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Der Orient · 1845-12-10 · 50 (10.12.1845) · p. Spalte 793-794

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
50 (10.12.1845)
Date
1845-12-10
Page
Spalte 793-794 (sequence 5)
Language
German
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Kritiken. Geiger's Lesebuch zur Mischna. 794 793 keinen Halt', da das Gesetz, sobald es auch 'außer- ' halb des Staates geübt werden mußte, auch ewig verpflichtend bleibt".— Man sieht, wie unheimisch und konfus der Verf. sich auf diesem Terrain gebahrt, es schwebt ihm etwas von dein Aufhören mancher gesetzlichen Bestimmungen mit der Zerstörung, des Tempels vor, es schwebt ihm nebelhaft der Unterschied zwischen rron und rpül vor, und überträgt er cs auch auf diese. Bestimmung, obgleich cs hierbei gar nicht auf dieses Moment ankommt. Die letzte Stelle des N. Simon b. Elieser hat der Vers, natürlich misverstanden, da sie ganz d a f se tb e anssagt, was R. Jose in dem citirten Jerlts. aufstellt irnd der r a t i o n a l i st i sch e Einwurf des Verf. ist ganz ohne Werth, da D'DDD nöD&yn sein Analogon in der jnbiläischm Emancipation der Sklaven DTOy nhw hat, beide räumlich.auch außerhalb Palästinas anwendbar, zeitlich aber an die Fortdauer der Stammesverfassnng geknüpft (Kidduschin Inlä.). — Ferner hat die Gemara keineswegcs vergessen, daß Hillel zur Zeit des zweiten Staatslebens vor.der Zerstörung des Tempels gelebt, der Verf. hat sich nur vergriffen und ist in. eine arge Begriffsverwcchfelung verfallen. — Das sind übrigerls nicht die einzigen Jrrthümer in dieser Nulmncr. Der Verf. begeht noch einen erklecklichen Schnitzer, indem er eine entlegene Mischna — (Ketubot 89) herbeiholt, um darzuthnn, daß" die ganze Anordnullg des Prosbul llur eine Beschönigung für das Umgehen des Gesetzes gewesen sei, und daher. später ganz außer Gebrauch kam. ,,Doch, so tauten des Verf. Worte, „doch hörte, später auch diese Veding u n g a u f u n d a u ch o h n e die g e r i ch t l i ch e B escheiniguug üb e r sei n e E r k! ä r u n g k"o nute er (der Gläubiger) s c i n e S ch n l d c i n t r e i b e n, w ie S imon i\ G am al iet da s. b em erkt “]>• w rrcon p mil mn bp —" (Ehetu bot 89) seit den unruhigen Zeiten erhebt der Gläubiger-seine Schuld auch ohne diese schriftliche VorsichtSmaaßregel gegen das Erlaßjahr" , weil das Ganze eigentlich außer Gebrauch kam und Ulan auch nicht überall gehörig geordnete Gerichte hatte. (S. 78.) Aber ist das die richtige Erklärung von ‘fpw nJDDn ID? Und kann man aus diesem auch folgern, daß der S ch eid ebri ef D.1 außer Gebrauch gekommen war, weil es heißt ‘fw) ruDo'n )D MH nnmro nw? Nur Unkcnuiniß bat den Vers, verleitet in dieser Auffassung die Mischna von der natürlichen Erklärung aller Kommentatoren abzuweichen, daß in Folge der hadrianischm Verfolgung, wodurch jede religiöse Handlung bei Todesstrafe verboten war, (Sabbat 22, 49. 7, 80. Tose-fta Berachot II. Megilla II und noch an unzähligen Stellen) auch das Prvsbulünd Scheidungsdoküment nicht aufbewahrt wurde, weit auch, diese als religiöse Aktedie Strafe uaeT) sich zogen *). —■ Plausibel scheint mir aber die Erklärung des Vers, von?ciNvV TO, daß dieses identisch sei mit Prosbul, indem die Eingangsformel des Prosbul so lautete \3n “iDiD; jedoch bedarf dieses noch der Untersuchung. — Richtig wenn auch nicht ganz neu (siehe Eichhorn Einleit. I. §. 118 Reggio nnJtt V. S. 36) ist des Verf. Bemerkung über die masoretischen Punkte niY»pJ in Nr. 42 bei Gelegenheit der Mischna (PesachimO, 2) 'n!?y Ypj "pPD*? w 'i In der letzter Nummer 45 , die Mischna (Sota. 5, 2) wiederholt der Verf. was er in seiner Zeitschrift über die talmndische Exegese des Bibelworts zum östern behauptet hat, und diese Mischna sollte eigentlich seine Behauptung erhärten, wie der richtige Sinn der Bibel der Mischna so recht eigentlich entgangen ist. Ich habe mich schon über dieses Verfahren in der Einleitung cm§- gcsprochcn, und will Hier nur noch auf die-gründliche Widerlegung des genialen Kritikers Rapaport verweisen, der gerade ans dieser Mischna selbst die Grundlosigkeit der geigerschm Auffassung evident dargethcm hat. Diese Widerlegung befindet sich unter den Gutachten über die Beschncidung, und ich glaube ans den Beifall der geehrten Leser dieses Blattes rechnen zu dürfen, wenn ich diesen Passus des Hrn. Rapaport, der Vielen wegen der Seltenheit der als Manuskript gedruckten Gutachten unbekannt sein dürste, hierhersetze. Hr. Rapaport spricht zuerst im Allgemeinen von den OWNNQ— ein sehr glücklicher hebräischer Ausdruck für die schalen ziemlich in Miskredit gerathenen „Rationalisten" — die dem Talmud eine bornirte kindische Exegese aufbürdcn, geht dann auf Hrn. Dr. "Geiger, den Choragos dieser Richtung über und fährt mit den Worten fort: „Dipio NDinb HDJtt ruB-on VS iSp D”p “iD' -Dun 0333 >333 -)m 3NX 353'X ü'-in '!?31 XO'py '3 m D1'3 13 (n£31D"I V'3) «DD 3D1X 13’X XDt3’ D'irO 30N jo 131,3 by D.3D V®' 3« XOD135S' '355* 333 by 30*? D'33X XDi^> NOD’ X*?X WO! p J331’ '3 “’3pD 321nV.r> '0 2V13' '3 30X 'L">V,3 X3pO!*? ('X55' wh'i) 33'3 330*? 3I3X 313 T3JJ 301« ci"3L7 /3P "! 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