Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 48 (26.11.1845)
- Date
- 1845-11-26
- Page
- Spalte 759-760 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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759 daß das letzte Treffen gegen Nikanor nicht in der Nähe des Ostthores, nicht einmal in Jerusalem, sondern zwischen BeLhoron und Adasa geliefert wurde, woselbst Nikanor seinen Tod gefunden (Kca itj'qX&s Nixctvcog rIsQovaaXf]n %ca itctQEVEßaXev sv Bcad'OQcov — %ai lovdag jcciQSVsßcdsv iv ’Mmcc (1 m. iMd. Joseph, iincl.)? 2). Warum hat sich der Werst nicht Unterrichtet, daß nicht wegen der Nähe des Treffens am Thore dieses letztere den Namen Nikanorthor führte, sondern wegen der abgehauenen Glieder Nikanors, die man an diesem Thore zur Schau aufgehängt hat, wie es das erste und zweite Buch der Makkabäer übereinstimmend mit der Barajta (Megilla 18) tradiren? Kca v)]v xsq)ctXr]v Ninavogog (xcpsik ov, % ca zi]v ös^cctv avzov tjp s^szslvbv vtcsqtitpavcog, xca qvsyKocv %ai e^ezswctv nuga rrjv rIsQ0vcsoelLja (1 M. 49) und noch deutlicher 2 M. za ds S7Vi%siQd Zf]g avoiag (zov Ninavogog) %axsvmni zov vccov %qs{icigcu (33 — 35) luid (Megilla Idicl.) D^nr n^ Di^nn^i) nuirn. — So geringfügig alle diese Aufstellungen auch an sich sind, so sind sie für die Firirung eines Urtheils über den Werth unseres Buches nicht ganz unerheblich; sie liefern den Beweis, wie wenig der Verf. die ihm in Fülle zu Gebote /stehenden Duellen benutzt hat , und selbst da, wo er sie benutzt, dieses mit solcher Flüchtigkeit und Halbheit geschiehet, daß wir uns auf seine Angaben sehr wenig verlassen können. — Wir wenden un§ jetzt zum zweiten, halachischen Abschnitt, wo die Unkenntniß des Werst auf talmudischem Gebiete noch augenfälliger und horrender sich Herausstellen wird. (Fortsetzung folgt.) 38) m/fi? ro 1MNN. Andachtsbuch für israelitische Frauenzimmer. z(Z)ur öffentlichen und häuslichen Andacht, in allen Verhältnissen des Lebens, als Jungfrau, Braut, Gattin und Mutter. Von Dr. M. Letteris. Prag, 1846. 8. Wolf. Pascheles. (S. 184.) In unserer Zeit des unwissenschaftlichen Pietismus, der gerade unter Reformern einen breiten Boden gewonnen, ist für die Mittel zur Andacht sehr Vieles gethan worden. Selbst die Rabbinerversammlung hat der „Andacht" gedacht, und eine Kommission für die Redaktion eines Andachtsbuches ernannt. Ein jüdisches Andachtsbuch, d. h. ein Buch, das im Geiste des Iudenthums Gebete und religiöse Beteachtungen Liefern soll, ist zugleich eine wissenschaftliche Aufgabe. Der Verfasser muß zu den alten unerschöpflichen Quellen zurückgehen und. an denselben das reine. Wasser von dem trüben ausscheiden. Es gehört somit eine Vertramheit mit der poetischen und liturgischen Literatur der Juden, um ein wahrhaft jüdisches Andachtsbuch zu schreiben. Hr. Dr. Letteris war . dieser Aufgabe gewachsen und hat sie vollkommen gelöst. Die > Sprache ist gemürhlich und der Inhalt sehr oft au§ den 760 alten hebräischen Meisterwerken geschöpft. Allerdings hätten viele Gebete, durch eine vorurtheilsvolle Veranlassung hervorgerufen, wegbleiben müssen, wenn nicht der Verf. durch Rücksichten auf das allgemeine Publikum gerechtfertigt wäre. Einen besondere Werth erhält das Andachtsbuch durch die poetischen Zugaben, die ein allgemeines Interesse erregen dürften. Wir (heilen als Probe folgende poetische Bearbeitung mit: Die erste Sabbatfeier des ersten Menschen % .etu) ia KBri bVo te t; .« r t (.K'~n ipna) (Am Tage feiner Erschaffung sündigte er, und am selben Tage ward er aus dem Paradiese vertrieben.) Am Tag, als Gott aus weichem Thon , Gebildet hat den Erdensohn, Ihm eingehaucht den Flammengeist, Durch den er frei die Welt umkreist, Und die Genossin'ihm gegeben, Die er gelöst von seinem Leben; - Am selben Tag, den kaum begrüßt Der Blick der neugebornen Sonne, Des Himmels und der Erde Wonne — Hat er sein Eden eingebüßt. Die schöne Frucht vom Wissensbaum Zerstörte rasch den Himmelstraum, Da ihn aus seinem Paravies Der Herr mit Blitzesflammen wies. Vergebens flehte er in Thranen, Die heiß entquollen seinem Sehnen, Nur kurze Frist noch dort zu weilen, Vom Schlangenbiß die Brust zu heilen; Er mußte schnell sein Eden meiden, Und lernen: Mensch sein, dulden, leiden. Er wandelt fort in banger Noth, Er sicht — das erste Abendroth. Es scheint der Glanz des Aethers ihm, Das Flammenschwert der Cherubim. Nun sinkt die Sonne still in's Meer, Die Wellen zittern rings umher. Aus wundervollem Himmelsthor Schwebt ruhig mild die Nacht hervor'; Er wähnt, daß wegen seiner Sünde Das schone Aug'^der Welt erblinde, Daß zornentbrannt ob seiner Schuld Gewichen sei des Himmels Huld Von allen Wesen, die da leben; Das wilde Meer in seine Wogen, Das Weltenlicht hinabgezogen Und in des Todes Macht gegeben — Ach, in des Todes Schreckensmacht, Die seine Schuld zur Welt g<bracht. Es flößt der holde Sternenschein Nicht Trost dem ersten Menschen ein; *) Eine nach verschiedenen Sagen und Legenden im Talmud, Midrasch und von andern alterthümlichm Werken bearbeitete Dichtung, aus den zum Drucke bereitlkegenden „Sagen aus dem Orient," nach Hebräischen und arabischen Quellen, von Dr. M. Letteris entnommen. Kritiken. Andachtsbuch von Dr. Letteris.