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Der Orient · 1845-11-12 · 46 (12.11.1845) · p. Spalte 725-726

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
46 (12.11.1845)
Date
1845-11-12
Page
Spalte 725-726 (sequence 3)
Language
German
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725 Kritiken. Beurthellung von Geiger's K. v. K. Abth. 1, Mit einer Karte von Abyssinien und der angrenzenden Länder. (L. -VI. 414 und 12 @0 Stuttg. Cotta. Geh. 2J- Thlr. 8) Zur Geschichte und Literatur von Dr. Zunz. Bd. 1. 1) Die jüdische Literatur; 2) zur Literatur des jüd. Mittelalters in Frankreich und Deutschland; 3) Bibliographisches; 4) das Gedächtniß der Gerechten; 5) die jüd. Dichter der Provence; 6) Geschichte der Juden in Stritten; 7) Münzkunde. — Register. — gr. 6. 607 S. 3 Thlr. Berlin, Beit u. Comp. 10) Fallermayer, Fragmenre aus dem Orient. 2 Theile. Sruttg. Cotta. (Der Verfasser, Professor in München', schrieb geistreiche Briefe in die Allg. Ztg.; er behauptet, die Neugriechen seien zum größten Kheile Slaven). Kurze Anzeigen. 37) Lehr- und Lesebuch zur Sprache der Mischnah, zweite Abtheilung, Lesestücke aus der Mischnah mit Anmerkungen und einem Glossar versehen, von Dr. Abraham Geiger. Breslau, 1845. 8. Leuckart. und 135 S. mit dem Glossar. (Fortsetzung.) In Nr. 11 behandelt der Vers, die Mischna Snkka 5. n3*wn no , welches der Verfasser mit Freuden des Fackelhauses übersetzt. „Mit Wasserschöpfen hat diese Freude der Beleuchtung gar keinen Zusammenhang, und auch die Gemara, die zwar den Ausdruck nicht verstand, kannte doch die Sache zu gut, um einen falschen Sinn unterzulegen, wie dies spätere Rabbiner thnn". So der Vers. Wir lassen die etymologische Grille des Vers, die Grundbedeutung des Wortes DNty ,,sch öpfen" aufzugeben, und es mit dem arabischen <***»& anzünden, zu konfundirm, dahin gestellt, wiewohl das Letztere mehr zu D'Dr-7 Flamme gehört, wohin auch das syrische NND^ zu rechnen ist, und ftagen blos, wenn die Fackelfreude mit dem Wasserschöpfeu am Sukkotfeste in keinem Zusammenhänge steht, wozu sollte sie denn eigentlich überhaupt dienen? Heißt das rationalistisch erklären? Die Ceremonie des Wassergießens, Jim nn:n po:, machte einen der Differmzpnnkte der Peruschim und Saddncäer aus, und jemehr die Letztem sich sträubten, die traditionellen.Elemente anznerkennen, mit desto mehr Ostentation wurde diese von Seiten ihrer Gegner und des Volkes ins Leben gesetzt. So beim Abschneiden der zum Opfer nöthigen Garben am Passaseftc, DOiyn rrpäp, das mit vielem Geräusche geschah, indem sich alle nah bei Jerusalem liegenden Städte versammelten, Dspi n»"W HD pDj/D, wobei die Geschäfte recht laut betrieben wer- Lesebuch zur Sprache der Mischna. 726 den, als Demonstration gegen die Boöthusäer *p bo -oj/n rmp pN vm Dmnnn \jdd (Menachot 10). Dasselbe geschah bei der Zubereitung der Reinigungs-Asche aus der rothen Kuh, wobei die Häretiker gleicherweise andrer Ansicht waren, dhdin1 rni# rwyj nrr»n ttrrn mijjDDl und dieserwegen alle Thätigkeit hierbei öffentlich und laut betrieben wurde, jm Q’öyö nwbw pn pn (rnsrr na jn^) )b dhein nDH DDT ^D by (Para 3). Da mm das Wassergießen am Hüttenfeste ebenfalls von den Saddueäeru geleugnet wurde, und sie sich Mühe gaben, es zu ver- ' eiteln (Sukka 4, 9): was war natürlicher als es mit so viel Geräusch und Pomp zu begehen, um dem Volke feilte Wichtigkeit darzuthun? So faßt auch der Jems. daS Füllen des Wassers in ein goldnes Gefäß, dieTrompctenmusik und noch vieles Andere 'O2D rwy1? HD “OT1? ( ad M. 4, 7). Und so sieht gerade der Jubel des S chöp fh anses (nD^n NH nnD&y) tu eng em Znsammenhan ge mit dem Wassergießen, zu dessen Vorbereitung es eben eingeführt wurde, und der dreimalige Posaunenschall in eben derselben Nacht diente nur zum Wasserfüllen nypni ijnm )ypn vbnb mrjni nnwy nfyjDn jr6yn nx^D (ibid. 5, 4 und 5). — So muß allerdings ein selbbstständig sein wollendes Kommentiren ansfallen, wenn es mit Vornrthcil, ja mit Animosität gegen die bisherigen Leistungen, und zu gewissen Zwecken unternommen wird. Doch wir enthalten uns noch alles Urtheils über diese Arbeit und verfolgen noch weiter die Erklärungen des Verfassers. Ich übergehe wieder 2 Stucke Nr. 12 und 13, die Mischna nn DW W) njHDN , Nosch Ha-Schana I, und rwö DH*1 DLSWD HHi (das. 3, 8), die durchaus nichts Erhebliches bieten, das Lob oder Rüge verdiente, und mache bei Nr. 14 Halt. In diesem Stücke erklärt der Vers, ün Glossar Art. yy, daß die in Folge der Dürre mit der heiligen Lade vorgenommene Prceession in einem gerämnigen Platze der Stadt pNH)D yybw nmrnb nnra nx, nur von Jerusalem gelte. yy gilt f ch l cch t w e g f ü r I er nsale m wie dem (für Athen) und urbs (für Rom)" S. 123. — Hier bewährt der Vers, wieder seine gewöhnhiche Flüchtigkeit. Denn die in dem verhandelten Stücke angegebenen Verordnungen bei der in Folge der Dürre eingesetzten Fasten gelten eben sowohl von andern Städten, wie ans derselben Mischna hervorgeht, 'm NHD^n 7n HH' nwyü DDiri NHsra 'm nmi 'üh mx yiyw jr-nn p rw jn miDM ij/caa nPn p 'jnu wh &b hqk dhdh 'butt nnn nnDt. Hierzu Gemara (16) und Tosifta Ta'anit I ^D'vD jmn p N\m Jy hvd^d ttnshn nn .Iran ipi 'idi D^Dn 'fob DD1 NDtßOl. Ja, es dürste noch die Frage sein, ob in dieser Mischna überhaupt von Jerusalem die Rede ist, oder ob es in Jerusalem eine PDim 46

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