Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 43 (22.10.1845)
- Date
- 1845-10-22
- Page
- Spalte 683-684 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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683 Ionatcm im Verse pi im Sinne von Iüchtii gung und Strafe gleich dem Landmann, der das Getreide in der Tenne schlägt. Mein Freund aber, der dies auf die Dauer der Zeit der Zerstörung bis zu unserem Dichter deutet, erklärt das eh N1? 'D auf sehr gezwungene Weise (K. CH. VN'. S. 84). Uebrigens ist aus der Kina np’isn M deutlich zu ersehen, daß die Worte HNW nnw' iW p"nn wörtlich aus dem Midrasch genommen seien, und es ist kaum annehmbar, daß' der Pajtan sie m einem vom Midrasch sehr entfernten Sinne gebraucht haben sollte. Was bedeutet ferner yD^D .njyDD fiNJtsr. nnw, wenn es die Zeit nach der Zerstörung bis auf. unfern Dichter anzeigt? Hat denn Gott wirklich nach der Zerstörung seinen Zorn unterdrückt und ihn nicht mehr empfinden lassen, und hat er über Israel keine großen und empfindlichen Uebel mehr geschickt? Ich will nun vor dem Schlüsse meiner Worte über R. Elasar biribbi Kalir meinen Lesern mittheilen, daß er außer seinen im Deutschen und polnischen Machasor vorkommenden Pijjutim auch noch andere verfaßt hat, die im italienischen^ Machasor (nijHi\D jfUD) Vorkommen. Besonders kommen daselbst Klage- und Trostgedichte für den 9. Ab vor, die in den unsrigen fehlen, und die wahrscheinlich R. Elasar zum Verfasser haben; und zwischen je zwei Stücken befinden sich zuweilen, einzelne Strophen, welche die vorhergehende Kinna 'mit der folgenden Verbinden, mit dem Akrostichon Elasar, manchmal Schemuel.' Neu und auffallenv ist hiebei, daß dort Kerobot für den 9. Ab (zu jedem der'14 ersteren Segenssprüche des Gebetes Schemone-Esre) Vorkommen, die von den unsrigen verschieden sind, und auch da erst (wie bei den unsrigen) qpp '-'ityb# gezeichnet, °.so daß wir von einem und demselben Dichter zwei verschiedene Kompositionen für die Schemone-Esre desselben Tages besitzen. Noch auffallender ist, daß aus der ersten Kinna die auch bei uns vorkommt, nur daß man bei uns nicht einsieht, warum sie mit dem Worte ^2^ beginnt, und warum sie in jeder Strophe den Anfang der Verse der Threni rückwärts, und zwar sammtlich vom Buchstaben 'd (rto, IpDD, nniSD, TJD, no und so die f° Strophen)'enthalte, daß also aus dieser Kinna im ebenerwähnten ital. Machasor diese Anordnung sich sehr einleuchtend erklärt, denn die Kinna mo ist die Fortsetzung der dort vorkommenden Kerobot, denn auch jene enthalten Veese aus Threni rückwärts, wie z. B. DK TiZPK 1121 /di irsDn d ib:n.dn.. und so fort bis' zum Ende des Buchstaben Nun in der Segensformel HIO, daselbst sind die Kerobot. zu Ende, und fangen die Kinnot an,- und die erste Kinna enthält die Wersanfänge der Threni, die in den.Kerobot nicht Vorkommen.' Nach jener Kinnah enthält letzterwähntes Machasor eine 684 Neihenfolge von Klage-' und Trostgedichten, hierauf folgt Wnbtt friüTT\ (entsprechend dem DM, das wir im Mincha- Gebete sagen) und schließt ißy piy pa DrUD .ttoiGriT rwia 'X2, D^rr> nJD), endlich der Schluß der Schemone Esreh ohne Kerobot. Man sieht hieraus, daß die Aschkenasim die meisten Klaggedichte des R. Elasar ha- Kalir adoptirt und sie mit den Kerobot verbunden haben, die zwar auch R. Elasar zum Verfasser haben, aber nicht zu denselben gehören. Nun könnte aber Jemand einwenden, daß \30 mb rD&? nicht die Fortsetzung der. im ital. Machasor enthaltenen Kerobot sei, da in den letztern außer den Versanfängen der Threni auch das zweite Wort jedes Verses mit einem bestimmten Buchstaben in alfabetischer Ordnung anfängt, während dies in vjd n?o .rbtP : ntd&t Statt findet. Allein hier ist (als etwas ebenfalls sehr Auffallendes) zu berücksichtigen, daß der Pajtan, nachdem er die Buchstaben des Alfabets sieben Mal im zweiten Worte jedes Verses zu gebrauchen anfing, beim Bustaben Waw diese schwere Fessel von sich warf und schrieb: cni tmi de; - enib p /Dl QnV^lBM NtSrD Nil rUTHl ohne daß der entsprechende Buchstab des Alfabetes im zweiten Worte des Verses: mehr vorkomme, und auf diese Weise setzte er seine Arbeit vom Buchstaben Waw bis zum Buchstaben Nun, und eben so in I1ID fl2!2/ vom Buchstaben Samech bis zum Tau fort; woraus sich ergiebt, daß wenn auch die Kinnah ijq hjd rottf der ersten Strophe der Kerobot nicht vollkommen ähnlich ist, diese Aehnlichkeit jedoch mit den übrigen Strophen von Waw und ff. Statt findet. Uebrigens unterscheidet sich die Kinnah noch in anderer Beziehung von den Kerobot, daß nämlich die ersten 14 Strophen der Kerobot am Ende drei Verse enthalten, worin einer der Buchstaben; vom Namen des Pajtan (Elasar biribiKalir) vorkommt; dies ist aber beider Kinnah nicht der Fall; denn der Name des Dichters war bereits geendigt, und er wollte keine fernere Schwierigkeit mehr über sich nehmen; jedenfalls aber findet sich am Ende der Kinnah noch eine-Strophe Nnn, 'Dl “K2W yg mit dem Akrostichon Elasar. Im Schacharit für den Versöhnungstag findet sich im Minhag bene Roma eine Selicha auf die zehn Märtyrer; sie beginnt -q nDJN D. 'n pPN, mit dem Akrostichon ptn am Schluffe. Ich will nicht behaupten, sie sei von R. Elasar biribbi Kalir verfaßt; jedoch ist zu bemerken, daß Ibn- Esra von Kalir erwähnt, er habe DP mit und pgereimt; hier kömmt dieses vor, während es in andern Kalirischen Piutim nicht zu finden ist. Für Mincha des Versöhnungstages hat. der Minhag beim Roma Kerobot mit-dem Achrostichon ^p DHD (mit Jod nach dem Kuf und nach dem Lamed) und zu wiederholten Malen; sie beginnen: di}/ blp3 -piN. bmj;n p, mpN jra -jruiDN.. Studien. Luzzatto über Kalir