meyerhoffer. (S. 20.) Rach einer Einleitung über den Werth des Reichthums, deren Wahrheit auch wir anerkennen, schreibt der Verfasser eine ausführliche Biographie des freigebigen Todesko, dessen Namen im Munde der Leidenden sortlebt. Aus derselben erfahren wir, daß man Todesko's Vater in Italien Todesco (eigentlich 'Hcieseo) „Deutscher" und in Deutschland, wegen seines Lebens in Italien „Welsch" nannte. Von mütterlicher Seite war T. ein Abkömmling R. Jesaja Berlin's. Der hebräische Styl ist fließend. 49) Ijob. Hebräisch und holländisch. Von G. I. u. M. S. Polak. Amsterdam, 1844. 8. D. Proops Iacobszoon. (35 S. Text und 35 S. Uebersetzung.) Die thätigen Herren Polak in Amsterdam wollen in 16 Lieferungen die Propheten und Hagiographen in holländischer Sprache nebst dem korrekten hebräischen Texte herausgeben. Zum Texte sind nicht nur die Masora und der Verfasser des Minchat Schaj, sondern auch sehr alte und werthvolle Ausgaben befragt worden. Die erste Lieferung Ijob zeichnet sich durch einen fehlerfreien Text und eine Qute Uebersetzung 808 aus, die sich dem Geiste der altern jüdischen Exegeten anschließt. So wird 11, 9 der Außdruck ü'nhto 1*13 nut „laster God“ wiedergegeben. Papier und Druck sind schön und wir wünschen den Lieferungen eine rasche Aufeinanderfolge. 50) T old ot Ieschurun. Die Geschichte der Weltschöpfung und der israelitischen Natio n bis zur Erbauung des zweiten Tempels. Zum Vorträge für die Jugend hebräisch bearbeitet von Wolf Mayer rc., übersetzt und mit deutschen Anmerkungen begleitet von S. Freund. Prag, 1840. 8. M. I. Landau. (S. 363.) Peter Beer hatte bereits den Gedanken, eine im biblischen Style abgefaßte biblische Geschichte, als Vorübung zur Bibel, verwirklicht und sein „Toldol Iisrael" hat auch durch die vielen Auflagen, die rs erlebt, seine Brauchbarkeit bewiesen. Allein die Bearbeitung Wolf Mayers, des berühmten hebräischen Stylisten, ist mrsacher und schließt sich mehr dem biblischen Ausdrucke an. Doch ist das Beer'sche Werk reicher an Anmerkungen und Winken für den Lehrer. Der hebräische Theil ist sehr schön gedruckt und mit ziemlich großen Lettern, so daß das Werk sich, leicht zu einem Schulbuche für die Jugend eignet. Der beigefügte Index ist ein bequemer Leitfaden für den Lehrer. Die Freund'sche Uebersetzung ist populär, und dessen Anmerkungen für Schulen brauchbar. 51) Rechtsansprüche der Juden in Preußen.^ Von Dr. Herman Sommerfeld. Elbing, 1845. 8. Neumann- Hartmann. (S. 44.) Mit großer Sachkenntniß und mit einer juristischen Ruhe wird in diesem Schriftchen in Zwei Abschnitten dargethan: 1) Die preußischen Juden können zunächst fordern, daß die ihnen durch gesetzliche Bestimmungen verliehenen Rechte in keiner Weise geschmälert oder verkümmert werden; und 2) die preußischen Juden verlangen ferner mit Recht, in den Besitz derjenigen Freiheiten zu kommen, die ihnen zwar bisher nicht legaliter eingeräumt worden, auf welche sie jedoch als Menschen und treue Unterthanm Ansprüche machen können. Diese zwei Hauptpunkte werden in 47 Sätzen logisch entwickelt. Unter diesen Sätzen enthält der >40. Satz die bitterste Wahrheit, die sich in Deutschland noch keine Wahn gebrochen. 52) Der neue Jude des achtzehnten Jahrhunderts, von M. A. Herzberg. Gleiwitz, 1845, 8. GZstav Neumann. (S. 34.) In einer lebhaften Schilderung entwirft Hr. Herzberg das Leben des Bürgermeisters Steblizki zu Nicolai, der aus Ueberzeugung und reiner Liebe zum Judenthume übergetreten war. Obwohl die Mutterretigion dem geehrten Bürgermeister keine Vortheile bot, folgte er doch dem Drange seiner Ueberzeugung. Der neue „Israelit des neunzehnten Jahrhunderts" wird von dem „neuen Juden des achtzehnten Iahrhuderts" beschämt. . Möge Hr. Herzberg ferner einzelne Piecen der Ortsgeschichte bearbeiten; in dieser gut geschriebenen Schrift hat er vielen Familien ein gutes Lesebuch geliefert. Kritiken. Kurze Anzeigen.