Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1845)
- Date
- 1845-11-12
- Page
- Seite 364 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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364 1833 über 12 Advokaten und ebensoviel Medieiner, Von denen einer KreisphysikuS war, einige Mitglieder d'cs Direktoriums der Eisenbahn find; und hätte er zugleich wissen müssen, daß die Anstellungen nur, vom Fürsten und zwar nach Verfassung ganz nach eigenem Willen ausgehen. Lag dieses nun auch in der Macht der Umstände 3! — Und wenn denn die Israeliten in einem Lande, wie Hessen, in Mitten Deutschlands, solche Rechte, wonach ganz Israel schon seit vielen Jahren ringt und strebt und dennoch nicht erreicht, unter dem Schutze ihres Fürsten so frei genießen, findet es der Korr, feige und speichelleckerisch , die wohlthuenden Gefühle für den Fürsten auszusprechen'? Solche Gefühle will der Korrespondent mit seinen Ausdrucken besudeln? Solche Wohlthatm fair6 Lonne mine ü un mauvais jeu nennen? Wir weisen solche Ausfälle mit Verachtung zurück, und sollte es uns leid thun, wenn die Behörden von der Gehässigkeit der jüdischen, besonders Hamburger Korr. Kenntniß erhielten. Wir fühlen uns wohl und glücklich unter unserm Fürsten, und will sich der Korr, einmal hervorthun, so mag er ein Sittenprediger bei den Hamburger Juden werden, die ja bekanntlich schon straßenweit ihre Bücklinge bis zur Erde machen, wenn sie aus der Ferne einen Senator erblicken. Hannover, 2. Novbr. Der Rabbinats-Kandidat Samuel Meyer hier, der zum Landrabbincr für die Landdrosteibezirke Hannover und Lüneburg erwählt worden, ist als solcher bestätigt und am 20. Oktober eidlich verpflichtet worden. Hamburg, 27. Oktbr. Meine Meldung, daß Herr Kandidat Schlumpf, bisheriger Lehrer an der Talmud-Tora, als Prediger nach Groden gehe, muß ich dahin berichtigen, daß derselbe zwar zu diesem Amte gewählt und bereits vom Senate bestätigt ist, aber sich entschlossen hat, hier zu bleiben. Dadurch ist zugleich die Frage wegen Anstellung oder Nichtanstellung eines studirten Juden an jener Anstalt vertagt. — Die Rachricht der Allg. Zeit, des Judenthums, daß Hr. Dr. L i l i en t h al nach Nordamerika auswandcre, hat hier nur iheilweise Staunen erregt. Denn, daß er nicht wieder nach Rußland zurückkehren werde, ließ sich wohl denken. Ob aber blos darum, weit er den Juden dort nicht mehr nützen zu können glaubte, ist eine andere Frage. Denn wenn, wie fast anzunehmen, derselbe den russischem und polnischen Juden sogar vielfach geschadet und wehe gethan, so mußte er, sobald er Ehrgefühl besaß, wenigstens ihre Leiden zu mildern oder sie zu theilen'wissen. Aber erst die Leute unglücklich machen helfen und dann seine Haut in Sicherheit bringen, verträgt sich schwerlich mit dem Gewissen eines Ehrmmanncs. H. Lilienthal hat entweder einfältig oder schlecht gehandelt und wir haben volle Ursache, an der Probe-. Halligkeit seines Verstandes oder seines Herzens zu zweifeln. — Am vorigen Donnerstage wurde in dem Konvente der Hamb» Erbgesessenen Bürgerschaft die.Proposition wegen eines auf 5 Jahre gütigen modifi'cirten Bürgerrechtsgesttzcs angenommen; auch die Juden figurirten in dein Entwürfe, aber nur als — Ausnahmen und Ausgeschossene. C. Leipzig, 4. Oktbr. Wenn wir in der Regel Berichte über Syuagogeneinwcihungen, Predigten u. dgl. zurückweisen, weil sie zumeist das Gepräge eines lokalen Interesses an der Stirne tragen, so sind wir einmal selbst m die Lage versetzt, einen solchen Bericht abzufassen, der aber einen Gegenstand von allgemeinem Interesse behandelt. Leipzig verliert als Sitz der weltberühmten Messen seine lokale Färbung und jede geistige oder religiöse Erscheinung, welche in ihm auftaneht, muß ihre Urheber in den entlegensten Kreisen suchen. So ist es auch mit der neuerrichteten Berlin- Leipziger Synagoge. Die Herren Moritz Meyer jun. undJ. Jako b so h n haben aus Privatmitteln eine Synagoge ins Leben gerufen, die im Sinne eines gemäßigten Fortschrittes wirken soll. Dr. Fürst trat als. erster Vorsteher dazu. Am Sabbat Vor dem Neujahrsfeste wurde sie durch die Herren Oberrabbiner Frankel in Dresden und Rabbinats-Assessor Sachs in Berlin emgeweiht und am Rösch Ha-Schana-, Jom-Kippur- und Sukkot-Feste fungirten die Herren HR. Steinschneider und A d. I e l l i n e k (Ink) als Prediger. Der Besuch der Fremden war sehr zahlreich und man kann sich der'Hoffnung hingeben, daß die neue Synagoge segensreich ans Leipzig und fremde Gemeinden wirken werde, besonders wenn die Glieder der Synagoge Hm. Oberrabbincr Frankel an Frömmigkeit nicht werde"» übcrtreffen wollen. Den Gründern der Synagoge sowie den mitwirkenden Predigern gebührt ein öffentlicher Dank. Wir enthalten uns auch eines Urtheils über die Predigten, da die zahlreichen Meßfrcmdcn eine hinglängliche Garantie für dieOeffentlichkeit bieten. Hamburg, 4. Rvbr. (Missionswesen.) Der durch seine Reisen und Wanderungen bekannte Missionär Joseph Wolfs aus Baiern, der kürzlich als Kaplan bei der englichcn Kirche in Mecheln angestettt worden, hat, wie schon früher einmal, einen Aufruf an die Juden erlassen, in welchem er sie zum Festhalten an dem alten Glauben ihrer Väter ermahnt» Das Schreiben dieses Konvertiten steht diesmal in dem zu Paris in englischer Sprache erscheinenden Galignanis Messenger. Er eifert gegen die 72 (?) Rabbiner, die in Frankfurt a. M. die Gebete für die Rückkehr der Juden nach Palästina abzuschaffen beschlossen hätten und meint, nur in dieser Sehnsucht nach Jerusalem und ihrer dereinstige«. Erfüllung liege das Heil der Juden. Alle, die nicht daran festhielten, seien nur Deisten. Auch donnert er gegen die (Tempel-?) Gemeinden in Hamburg und London. — Ein anderer Abenteurer, Bonafl m il fl 1 I