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Der Orient · 1845-11-26 · 48 (26.11.1845) · p. Spalte 763-764

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
48 (26.11.1845)
Date
1845-11-26
Page
Spalte 763-764 (sequence 6)
Language
German
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764 763 Studien. Didaktische Methode. '„An". Maimun:. 10. Didaktische Methode. > Rab Huna theilt im Namen des Rabbi Mei'r. (Tr. Pesachim 3, ll umd Tr. Chultin 63, b) die Lehre mit: msp TH rvthrb- DIN W*1 Diese Lehre schrcibt die kompendiarische Methode vor, denn das Wort entspricht dem id&odog, via et ralio, worunter ein absichtlich nach festen Regeln eingerichtetes Verfahren beim Unterrichte verstanden wird, und da dieses schneller zum Zwecke führt, als ein regelloses, so ist Methode, nach Quitttitian, zugleich der kürzere Weg, yia coinpeudiaria. Vgl. Niemeyer Grundsätze, Th. EL §. 3. Nicht in diesem Sinne wurde die Lehre von späteren Talmudisten aufgefaßt. In erstatlegirter Stelle wird die Ansicht ausgesprochen, daß in gewissen Fällen wegen der Kürze des Ausdrucks eine rrapi HJUD gebraucht werde : np^prwrmp pE^imbW? din rutw *]Tb!?b mmn p TT rbw Hier wird also die Methode des Unterrichtes (rn*p *p~0 fiir die AnsdruckSweise des Vortrages (»TÄp p,^) genouuucn. Jene ist objektiv und gründet sich mehr auf die Natur des Lehrgegeustandes, diese ist subjektiv und berücksichtigt mehr die Fassungskraft und das Gedächtnis der Lernenden, wie etwa Horaz (de arte poet) sagte: Quidquid praecipies^ eslo hre^is, ut cito dicla Percipiant aniini dociles, teiiantque fideles, d. l). nach Bond, ut auimi dociles percipiant Ina dicta, qnod est ingenii et quod est memoriae. Im Tr. Chuttin nurd die Ansicht ausgesprochen, daß es mehr unreine als reine Thiere gebe, weßhalb nur die letzteren ausgezählt werden (vgl. Rasch: zu Mos. V, 14, 3—6): mno nip lb P»\‘l rriip pra Auch hier wird mifp l“n fiir myp pcs6 genommen, in.fofcrri unter dieser die kategorisehe Ausdrucksweise der Gesetzgebrcng verstanden wird. Auch Mainmni hat diesen didaktischen Grundsatz nicht als Regel der kompeudiarischen Methode aufgesaßt, denn er legt denselben im Sinne des Lakonismus aus, daß die Rede kurz und der Sinn lang sein solle (Hilch. Deot II. tz. 4: Tisi mm nm pi ir±w Nim D^no o.twjji' dinh nm nrn nmn' .'tfl.c&iyb nDNi D’D3n. Dr. S. Mayer. t Kurze Notizen und Miseelleu. Das Wörtchen vor provan^alischen und fpattifchen Eigennamen. Nach Vorgang Asulai's (Wa'ad la-Ehachamim, VI. 4) habe ich im Sabbath-Blatt 1844, Nr. 44, das Wörtchen für eine Abbreviatur des Titels sleur, 86n^0i', senbcrr erklärt. Aunz in seinem neuesten Werke „zur Geschichte und Literatur" S. 461, Anmerkung b) nimmt es als eine Verkürzung des ursprünglichen sen, das wieder aus senhor entstanden und rügt demnach die Aussprache „an.“ Bei Anordnungen von Wörterbüchern ist es wichtig die Aussprache eines Namens sixirt> zu haben, und man wird.es daher nicht für nutzlose Mikrologie ansehen, wenn ich für die Aussprache „an“ — als eine Abbreviatur von „Aclon“, welche Erklärung natürlicher ist — einen Beleg heran bringe. Es tritt uns nämlich dieselbe Erscheinung im Vulga'rarabischen entgegen. Aus das im Vulgärarabischen Sidi lautet, ist der Ehrentitel 81, mein Heer, Monsieur entstanden, das auf gleiche Weise wie an gebildet wurde. j Ad. Jcllinek (Ink). Marmun, der Vater Mose Mairnuni's. Die Geiftesaristokratie steht im mngekehrten Verhältnisse zur Adelsaristokratie: während diese die vermeintliche Bevorzugung des Vaters aus den Sohn überträgt, laßt jene den Ruhm des Sohnes auf den Vater zurückstrahlen. Der talmudische Rechtsspruch: TS‘D TDD pnt|“D HD1 findet hier eine allgemeine Anwendung und wir tragen bei berühmten Männern ein-natürliches Verlangen, ihren Stammbaum genau zu kennen. Von-Mose Malmuni's Vater, wird uns gewöhnlich gesagt, daß er „Richter" — eine unklare Bezeichnung — zu Cordova gewesen, während er doch zu den angesehenen Schriftstellern seiner Zeit gehörtt Simeon Z)uran citirt in seinen RGA. I, 2 ein Werk Maimun's über 'O'H ly/Dl, das Letzterer in arabischer Sprache verfaßt hat und wovon uns Duran Proben in hebräischer Sprache mitcheilt. Maimun bekundet ein ausgebreitetes halachisches Wissen und eine rationelle Frömmigkeit. In den citirten Stellen nennt sich Maimun einen Schüler des Rabbi Josef ha-Lew: Ga o n Es ist mehr als wahrscheinlich, daß Mose Maimuni das Werk seines Vaters zw seinem „Jad Chasaka" benutzt und daß er seinem gelehrten Vater einen Kheil seiner talmudischen Bildung zu danken hatte. Ad. I e l li n eL (Ink). Im Prager Panorama des Universums 11. Heft, Jahrgang 1844, findet sich ein sog. jüdisches Sittengemälde aus dem 12. Jahrhundert, mildem Titel: „Ein talmudisches Urtheil" von Leop. Weisel, worin der bekannte Spruch der Rabbiner I e h u d a b e n B a k i r und R a b b e n u A s ch e r, einer Witwe — welche mit einem Andersgläubigen (ob Christ ist nicht bekannt) Umgang pflog — und die Frucht dieser Liebe der Religion des Vaters übergab, die Nase abzuschneiden, bearbeitet wird. Herr Weisel hat in diesem Sittengemalde dadurch gegen den Geist der Wahrheit verstoßen, indem er erstens als ein talmudisches Urtheil ausgiebt, was ein subjektives, durch Zeit und Umstände bedingtes war (siehe Josr's Geschichte 6r Bd.); daß er ferner ein den jüdischen Sitten aller Zeiten ganz fremdartiges Verfahren, aus den spanischen Jnquisitionsgerichten abzeichnete, und hier als jüdisches Ge-

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