Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1845-12-03 · 49 (3.12.1845) · p. Spalte 775-776

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
49 (3.12.1845)
Date
1845-12-03
Page
Spalte 775-776 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8555529-9897698-9897753--4291-3531813
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

775 Kritiken. Die Kabbala, deutsch von Jellinek. nicht durch inneres Wachsthum, durch die Zeugungskrast der Natur, sondern durch menschliche Bemühung, fortgeführst wird, gleichfalls die Schöpferthätigkeit Gottes re." Der Jerus. giebt dieser langen Rede, kurzen" Sinn mit wenigen Worten: Nnn ntsw ^"nn■ jmmjn by nw tan ti/nnnD p?n"Dn «nVrjmmjn *?yi ]Q.in no. i>nn -annno.^N V^n n^) (j. Berachvt ad VIII ) .—- Die Gemara kann sich gratuliren, einmal den Gedanken des Hrn. Dr. Geiger gedacht zu haben. Roch bedeutender verräth sich die Schüterhaftigkeit des Vers, bei dem Thema von Prosbul, Nr. 39, die ich den Lesern mit Uebergehung der dazwischen liegenden unwichtigen.Nrn. mittheiten will. — Prosbul spielt in den Reformbestrebungen der Neuzeit eine sehr wichtige Nolle; man beruft, sich auf diese Hillel'sche Anordnung, um nicht nur die Berechtigungen zu legalen Reformen damit zu beweisen, sondern die Wandelbarkeit der jüdischen Gesetze und ihrer Abhängigkeit vom Zeitgeiste und dem Zeitbedürfnisse daraus zu dedueireu. Hillel hat durch Einführung des Prosbul den gesetzlich vorgeschriebenen Schuldenerlaß am Sabbatiahre modisteirt umgangen, und zwar mit dem motivirenden Zusatz, weil durch den Schuldenerlaß das gegenseitige Leihen unterblieben war, und dadurch die Vorschrift der gegenseitgen brüderlichen Unterstützung übertreten wurde Dyn ij/JOJcy »nttnfiyn p.nwn nmnn nmnty.no by pmyr n? na m mbrbn ^mnD bbn pfintay^n pn^ Dy nnn nvr p (Schebiit X. 3) (das zweite .Motiv darf bei etwaiger Benutzung nicht übersehen werden).— Die Frage, nm die es sich hierbei handelt ist: hat Hillel das biblische Gebot des Schuldenerlasses aufgehoben? Und durfte er das? Diese Frage wird auch vom Talmud aufgeworfen, und von beiden Gemara's übereinstimmend beantwortet, daß das ganze Institut des Sabbat-Jubeljahrs mit der ersten Exilimng der Stämme aufgehört hat, welches doch nur den Fortbestand der Stammesmittheilung im Besitze des Bodens zum Zwecke hatte (Gittin 36. j. Schebiit ad X. 5. und Gittin ad IV,). -Ju den letzten Stellen spricht dieses R. Jose aus:, nnn rw.nDM w 'n nm nüDüm mm nnn nanu nD'btsw nym rmwn . nytra mm nnn pN^ nsra p pxn p nanu D'ödd p«o pn nanu D'2Dn nüD^n Dnnnno nanu^nnuaVn^ DrTDno Vtin p). Aus denselben jerus. Stellen geht auch hervor, daß nach talmndischcn Grundsätzen, d i e S chemi-ta-B cstimmungen gar nicht von dem Bestand des Tempels oder dessenUniergang, sondern von dem Erlöschen der Stammesun t er sch i.e de abhängig gemacht sind. *>r>b nD)N '»nn nntf .rmw inu tanw nyr^n bnnhdw )bbn jm-w ipoD mtnw pnnnD nanu hdw nto ipos rn vä&.bM\.])v ->dw dnsd*-—- ~ — nibrn (ibid.) nfarm fen ■nwpn wnw nmi na) pwn (Beschluß folgt.) 776 39) Die Kabbala oder die Religions-Philosophie der Hebräer. Von Ad. F ra n ck rc. Aus dem Französischen übersetzt, verbessert und vermehrt von Ad. Gelinek. Mit einer Abbildung. Leipzig, 1844. H. Hunger« XVI. und 294 S, in gr. 8. Das Werk, welches wir vor uns haben, verdient eine besondere Aufmerksamkeit und Würdigung ., nicht sowohl als ein solches, das eine umfassende und zugleich tiefeindringende Ueber- und Durchsicht von dem ganzen, immerhin sehr verwickelten Bau der Kabbala ausstellte, wie man es vielleicht erwartet, als vielmehr-'wegen der historischen Stellung, welche Franck der jüdischen Kabbala giebt, und der ersten Grundsätze, die er als leitende Prmcipien,. derselben nachweist, um ihr zugleich ein hohes Alter und eine echt asiatische Anschauung zu vindiciren, die aus andern Systemen vorchristlicher Jahrhunderte ihre Säfte gesogen. Wir halten die Untersuchung, wie sie hier fortgeführt ist, noch nicht für geschlossen, aber manches darin für wichtig und leitend. Vor allem aber müssen wir dem wackern Uebersetzer, welcher nicht dabei stehen blieb, Fremdes zu übertragen, sondern selbst geforscht, den Verfasser oft und mit vollem Recht berichtigt, und mehreres aus eigenen Mitteln hinzugefügt hat, gebührenden Dank zollen. Seine Uebertragung ist jedenfalls bei. weitem besser als die Urschrift, und dies hat uns auch bewogen, sie zur Grundlage einer öffentlichen Besprechung zu nehmen. ' Herr I el li n ek (warum hier Gel.?) giebt in der Vorrede eine kurze Nachricht von den bisherigen Meinungen über Zeit und Ort der Entstehung jener Geheimlehre von denen an, welche sie als eine esoterische (isot. ist Druckst) Lehre der Patriarchen betrachten, bis auf die, welche dieselbe ins Mittelalter herabrücken und beurtheilt in wenigen Worten die Leistungen in Betreff der Darstellu n g der Kabbala, welche bisher äußerst dürftig ausgefallen ist. Was Molitor (dessen Werke wir anderswo ziemlich ausführlich beürtheilt haben) noch leisten werde, steht zu erwarten, jedenfalls behandelt er seinen Gegenstand mit Wissenschaftlichkeit, und wenn auch vom katholischen Standpunkte, doch möglichst tief in die jüdische Anschauung sich versenkend. — Außerdem weist der Uebersetzer auf einige andere Werke hin, welche ihm bei seiner Arbeit nebenher gedient haben. Molitors Werk Bd. IV scheint ihm noch nicht zur Hand gewesen zu sein, wenigstens finden wir S. 294 nicht erwähnt, daß'bort eine bedeutende Anzahl sehr wichtiger Stellen aus dem Sohar gut und treu übersetzt sind. Das Werk selbst zerfällt nach einer kurzen historischen Einleitung in die Untersuchung über das Alter der Kabbala und der beiden Hauptquellen, Jezira und Sohar, in eine Analyse des wesentlichen Inhaltes beider, endlich eine Prüfung derMigen Systeme, in welchen sie muthmaaßlich wurzeln dürfte, bis sich das Ergebniß findet, daß ihre erste Quelle der Parsismus fei. .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.