Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1845)
- Date
- 1845-11-26
- Page
- Seite 379 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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379 mouialgesetz göttlich und unantastbar ist, die nicht niDViDessen, den Sabbat nicht entweihen, ja nicht am Sabbat wwh musieiren, oder zrim rdfcy Cigarren rauchen und beschimpfende Korrespondenzen schreiben/ oderHazard-Spiel spielen, die 'nicht am 3' anstatt zum inSScharlspiel gehen/ die sind D’DU; thäten sie aber das Gegentheil, dann wären sie gewiß Männer der Thatkrast und Wissenschaft, der schönsten Gesinnung und Gesittung, und wie die schönen Floskeln sonst heißen mögen. Nun, das ist in der Ordnung, aber Korr, wolle beherzigen, daß auch das dolce far nienle sein Gutes hat. Hätte er z. B. anstatt seinen Artikel zu schreiben, auch der Klasse der D'Snj angehört, wie scharmant, es wäre die Lesewelt des Lesens, und wir des Antwortens überhobcn gewesen. —- Die übrigen gar zu unwürdigen Gemeinplätze von ,,Sold und Leistungen" übergehe ich, und ist nur berichtigend zu bemerken, daß die Rabbiner ihren Sold wicht wöchentlich sondern monatlich bekommen. Und -nun nie und nimmermehr ein Wort einem Skriblcr solcher Injurien gegenüber. David Deutsch, Rabbiner. - Cveßeld, imNovbr. Von dem isracl. Konsistorium ist so eben folgendes Rundschreiben erlassen worden, das nicht nur der Mittheilung werth ist, sondern das auch ein schönes Zcugniß von der Rührigkeit und Thätigkeit desselben zur Hebung der Schulen ablegt. Das Rundschreiben lautet: „An die Herren Vorsteher der israelitischen Gemeinden desKonsistorial-Bezirks Crefeld. Wenn es als eine unumstößliche Wahrheit anerkannt werden muß, daß Ruhe, Zufriedenheit und Glückseligkeit, welche auf Erden genossen werden kennen, einzig und allein, wie dies jeder Denkende an sich selbst bewährt findet, von den religiösen Gefühlen und Gesinnungen abhängen, die im Innern des Menschen leben; wenn die ganze Wohlfahrt während aller Perioden des Daseins, von den ersten Augenblicken des Erwachens der Verstandeskräfte an bis zum Zeitpunkte des Ueberganges in eine Ewigkeit, lediglich durch die religiösen Begriffe begründet wird, durch die Liebe zur väterlichen Religion, die im schönsten Bilde die eigentliche Bestimmung, die Menschenwürde und den Menschenadel, vorzeichnet, jeden Nebenmenschcn ohne Unterschied der Glaubensmeinung und des Bekenntnisses als Bruder darstellt und den ^Sterblichen zu dem Ewigen hinleitet, der mit Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ^das Weltall lenkt, und der „bevor ein Wort ans der Zunge schwebt, es schon längst gewußt": dann müssen es auch Eltern, Erzieher und Lehrer als die heiligste Aufgabe ihres Lebens betrachten, die ihrer Aufsicht und Sorgfalt empfohlene Jugend schon frühzeitig mit dem göttlichen Worte der Religion, mit jenem Werte, das vom Himmel stammend nicht der Vergänglichkeit angehört, -sondern der Sonne - gleich fortleuchtet und ewig lebt, .wie.der- Gott> der cs offenbarte, recht vertraut zu machen. Eltern , Erzieher und Lehrer dürfen ja keinen andern Zweck in's Auge fassen / keinen andern Zweck verfolgen, als die Beförderung des zeitlichen und ewigen Heiles der ihnen von Gott zur Bewachung und Fortbildung übergebenen Seelen : und j zur Erreichung dieses Zieles giebt es kein besseres, kein kräftigeres Mittel, als die erhabene Weihe des jugendlichen Gernüthes durch die Erkenntnis) des Unsichtbaren, als die Anleitung der Jugend zun: richtigen Verständnisse der heiligen Schriften, als die Veredlung des noch empfänglichen Herzens durch Hindeutung auf die mannigfachen, inhaltsvollen Pflichten gegen den Allmächtigen, der die Menschetlkinder führt, wie „der Adler sein Nest bewacht, und über seinen Zungen schwebt./l. Um diese heilige Aufgabe in . der Erziehung, hauptsächlich aber in der.Schule, woBeispiel und Belchnmg jeder Zeit Hand in Hand gehen müssen,. ihrer Lösung naher zu fuhren, bedarf es unbezweifelt eines guten Religio n s b u ch e s, das in systematischer Ordnung und kurzer Fassung alle die Grundzüge der Offctrbarm;gölehre in einer verständlichen, klaren und dem Kinde zugänglichen Sprache aufstellt; das die Wahrheiten der Religion durch treffliche und gutgewählte Stellen aus dem Pentateuche, den Propheten, Hagiographen und Sprüchen der Weisen belegt und bestätigt; das, mit allen Fasern sestwnrzelnd in. dem Boden des historischen Jndenthums, dennoch durch Geist und Richtung seine Bekanntschaft mit den philosophischen Forschungen der Jahrhunderte und den Anforderungen der Gegenwart nicht verlängnct, vielmehr bekundet, daß es nicht hinter der Zeit zurückgeblieben. Ein solches Buch muß dem Kinde in die Hand gegeben werden, wenn der religiöse Sinn geweckt, wenn der göttliche Glaube in sein Inneres geprägt, wenn es, als Folge davon, einer zufriedenen, ruhigen und glück-' lichen Zukunft enigegengefuhrt werden soll. ‘ Diese hohe Wichtigkeit, dieser segensreiche Einfluß eines zweckmäßigen Religionsbuchcs konnte auch dem Konsistorium, dem die tteberwachung der israelitischen Erziehungs- und Lehranstalten de§ Sprengels übertragen worden ist, nicht entgehen, und mit Bedauern mußte der mitunterzeichncte Oberrabbiner bei seinen/ bei Gelegenheit der Rundreisen veranstalteten Schulinspektionen wahrnehmen, daß einige Schulen sich keines Leitfadens zum Unterrichte in der Religion bedienen/ andere wieder ein in jeder Beziehung mangelhaftes, zur Katcchisation ganz unbrauchbares Religionsbuch eingcführt hatten, und daß demnach in einem und demselben Kreise eine Verschiedenheit in der Methode und Behandlung des wichtigsten Unterrichtszweigcs stattfiudc, die, abgesehen von dem Nachtheile, der für Prüfungen und SchnlentlassttngSfeierlichkeiten daraus erwächst, hauptsächlich auf die allgemeine Bildung sehr schädlich inflniren müsse. Diesem 48 *