Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 50 (10.12.1845)
- Date
- 1845-12-10
- Page
- Spalte 787-788 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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787 Studien. Psalm 68, 788 Forschungen über die Ueberschriften der Psalmen und Erkärung des Wortes Sela und einiger Poetischen Wertformen» Von - Hartwig Philipp Ree^ in Aarhus. (Fortsetzung.) Herder sagt (a.‘ a. O.): „Der lebendige Geist des Wortes S e l a hängt vom Vortrag ab." Und so muß denn ein Uebersetzer der Psalmen, nach unserer Auffassung dieses Worts, wenn er dieser beipflichtet, das Wort Sela verschieden geben, je nach dem Inhalt der Stelle, an welcher dieser herzinnige Ausruf vorkommt. So z. B. im obigen Pf. 87: O die Dankbarkeit — für Zion -- macht dir Bahn in mein Herz! oder lllos: D des Dankes Herr! Wir schmeicheln uns damit, daß eine neue freie Uebersetzung des Ps. 68 und des Psalms des Habakuk dem geehrten Leser nicht ganz unwillkommen sein werde und wir erlauben uns, diese Uebersetzungen hier mitzutheien: Ps. 68, 1. Dem — bewußten — Musikdirektor. — (einzuhändigen.) Von David. — ' Starkes Zwischenspiel! Eine Hymne *). 2. Wenn sich Elohim erhebt werden seine Feind' zerstreut; ja, der Hasser greift die Flucht, vor dem Anblick dieses Gottes. 3. Wie der Rauch vertrieben wird, den du oftmals leicht verweh'st"): so wie Wachs in einem Nu in des Feuers Nähe schmilzt, so verlieren Frevler sich vor dem Anblick Elohims: 4. Während vor demselben Gott sich Gerechte freuen sehr, jauchzen, jubeln vor ihm Her, — ■ 5. Nun so singt dem Elohim! seinem Namen zwischenspielt! (^fa) Machet Bahn ihm — in das Herz! — ihm, der auf den Wolken fährt 1) An Elohim. Es scheint, daß er Gott, unter dem Namen Elohim, diese Hymne weihete, da dieser Name oder dieses Epitheton in diesem Psalm so vorherrschend ist. Vielleicht dachte er an 2 M. 20, 1. “DT), da er den Prachtzug auf Sinai hauptsächlich schildern wollte. ■2) Er spricht hier den Zuhörer an: (-0n)}ü/y rpjrp *yw'n. dessen Nam' in Iah ist:3 4 5 6 7) jauchzet, jubelt vor ihm her! — 6. Wer ist Waisenvater wohl? ' wer ist Witwenrichter; wer? (j^) Er, der mächt'ge Elohim Ln der heil'gen Gnadenburg. 7. Dieser R ich te r ^) stecket zwar Ein'ge in den Kerker ein*); löset Banden aller auch, wenn die Gründe Recht gemäß. (Esther 8, 5.) Ja, nur Widerspenst'gen wird dürre Kahlheit zum Besitze. — , 8. Als du auszogst, Elohim! vor dem Antlitz deines Volks; in der Wüste tratst einher; (rte) — O der Bahn, Herr! in mein Herz! — 9. Ward' die Erd' erschüttert ganz, selbst der klare Himmel ließ; Tropfen nieder, ohn' Gewölk, vor dem Anblick Elohims. Sinai, der erkorne Berg, stand geweihet vor ihm da, vor dem Gotte Jisraels! 10. Da gabst Wohlthatregen du*); -- sprachst: Ich bin dein Elohim. —^ Sieh'! es ist dein eigen Volk; doch hat man entkräftet es; da hast D u es festgestellt. 11. Wild, gleich Deinem Wildgeschöpf saßen sie in jenem Land?), und in Deiner Güte, Gott! Hast den Armen Du gestützt: 12. Da gabst Du, o Herr! Befehl, 3) Nach Gesenms: Dessen Nam' ein Iaha ist. ■- 4) psik nach Elohim. 5) psik nach Dieses Wort bedeutet 'einzelne; (TT p) nicht „Verlassene". Auch ist nrvQ Ia so viel als „nach dem Haus: (pnon) rpiv Wir glauben dem wahren Sinn hier sehr nahe gekommen zu sein. — bezieht sich auf p* — 6) ffieigf. 5 M. 32, 2. 1I2Q2. Die „Tropfen" V. 9. waren Angsttropfen vor der Erscheinung Gottes; mithin nichts weniger als rflXl] DEO zu nennen. Dieses ist aber ein Bild für „Lehre". — Man muß den Orientalen Ln sichren Poesien ihre erhabenen Bilder lassen, wie den Historikern (Koncipienten) in Prosa ihre gemüthliche „kindische Sprache". — 7) Egypten. Will man -ppD dein Volk „Häuflein", so könnte der Sinn sein: Dein Volk waren da Beisassen waren nicht als Bürger des Landes betrachtet : ni5)t DVniN. Vergl. Ps. 39,13: 'NDk* Dann könnte dem Dulder bedeuten. Ja, ein Nichtbürger ist ei^ großer Dulder, wenn er menschliches Gefühl hat. O des Schmachs! -— —