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Der Orient · 1845-12-03 · 49 (3.12.1845) · p. Spalte 771-772

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
49 (3.12.1845)
Date
1845-12-03
Page
Spalte 771-772 (sequence 2)
Language
German
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771 772 Kritiken. Geiger's Lesebuch zur Mischna g eDr. 8 maj* (IX tt. 238S.) Llpsiae 1846. \V. Engel- ' ma,m. 3 Lhlr. 4) Friederike H. London. Die Berbercn Eine Darstellung der religiösen und bürgerlichen Sitten und Gebräuche der Bewohner Nordafrika's. Frei nach den englischen Quellen bearbeitet und auf eigene Beobachtung gegründet. XL u. 230 S. Frkft. a. M» Zimmer. 5) Verhandgen der ersten Versammlung deutscher und ausländischer Orientalisten in Dresden,. den t. 2. 3. u. 4. Oct. 1844. gr.4. (78 S.) Leipzig. Engelmann. 1 Thlr. 6) Dr. Wagner (Prof, der Zoologie in München.) '.Abweisung der von Herrn Prof. H. Burmeister zu Gunsten des zoologisch-vulkanistischen Fortschrittes und zu Ungunsten der mosaischen Schöpfungsurkunden vorgebrachten Behauptungen (48 S. Leipzig, Voß— Nachtrag zu dess. Vers. Geschichte.der Urwelt.) 7) Predigten/ gehalten bei dem ^ersten Gottesdienste der Genossenschaft für Reform im Zudenthum zu Berlin von Dr. L. Philipps o n, Rabbiner. Nebst der Eileitungsrede zum Gottesdienste, gehalten von Dr. S. Stern. 4 Bogen. 5 Sgr. Berlin. Simion. 7) Jerusalem. Eine Vorlesung von Dr. E. G. Schultz. (Königl. preuß.Consul in Jerusalem.) Mit einem Plan von Jerusalem. Berlin. Simon Schropp u. Comp. 7j Bogen (120 S.) Text. 2^-Thlr. 8) Voyage en Abyssinie execute pendant les annees 1839 —43. Par une Commission scientifique composee de M. T. T h. L ef eb o re etc. 1 part, relation historique. Par M. Lefebre. Tom, 2, 8. 16^: Bogen.!)) Pl anck, der Ursprung des Mosaismus, in: Theolog. Jahrbücher von. Dr. E. Zeller. Heft 3. 3845. (Tübingen. Fürs.) 10) Recensi'on von Ewald über Weil's biblische Legenden der Muselmänner. — Ebendaselbst. 11) Reeension von Ewald über die Kommentare des Rabbi Tanchum. — Ebendastl-bst^ 12) Ueber die Kabbalah vgl. Metaphysische Anthropologie vom physiologischen Standpunkte und ihr Verhältniß zu den Geheimnissen des Glaubens von H. Wichart. 2Wde. Münster. Theissing. 1844 (rec. ln Oester. Bl. sür Lit. u. Kunst vom 23. Oct. Durch Prof. Ernst Freiherrn von Feuchtersleben.) Kurze Anzeigen. ,37) Lehr- und Lesebuch zur Sprache der Mischnah, zweite Abtheilung, Lesestücke aus der Mischnah mit Anmerkungen und einem Glossar versehen, von Dr. Abraham Gei g e r. Breslau., 1845. 8. Leuckart.' X und 135 S. mit dem Glossar. (Fortsetzung.) Es ist eine eigene Sache, wenn man von seiner eigenen Weisheit so voll, für seine eigene Unfehlbarkeit so eingenornmen ist, daß man so zu sagen einer ganzen Vergangenheit über die Achsel stehet, und ihr alle geistige Befähigung, alle richtige Einsicht abspricht. Dkr gefährlichste Feind wird aber oft , der am meisten verachtete, gegen dessen Angriffe man keine Vorbereitungen getroffen. Hr. Dr. Geiger, der immer achselzuckend vom Talmud spricht, und ihm nicht genug Unsinn, Stupidität und Verschrobenheit anfbürdcn kann, hat sich eben dadurch die Rache des Talmuds auf den Hals gezogen, daß ihn der Talmud ebenfalls im Stiche läßt, daß er ihm seine innersten Schätze nicht erschlossen hat, daß der Talmud ihm mit einem Worte ebenso fremd geblieben ist, als er fremd behandelt wurde. Hat sich dieses bei der Auffassung des Hagadastoffes herausgestellt, wozu eigentlich eine gute philologische, archäologische und historische Vorkenntniß so ziemlich ansreicht: so wird sich der Mangel des Vers, an Eingedrungensein, an Routine bei der Behandlung der halachischen Stucke noch deutlicher erweisen, wozu bekanntlich mehr ein richtiger Takt und Belesenheit auf dem eigenen Gebiete, als ein Herbeiziehen äußerer Maaßstäbe erforderlich ist. Man sichet es dem Hrn. Verfasser an, daß er auch diese Partie nur mit philologischen Augen betrachtet hat und sie nicht mit Kennerschaft zu behandeln verstand. Indem wir also das erste hatachische Stück Nr. 33 f'NOIO nwsp (Berachot 1. 5) übergehen, weil es im Grunde, wie bereits angedeutet worden, nicht zur Halacha gehört, so wollen wir unser Urtheit durch das zweite Stück Nr. 34 bestätigen. Es betrifft die Mischna (Berachot 8, 5), die Differenz zwischen der Hillelschen und Schammaischen Schule über die Segenssprüche am Ausgange des Sabbats: piDi *u d^din irn rib-nni jtfDi dtoi i] rfrorn Dwm nid DnDiN hbn rra mn -»nö-n-ow oddin wi tyttn mND. Mit Uebergehung alles dessen, was der Vers, ein wenig breit einleitend dazu giebt, wollen wir die selbstständige Auffassung desselben hier im Auge behalten. Er findet nämlich in dieser keineswegs die Voraussetzung, daß man beim Aus gang des Sabbat über Licht und Gewürze die erforderlichen Sogensformetn zu sprechen verpflichtet sei, sondern daß dieses led igl ich Inder orientalischen Sitte seinen zureichenden Grund habe. Ich lasse den Vers, sprechen: „Bei diesem (dem Ausgange des Sabbats) trifft nämlich eine weit größere Anzahl von ' Lobsprüchen zusammen (zu denen über Speise); denn mit ihm sind zwei Gegenstände wieder gestattet, welche am Sabbat entfernt gehalten werden mußten, und die daher jetzt wieder mit einem Lobspruche begrüßt werden. Der erste ist das Licht, das am Sabbat nicht angczündet werden durste, und der alldere das Räucherwcrk (-iO.lv), welches auf Kohlenbecken zum Wohlgeruche nach dem Ende der Mahlzeit herein gebracht wurde, und diesen Wohtgcruch begrüßte man stets mit einem Lobspruche (Berachot 6, 6). An den Festtagen, an denen der Verkehr mit dem Feuer

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