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Der Orient · 1845-12-10 · Heft 50 (10.12.1845) · p. Seite 395

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 50 (10.12.1845)
Date
1845-12-10
Page
Seite 395 (sequence 5)
Language
German
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- 395 - Unterbrechung bis zu den nVp^DJ von diesen werden gesprochen: >95 HNfrlü , C^'ENö pp CPpDN, SpciTI ibj , SlDT WDö?, bitz zum' Ende des Sündenbekenntnisses, dann iv^'p-isS* bis zum Schlüsse. — Predigt. — Abends: Ne'ila ganz wie bisher. Jrn Sündenbet'enntnisse aller genannten Gebete fallen die die Opfer aufzählenden n^n ^V] weg und wird sogleich fortgefahren mit nWo by, im Mussas noch außerdem die Opftrstelleff^ is-,') bis Es wäre wohl der Muhe werthV eine Kritik dieser Reformen unsers Rituals beizufügen; allein ich müßte mich dann auf den Standpunkt des Anordners stellen und dieser hat keinen, wenn nicht reine Willkür und Zufälligkeit auch ein Standpunkt sein soll. Schubin, 18. Novbr. Wir senden Ihnen die Antwort des Hrn. Dr. Frankel ans die von hier aus an ihn gelangte Adresse, und ersuchen Sie ergebenst solche gefälligst im Hauptblatte mitzntheilen. Es gilt, daß die gute Gesinnung im Jndenthume, jene ehrlichen Fortschritte und in Liebe zum Judenthume unternommenen Fortentwickelungen mehr Raum gewinnen und die aufwnchernde Judenfeindlichkeit, von denen, die sich Verkünder des Judenthums nennen, niedergehalten werde. An Ihre Wehlgeboreu Herrn 8jL Konick i und Kollegen in Schub in. Herrn Mayer Kr e sch ne r und Kollegen in Exin. Indem ich, hochzuverchrende, Herren L Ihnen meinen tiefsten Dank für Ihre gütigst an mich erlassene Adresse anödrücke, ergreife ich zugleich die Gelegenheit meine innige Freude an den Tag zu legen, daß noch in Vielen der Eifer für unfern väterlichen Glauben sich so lebhaft und mit solcher Frische kundthut, und cs der Gesinnnngsv ollen und für das Judenthmn tief Fühlenden noch Viele giebt, die bezeugen, daß sowohl der Jammer von der eitlen, sowie das Hohnlächeln von der andern Seite, daß das Judenthmn feiner Auflösung entgegengche, grundlos sei. Doch will ich Ihnen geehrte Herren! nicht verbergen, daß es den Gutgesinnten eine heilige Pflicht ist, dahin zu wirken, daß auch die Zukunft eine solche Grundlosigkeit des Trailerus und des Spottes zeige. Denn wir dürfen uns nicht täuschen, die Erscheinungen der Gegenwart haben, so vorübergehend sie auch sind und so wenig sie nach ihrer Oberflächlichkeit dem Glauben schadet: können, doch manches Gefahrbringende für die Jugend, und muß dahin gestrebt werden , daß auch sie die Befriedigung in dem Glauben sinde, die er ihren Vätern gewährt; darf uns nicht genügen, daß wir noch heute aus Treue ntld Beharrlichkeit treffen, sondern sollen diese sich auch in unfern Kitldcrn begegnen: das Judenthmn sei nicht nur für uns da, sondern cs verbleibe auch unfern Nachkommen. Eine frvltune Erziehung ist wohl die bedeutendste Bürgschaft hierfür; doch muß auch manche Verbesserung mit ihr Hand in Hand gehen, daß das, was die Jugend im väterlichen Hause sieht, sie auch draußen gern behalte und bewahre und sich durch ihr Zusagendes stets von Nettem angeregt fühle. Ich rechne vorzüglich hierher die Veredlung und Erhöhung des Gottesdienstes, für den an vielen Orten Vieles zu thun ist und noch gethan werden soll. Ich rechne hierher noch manche andere Verbesserungen und sogar manche Aenderung, die sich gut mit dem Jndenthume wie wir es empfangen haben verträgt und in feinem Geiste auSgeführt werdet: soll, und wodurch wir das künftige Geschlecht enger arr uns fesseln. Hierbei nun wollet: wir Hand in Hand gehet:, und Jedermann streben und Wirker: nach Kräften. Sie haben mich n:itIhren: schätzbaren Vertrauet: beehrt, und ich stehe nicht an, Jht:en zu sagen, daß uns ein gemeinschaftliches Znsiiuuncnwirken vieler Gerncinden zur Erhaltung und Erhöhung des Glanbetts noththut, daß jetzt nicht eine Zeit der Ruhe und der Erschlaffung ist; daß es wünschenswert^ ist, daß die Gemeinden zum Vertrauen bereit seien, und es werden viele Männer, deren Gesinnung fromm und redlich ist, hervortreten und wird der Kampf von starkem Händen als den mcinigen zum Wohle und zum Gedeihen Israels ausgcfochten und mit Sieg gekrönt werden. Genehmigen Sie die Zeichen der Hochachtung mit welcher ich verharre Ew. Wohtgeboren ergebener Dr. Z. Frankel, Oberrabbiner. Dresden, den 31. Oktober 1845. Aus ÄVürtemberg, Novbr. (U e b e r die kirchlichen Zustände der Israeliten in Würtemberg.) In banger Erwartung sehen wir Israeliten der gewünschten Revision des Gesetzes von 1828 entgegen, und zwar dies weniger in Bezttg auf unsere politischen und bürgerlicher: Verhältnisse, dein: hier dürfet: wir bei der: humanen und ehrenhaften Grundsätzen der Staatsrcgiernng und Ständekammer diesmal mit mehr Zuversicht eir:cr Abhilfe unserer Beschwerden entgegensehen. Allein was uns mit Angst für die Zukunft erfüllt, sind vielmehr unsere kirchlichen Zustände, die Verwaisung unserer Kirche. In gegenwärtiger Zeit religiöser Aufregung könnte es bedenkliche Folgen nach sich führen, wein: wir noch länger gleichgittig das Heil unserer Religion dem Zufalle überließet:, weshalb wir Ursache haben, alle unsere Kräfte auszubieten, um unfern kirchlichen Zuständen diejenige Gestaltung zu verschaffen, welche unsere heiligsten Interessen erheischen. Nach dem Gesetze von 1828 ist die Aufsicht und Leitung unseres gesammten Kirehcnwescns der israelitischer: Oberkirchenbehörde übertragen. Dieselbe besteht ans 4 weltlichen, 1 theot. Mitgliede und iRegierungskonurüssär. Diesen 5 weltlichen Mitgliedern, welche mit den kirchlichen Zuständen und Bedürfniffen der einzelnen' Gemeinden vielleicht so wenig vertraut 50 *

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