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Der Orient · 1845-11-05 · Heft 45 (5.11.1845) · p. Seite 359

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 45 (5.11.1845)
Date
1845-11-05
Page
Seite 359 (sequence 13)
Language
German
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359 den. In der Lhai halten wir uns nicht für kompetent (zu welchem überhaupt ein großer Grad von Egoismus gehört) der Iudenschast in der ganzen Preuß. Monarchie sagen zu wollen, diese Grenzen haben wir gezogen, sie zu überschreiten ist nicht zulässig. d) Muß in einer Gemeinde, wo nur eine Synagoge ist, denen, welche an die frühere herkömmliche Ordnung der Gebete gewohnt sind, jede Abweichung eine Kränkung verursachen, indem sie dadurch gezwungen werden, wider ihr Gewissen die. neue Gebetsordnung zu theilen; wir werden dadurch nur den Saamen der Zwietracht in friedliche Gemeinden ausstreuen und in dm kleineren Gemeinden, wo die Nachahmungssucht wüthet, könnten Beleidigungen verfallen, die an die Behörde gebracht nur Verachtung dem Judenthum zuziehen würden. Die Erfahrung hat's genügend bekundet, daß in mancher kleinen Gemeinde die Mitglieder verschiedener Parteien sich gegenseitig angefeindet haben u. s. w. Unsers Erachtens kann nur, wenn etwas für die Erhaltung der Religion geschehen soll, eine jüdische Schule, wo der hebräische Unterricht einen wesentlichen Theil der Lehrgegenstände ausmacht, für die Jugend begründet werden. Berlin, den 20. Januar 1845. Das Rabbinat der hiesigen Iudenschast. Oettinger. E. Rosenstein. C. Auf die vom hiesigen Wohllöblichen Vorstande an uns ergangene verehrliche Anfrage, ob der Vorschlag des Hrn. Dr. Sachs verwirklicht werden soll, antworten wir Unterzeichnete hiermit, daß unser früherer Bescheid kein bloser Rath, sondern eine bestimmte auf Gründen beruhende Entscheidung war, welche wir hiermit durch Belege bekräftigen wollen. Menachor Fol. 32. (Ih '“1 nmiB) heißt es: wenn selbst der Prophet Elias sagen sollte, daß ein allgemein bestehender Gebrauch abzuschaffen oder zu verändern sei, so ist ihm kein Gehör zu schenken. ]’n ^yjco idn’ dn Dyn wru *ooty lV i'jiffli? Ebenso ist aus Meharik Schoresch 1 'Anas 8 und 9 ("d "n f)jy n rtrm p’ina) und aus Magen Abraham Hilchot Megilla r (rbm mbn "n "o) zu ersehen, daß ein Gebrauch, der von gelehrten Talmudisten, die das Vertrauen der jüdischen Gesammrheit besaßen, eingesührt worden, selbst gegen die Halacha seine Giltigkeit hat. Ein Wohllöblicher Vorstand wird demnach einsehen, daß wir nicht berechtigt sind, alte ehrwürdige Gebräuche von anerkannten Autoritäten zu verwerfen. Auch ist von solchen Veränderungen, wodurch, wie die Erfahrung lehrt, die maaßlosen Anforderungen unberufener Reformer nur bestärkt werden, mehr Schaden als Nutzen zu erwarten. Selbst ein bloßer Versuch dieser Art. ist durchaus unstatthaft; denn ist er mißlungen, so kann er nicht wieder gut gemacht werden. Wir müssen also, nach unserer festen und besten Ueberzeugung jede weitere Abänderung für unzulässig erklären. Berlin, den 4. August 1885. Das Rabbinat. I. I. Oettinger, E. Rosenstein, Rabbinats - Verwalter. Rabbinats - Assessor. Perfonulchronik und Miseelle«. Hamburg. Der Tempel hat kürzlich eine Orgel erhalten, die als wahres Kunstwerk gepriesen wird. Von der Berliner Reformgenossenschaft wird in der Hamb. N. Z. vom 2. Oktbr. sehr tadelnd und feindselig gesprochen, doch noch immer zu milde in Betracht des Betragens der Repräsentanten in Hamburg. 4- * (Sanftabt. Bei der Advokaten - Versammlung hier hat der Rechtskonsulent Jordan, der als Israelit auch Mitglied der Oberkirchenbehörde ist, große Anerkennung gefunden und es wurde ihm auch die Anerkennung der Versammlung zu Theil. Danzig. Ende Sptbr. wurde hier eine neue Synagoge eingeweihet, was in unserer Zelt freilich nichts Neues ist. Alle Behörden waren bei der Feier repräsentirt; nur kein Geistlicher hatte sich eingefunden, was übrigens leicht zu verschmerzen. Auch hat kein Prediger aus der Rabbiner- Versammlung die Synagoge eingeweiht, was viele sehr bedauern, da sie dann keine Aussicht hat aufzuhören. Königsberg. Die Zahl der gemischten Verlobungen nimmt sehr zu, ohne daß man noch weiß, ob der Staat die Ehen erlauben, oder daß die Rabbiner-Versammlung eine Kommission dazu niedersetzen wird. — Berlin. Die Reformgenoffenschaft hat an Rosch ha- Schana und Jom Kippur den ersten Gottesdienst gehalten. 9 t, * ' Kopenhagen. Der hiesige Handwerkerverein für Juden ist in großer Blüthe; möge es den Vorstehern gefallen, wenn sie wollen, einen Bericht einzusenden. — Rußland. Für die jüdischen Schulen, die vorläufig nur Hoffnungen sind, ist eine Lichtsteuer eingeführt worden. Wie in Oesterreich wird die Lichtsteuer bleiben und die Schulen noch prekärar sein, als die Messiashoffnungen in der Rabbiner-Versammlung.

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