Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 48 (26.11.1845)
- Date
- 1845-11-26
- Page
- Spalte 755-756 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8555529-9897698-9897752--4280-3531793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
755 756 Kritiken. Geigers Lehrbuch zur Mischna. mtö einer Mischna hervorgeht: „das Jrus ist auch als Sitz unrein, weil die Klagcsrau darauf zuweilen sitzt"?by mtw nbwnw ™ » kdd DmxmmN'min^i (Kilajim XV, 6). Aus dieser Stelle geht auch hervor, daß dttn nicht das kleine Tamburin sein kann, sondern eine große Trommel, da es auch zum Sitze diente, und was der Verf. für eine trad. Erklärung ausgiebt, hat er nur aus sekundärer Quelle geschöpft. Denn die von demselben miskredirte Gemara giebt sehr richtig die Erklärung für orro an, es sei ND1D im Nbnö. Was aber ist dies Letztere? ^b^ft ist das arabische Jui?, welches, wie der Verf. auö FrcytagS Lexikon erfahren konnte, eine große Trommel bedeutet, entweder nur auf einer Seite oder auf beiden Seiten mit einem Felle überzogen. So giebt auch Niebuhr die Beschaffenheit der „Tabbel" an (Reisebeschreibung I, 180; welche Stelle auch Aufschluß giebt über daö nny bn NTOpI'ndidn 'w ND1DN?ub (Sota 496).) Die Gemara unterscheidet auch sehr richtig zwischen Tr o inm cl Nbüft und Tamburin fcODJD (daselbst) Klirüft INI fctaftn p)br>'Q. — So ist jedenfalls die Etymologie des om* von vntt eine nuglück'liche zu nennen. Mir scheint das Wort griechisch zu sein, etwa Igig auch arabisch so heißt die Pflanze Iris in der Mischna Di*vn (Kilajim V. 8 und Oholot VIIL 1) und Jentf. hat auch für unser orm fast dieselbe Erklärung wie-für die Pflanze, für die ersten NB*ft") onw und die letzten DinN. Möglich, daß dieses Instrument entweder mit dem Regenbogen oder mit dem breiten Blättern der Schwertlilie einige AehttlichkeLt hatte und vorl ihnen den Namen entlehnte *) . — Andere Ilugeuauigkeii Ln dieser Nummer übergehen wir, und wollen nur noch den Jrrthnm über 'rnn aufdecken. —- Der Verf. behauptet nämlich, daß unter dem Verbot, während der Belagerung unter Titus daS Griechische zu lehren mu iu dn din nr:b^ N'b&y nu dib'ü hw D'ftbiDn (wa§ beilällfig gesagt in der Barajta (zur Stelle und Baba Kama 82) mit n\3)\ DDDH identifi'eirl wird), die griechische Sprache überhaupt verstanden sei, weil „d e r H a ß der Iudcn gegei: dieGrie ch e n a u ch Haß gegen deren Sprache eins! oßte und im M o r g e n lande galt das ü r das G r i e ch i s ch e; spätere gebildete Rabbiner wollten dieses Verbot gerne umdeuten, runter Griechisch nicht die Sprache, sondern g e w i sse Z a u b c r k ü u st c (sic?) verstehen, um ihre Orthodoxie nicht zu gefährden, h a b e n sie jedoch die W o rte d c r M i sch u a v e r dr e h e t. Nicht unwahrscheinlich ist auch, daß die Verbreitung der in griechi- *) So eben wurde ich erinnert, daß schon im LB. d. Or. 1840. Nr. 28 von Sol. Sachs, und von M. I. Landau in Prag das. Nr. 36 ausführlich und gelehrt darüber gehandelt wurde, und bei so reichem Material, das dort gegeben, ist des Verf.'ö Nachlässigkeit um so unverzeihlicher. scher Sprache abgefaßten christlichen Schriften dieses Verbot mit herbei geführt hat". — Ohne bei dem Widerspruch zu verweilen, den der Vers, steh zu Schulden kommen läßt, indem er hier aufstellt, die griechische Sprache wäre verhaßt gewesen und in dem „Lehrbuch" behauptet (S. 1) „als Büchersprache diente meistens daö gebildetere Griechisch" , wollen wir sofort diese Behaupenng von der Mißlicbigkeit der griechischen Sprache in der talmndischen Zeit zurüekweisen. Die Gemara unterscheidet sehr richtig zwischen der griechischen Weisheit, welche verboten und der griechischen Sprache, welche höchst beliebt war ninb nW ]wb 11 nb mv nöftm (ilml). Und nicht um* spät ere gebildete Rabbiner, sondernR. Jehuda Ha-Nasi selbst, der Saurmler und Redakteur der Mischna, achtete die griechische Sprache hoch und empfahl sie neben beut Hebräischen. „Wozu) sprach er, die syrische Sprache in Palästina reden? Es genügt entweder die hebräische oder die griechische" b^n^1 pNU Ul 1DN nw iwb ik vnpn papb in aba nob udd \wh (ibici.). Beliebt war aber das Griechische wegen der Version der Septuaginta, so daß diese Sprache dadurch eine gewisse Heiligkeit erlangte idin b^bD.) p pn nW-Mb»N Win Kb DnftDft (Mcgtlla 8), und eine Barajta giebt mit derülichen Worten den Grund der Bevorzugung des Griechischen an. iöin nnvp n dibdi min iDDn nIw nun Nb n\w uunn nunra "]b»n ubm rjBj/D (ibid.). Mag die Entstehung der Septuaginta ans natürliche oder übernatürliche Weise geschehen fein , genug das Volk hatte und benutzte sie, und der heilige Inhalt verlieh auch der Sprache eine gewisse Heiligkeit. Geht aber aus allem diesen hervor, daß die griechische Sprache verhaßt war? Daö fragliche Verbot traf aber keiuesweges die Sprache, sondern die griechische Weisheit ".nw ncon. Aber was hat mau darunter zu verstehen? Man hat diesen Ausdruck vielfach gedeutet tttib gedeutelt; Maimuni hält ihn für eine'Räthselsprache, welche den Griechen eigen war; Brücker in seiner historia crilica pliilosopliiae faßt ihn für eine von Egypten eiugewandcrte Theosophie, für eine synkretistisehe jüdische Philosophie. DieZ Alles ohne Begründung, nur auf leere Veruulthwlgen hin. — Halter: wir Ulis arr die Barajta, so werden wir vielleicht den Schlüssel zu diesem mix interpretum finden.- Die Barajta erzählt, daß Ln Folge de-s Misbrauches, den ein alter, der „griechischen LVeisheit" kundiger Mann damit getrieben, den Belagerern tu HyrkaucS Heer zu rathen, den Belagerten in Jerusalem anstatt der Opferthiere ein Schwein zu liefern, diese griechische Weisheit verboten wurde. Das Faktum dieser Erzählung ist durch Josephuö (^üliy. XI V, 2, 2) verbürgt, der fast Alles bis auf den Umstand von der griechischen Weisheit hat. Im ersten Buche gegen Apiou spricht aber Josephus, von einer griechischen Weisheit eUr(vizij