Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1845)
- Date
- 1845-12-03
- Page
- Seite 390 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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390 verweigert:, weil ihn (der: Präsidenten) .ein im Auüe stehender Mann brieflich davon benachrichtiget, „Herr Schiller sei nicht ganz makellosen Charakters, zudem nicht Gern ein de Prediger, sondern predige nur bei gewissen Gelegenheiten in der Synagoge eines Privatnranatc3". Es kann hier zuerst die Frage altfgewersinn werden, ob es nach den Grundsätzen der jüdischen Ethik, die sich so gern ein Regulativ selbst der christlichen Sit- Lenlehre vindieiren möchte, gerechtfertigt werden mag, wenn feer; Vorstand einer außerordentlich zufammentretenden Körperschaft auf eine bloße Privatinsinuation hin über ein auf Veranlassung der Rabbinerversammlung ftlbst aus weiter Ferne yerbejeitendes Bundesglied in brandmarkender Weise den Stab bricht, ehe man sich noch die Mühe genonmreu, die Richtigkeit jener heimlich en Ankl ag e. zu prüfen. Vom Standpunkte des Christmthums aus wenigstens erscheint es als unerlaubt und unsittlich über einen in: öffentlichen Arnte stehenden ManndieVerdanmmng auszusprechen, wenn nicht ö ffen tt i che Zeugnisfe für seinen nicht.„makellosen Charakter^ vorliogen. Dann wundert-man sich mit Rocht, lme obiges Präsidium dazu kam, in Ansehung dev amtlichen Stellung des Hm. Schiller einem Privatschreiben mehr Glauben beizumesson, als einem Passe der hoch-- löbl. Königs. Ungarischen StatLhalterei, die in der Ausfertigung von derartigen Dokumenten bekanntlich nicht leichtsinnig zu Werke geht; oder hem zweiten von Hrn. Schiller bcigebrachten Certifikate Seitens der Saröser Komitatsbehörde, worin es ausdrücklich heißt : „Prediger dcp Jsraetitengemchlde zu EperiesGerecht erscheint dem Gesagten zufolge der Schurerz, welcher den im Angesichte der gesauuntm jüdisch - cheylygischet:. Welf -nicht unverzeihlicher Welse Gekränkten ergreifen mußte mtte erklärlich der Wunsch, den ein zwar Ln einem andern Heerlager für die Sache Gottes Streitender, gleichwohl aber Hm. Schiller Nähersteheuder hegt, ein Wort der Mißbilligung über jene ungästfrenndschastliche Ausschließung tmb ein anheres Wort der Unerkennnng und Ehreilrettnng für Hrn. Dr, Schiller öffentlich auszusprechen. Von dem erstem:, als Ln dem Porausge schickten bereits enthalten, absehend, glauben wir, was das andere betrifft, der Wahrheit einen Dienst zu leisten, wenn wir uns nach längerer Befamitschaft mit Hrn. Schiffer durch nichts berechtigt erklären, dem Ürtheile beizutreten, welches seinen Charakter einen nicht „ganz makellosen" nennt. Ist es auch schwer und oft nach Jahren vertraulichen Umganges nicht möglich in den: Innerster: der mit.uns in Berührung Kommenden zu lesen, was in ultima, UNLÜ73I sich Derjenige Vorbehalten hat, der: wir Hw „Herzenskundigen''' nennen:, so erkennen, hoch die in den Jahren männlicher Reift Stehender: ohne Schwierigkeit , ob Jemand,, der eh: öffentliches Amt bekleidet, demselben mit gewissenhaftem Eifer, mit Geschick und Erfolg vorstehe, oh fein Wandel untadelig und seine Gesinnung fehtc unedle sei. Irr dieser Beziehung möge Herr Präsident Stein, wem: er.es inzwischen nicht auch schon aus andern Quellen. erfahren hat, die Versicherung aus unserer Gegend hinnehmen, daß Hr. Dr, Schiffer der bibelkundige Rabbiim, in dein Kreise, den ihm Gott angewiesen hat, durch begeisterte Rede segeusvoll wirkt, daß er durch Privatvorlesnngen über die hebräische Sprache am evangelischen Distriktkollegio zu Kperies sich diese Anstalt zu Danke verpflichtet und daß er durch mw .fromme, humane Denkungsart, so wie durch einen durchaus moralischen Wandel die nnchnsttichen und unjüdisehm Verläumdungcn in: Geheimen schleichender Demmeiairten unablässig Kügen straft. Moritz Kysbenheyer, evangeh Prediger. Mn die törcteUHfdmt Lyhreik D^tttschland'H. Wenn Geistesgröße, Genialität und innere Energie verbunden mit unausgesetzt thatkräftiger Menschenliebe, und ein ungetheiltes Sichselbsthingeben zum Wohle der Mitwelt, die wahre Anerkennung der Nachwelt verdient, desjenigen Theiles der Nachwelt mit Recht verdient, der derartige Bestrebungen zu würdigen weiß, von dem der bessere Genius der Zeit die Würdigung dieser Bestrebungen zu fordern berechtigt ist: so werden Sie, hochgeehrtester Herr Redakteur, eben so wenig beanstanden, diesen Zeilen die Aufnahme in Ihrem geschätzten Blatte zu gönnen, als dieselben, wie ich hoffen darf, einen: großen Meile Ihrer geehrten Leser nicht unwillkommen sein möchten. Es gilt den Aufruf des Hrn. Seminardirectors Dr. D i e st e r w e g zu Berlin, an Deutschlands Lehrer, zum Beitritt zu der von demselben projecticten „Pestalozzi-Stiftung". Doch lassen wir diese kräftige, vollwichtige Stimme das Wort selbst führen, wie wir es der „Schlesischen Schullehrer-Zeitung", Nr. 23., entnehmen: „ A n D e u t s ch l a n d 's Lehr er". *j Der 12. Januar 1846, der Lag, an welchem vor hun-. dert Jahren Johann Heinrich Pestalozzi geboren' wurde, dieser recht zum Segen gewordene Tag, darum ein *j Diejenigen, welchen dieses Blatt zu Gesicht kommt, besonders die Herren Schulinspektoren und Lehrer, bitte ich ergebenst, dasselbe unter den Lehrern, Schul- und Menschenfreunden ihrer Umgebung cirkuliren zu lassen (Sollte es solche^ Männern präsentirt werden,, welche schon einen Beitrag gegeben haben, so bitte ich diese itm Entschuldigung^. Das Blatt möge dann sammt den Beiträgen an den zurückgesanbt werden, von den: es der Betreffende erhalten har^ Für die übernommene Mühesage ich. vorläufig herzlichen Wyk.