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Der Orient · 1845-11-26 · 48 (26.11.1845) · p. Spalte 761-762

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
48 (26.11.1845)
Date
1845-11-26
Page
Spalte 761-762 (sequence 5)
Language
German
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761 Studien. Legende Ihm ist der Mond, der milde, bleiche, Der Schatten nur der Sonnenleiche, Der, \m ihr Leben sie verhaucht, Aus Meeres - Liefen aufgetaucht, ruft er, „Herr der Welt, mein Gott! Wie? Soll es nicht in mir allein, Auch Nacht im ganzen Leben sein, Weil ich nicht ehrte dein Gebot? Es rauscht im Flügelschlag der Nacht Der Tod, der mir zur Qual erwacht; Soll denn das Chaos wieder siegen, Die Welt der Höllenmacht erliegen?" So klagt er hin die kurze Nacht; Sie schwindet und der Tag erwacht. Er sieht erglüh'n die Bergeshöh'n; Die Tagcsherrscherin, die holde, Die herrliche im Strahlengolde In ruhiger Majestät ersteh'n. Der erste Sabbat morgen glüht. Die Erde wie ein Eden blüht; Es ruht der Herr im Sternenzelt, Da nun.vollendet seine Wett, Blickt segnend nieder auf die Erde, Genährt geschmückt von seinem Werde. Und Adam blickt erstaunt empor, Hinauf in's offne' Himmelsthor, Und seinem Herzen klar entsteigen Des Lebens stumm-beredte Zeugen: Der Reue und der Freude Zähren, Die Seelenlabung ihm gewähren, Indem er Eva heiß umschließt, Die weinend auch das Licht begrüßt. Er jubelt, beter an und sprichst: „Die Sonne strahlt und es wird Acht! Nicht zürnet mehr der Herr der Welt, Der schwebend seine Sonne hält. O Herr des Tages, Herr der Nacht! Dir sei die Seele, dir mein Leben, Des Herzens Liebe, Kraft und Streben Als Opfergabe dargebracht. Dir jubelt huldigend der Morgen, Verscheuchend alle Noth und Sorgen, Und selbst die Nacht, so trüb sie auch, Durchwehet mild dein SchLpfungshauch; So steht die Welt vollendet da, Denn deine Huld erhält sie ja!" „Erleuchte denn auch meine Seele, Daß nichts in deiner Schöpfung fehle, Daß auch der Mensch, entlastet, frei In seiner Art vollkommen sei. Und ob mich aus dem Paradies Auf immer auch dein Wort verstieß, Doch blick' ich dankbar und ergeben, Zu dir, o ew'ges Weltenleben! Befreie, Vater! mich von Sünden, Dir Schlangen gleich das Herz umwinden, 'Laß in der Prüfung düstern Tagen Dein Kind im Trübsal nicht verzagen." So tönt sein inniges Gebet, Von Eva schweigend nachgefleht, Und nicht umsonst, denn Beider Brust Arialekte. 762 Durchfließt des Friedens Himmelslust. Das Scepter reicht der Herr vom Throne, Den Lichtstrahl Beiden hin zum Lohne Für ihre Reue, ihr Vertrauen! Und während sie jetzt Gott erschauen ' In seiner Herrlichkeit und Milde, Mit seinem gold'nen Flammenschilde, Dringt, wie im vollen Engelchore, Der Zuruf aus dem Strahlenchore: „Die Reu' ist halbgebüßte Schuld! Zieht hin und sühnt sie ganz aus Erden; Durch Liebe, Thätigkeit, Geduld Soll Trost und Lebensheil euch werden!" Vielleicht läßt Herr Dr. Letteris seine „Sagen aus dem Orient" recht bald erscheinen. Mrralekterr.*) 9. Verhältnis? - Rechnung. Nach dem Tr. Pcsachim 89, 1) verband sich Nab Huna mit Nab Papa zu einem gemeinschastlicheu Mahle. Während aber Jener 1 Brod aß, aß dieser 4 Brode. Er trennte sich von ihm und verband sich mit Nabina. Dieser aber aß 8 Brode, während Rab Huna 1 Brod aß. Er sagte: Lieber 100 Papa, alslRabma! (dnö NHH *6) D2). Man ist versucht, diesen Ausruf für eine gewöhn^- liche Hyperbel zu halten. Es liegt jedoch eine einfache Proportion zu Grunde. Man muß nämlich annehmen, daß, wenn 100 Papa 400 Brode essen, Rab Huna 100 Brode ißt, denn 4: 1 — 400: x (— 100). Der Quotient ist dagegen 8: 1 4-. Demnach hat Rab Huna in Verbindung mit Nabina einen Verlust von Z-, in Verbindung mit 100 Papa aber nur einen Verlust von Z- — f. ’) Fortsetzung aus LB. Nr. 20. Die in Nr. 24 bezüglich der von mir angenommenen Ableitung der Benennung von Nrnt#, Müssiggänger, von Hrn. Lichtenstädter dahin erfolgte Berichtigung, daß'die Rad. -p&y ursprünglich ein ruhiges, kummerloses Leben führen, bedeute,-muß als sonderbar erscheinen, da auch wenn diese Leseart richtig ist, dieselbe Wurzel hat. Es hatte nicht eine Parallele aus DKO fi/DH angeführt zu werden brauchen, da. dieses Zeitwort schon von den Targumim in derselben Bedeutung genommen wird, wie Heidenheim z. d. St. nach dem Aruch, bemerkt: DJninD HDplOT 'h 311. Daß aber das Wort nunmehr ausschließlich in der Bedeutung: „sich häuslich niederlassen" gebraucht werde, muß man sich zu bezweifeln erlauben, indem dasselbe auch eine andere Beziehung zulaßt, z- B. Tr. Sabbat 12 a npiKlH xb pdk niJDw “isd no^.pü’nn n« ttvi D'inb,

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