Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 44 (29.10.1845)
- Date
- 1845-10-29
- Page
- Spalte 691-692 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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691 Studien. Forschungen über die Psalmüberschriften. Forfchimge« über die Ueberschriften der Psalmen und Erkärmrg des Wortes Sela und einiger poetischen Wortformen. Von Hartwig Philipp Nec, in A a rhus. (Fortsetzung.) Obgleich nun Maskil eigentlich der lehrende bedeutet, so kann es im Sprachgebrauch doch als der Gelehrte, d. y. der Sachkenner heißen» So 1 Sam. 18, 14: und David war bei all' seinen Wegen ein Sachkenner (V^D), und Gott war auch mit ihm. So Gesenius unter.b^W/ Hiph. Nc. 2 Ps. 41, 2 wer auf den Armen merkt oder Acht giebt, also derjenige, welcher auf den Armen merkt. So ist ja auch Nomen.' So heißt z. B. der Eingang Ez. 8,' 5 während dies Wort das Eingehen bezeichnet, vom welches Stammwort auch gehen, eingehen bedeutet. M. s. bei Gesenius das Wort. So heißt esauch5M. 20, 19: mi^n yy dinh o, denn, ist—wohl— ein Mensch der Baum des Feldes, daß er vor dir in die Festung eingehen könne? d. h. daß er sich vor dir retten könne und in die Festung eingehen d. h. sich belagern lassen könne: um von dir weg zu kommen:' -pDE) y der Baum kann sich fa nicht reteriren, ist also wehrlos, daher sollst du ihn nicht umhauen. So scheint auch die Meinung des jerus. Targurn 1. zu sein, wenn er hat: p'DpD frOCtSp*? um sich zu verbergen, vor dir, in die Festung, d. h. sich zu retten. — Die Frage nimmt er als Negation: -03n1? jb\\ Wlj wie das, nach Wolfsohn, in Jjob öfters Statt sinvet. — Sonst giebt Jerusch, z. B. i dJt. 6, 19 NOn mit b^n, b"u aber: hebräisch inDfli?. Das Wort b-DKM als Gedicht zu nehmen, kommt wiederum von dem Misgriff: Maskil Ledavid oder Ledavid-Maskil für eine Notiz zu nehmen, wie Mismo r- Ledavid. Und so ist man so weit gegangen, daß man ,y-)DI bO^Q gezwungen mit: singt ein Gedicht oder spielt ein Gedicht, gegeben hat, während hier Maskil sehr einfach als b'-y&oi bedeutet. So z. B. Jbn Esra. 5 Most 33, 5: , -jbD. „Spielet zwischen, wie Sachkenner. Spielet wie Meister! denn Elohim ist König der ganzen Erde!" — Auch könnte die Forderung an die. Häupter der Leviim gerichtet gewesen'sein, daß der Dichter nämlich von ihnen verlangt, daß sie einen Menazeach zu diesem Liede anstellen, der ein Maskil ist. Man muß nicht außer Augen lassen, daß die Wörter in den Aufschriften, ganz prosaisch hingeschrieben sind, als kurze Notizen, wie — Was den Autor angehet, so ist er ebenfalls nur mit einem Worte, mit seinem Namen nämlich, angezeigl, wie Ps. 72, 1 ncbtt/b d. i. Folgen- 692 des ist von Salomo. So ist somit ibici. 90, 1 hinreichend als Verfasser, rjbön ist demnach eine Notiz für sich. Folgendes ist eine rfaDD, kein um, wie obenerwähnt die Maaßregeln für die Begleitung danach zu nehmen. Beleg für die Richtigkeit unsrer Auffassung, daß nämlich jedes Wort eine Notiz für sich ist, liefert "MM, da dieser Ausdruck nicht „ein Gesang von David" bedeutet, da wie oben erwähnt, Mismor nicht Gesang ist. Dazu kommt, daß es z. B. Ps. 88, 1 heißt yw, welches man als „Psalmlied" hat künstlen müssen, und wenn Mismor allein ein Gesangs bedeutet, so ist Schic Mismor sprachgebräuchlich — Genitiv : Lied eines Gesanges, welches ja unsinnig wäre. So mußte man °rnb anders geben als niDtD: Ps. 24, 1 gab man als zwei Notizen: „Von David. Ein Psalm", hingegen Ps. 23, .1: „Ein Psalm von David", also nur als eine Notiz. Diese zwei Notizen sind aber ganz konsequent zu nehmen: Ps. 24, 1: (a) «ßcn David. (d) Mismor! und daß es zwei Notizen sind, dafür spricht gerade Pft 23, 1: (a) Mismor! (b) Won David. Denn als zwei Notizen traf es bei verschiedenen Malen von selbst, daß der Dichter damit wechselte, da es ihm ja nicht darauf ankommt, welche Notiz zuerst steht. Dasselbe ist der Fall bei Michtam Ledavid und Ledavid Michtam rc. Und noch eher kann die Verwechselung stattgefunden haben, wenn der Name des Verfassers von dem Menazeach notirt ist, um die Schüler darauf aufmerksam zu machen oder dergl., da David vielleicht andere oder strengere Forderungen an die Begleiter gemacht hat als die übrigen Dichter. Die meisten dieser strengen Notizen gehören auch zu den Psalmen, welche von David selbst sind. Am wahrscheinlichsten ist es, daß die Menazchim den Namen des Verfassers, der ihnen den Psalm hinschickte, annotirt haben. Daher wird von ihm in der dritten Person gesprochen., So bekamen sie einen Psalm zugeschickt, von einem der Söhne Korachs^ Da es ihnen nun nicht darauf ankam zu wissen, wer von diesen Söhnen der Verfasser ist, notirten sie mp \3:fb. Da sie mm ähnlicherweise einen Psalm von einem Mitgliede einer min zugeschickt bekamen, notirtcn fte ebenso minb Ps. -*00, 1. Hat der Dichter aus Bescheidenheit statt seinen Namen, alle Söhne Korachs als Verfasser angegeben, so ist auch dieses der Fall gewesen bei Ps. 100. — Hätte die Meinung dss Worts: min1? „zu danken" sein sollen, so hätte es, analog mit -iDbb , “)Oinb, wohl nninb geheißen, und zu Dankopsern oder zum Dankopfer, daran ist nicht zu denken. Am häufigsten wurden und geopfert, warum denn gerade ein Psalm »Tiinb*)? — So sind denn die Wörter in den Ueberschriften — der Ort der Musikzeichen; nicht, ist der Ort aber mitten im Texte, wo man Sela als Musikzeichen nehmen will, worü- ' *) Das Lied „ein Dankopfer" zu nennen — „ohne zu opfern" — ist zu occidenta tisch und zu weit geholt. Dieses ist kein orientalisches Bild.