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Der Orient · 1845-10-15 · 42 (15.10.1845) · p. Spalte 667-668

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
42 (15.10.1845)
Date
1845-10-15
Page
Spalte 667-668 (sequence 6)
Language
German
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667 Kritiken. Geschichte der Zsraeliteu, von Dessauer. 668 und zur Erwerbung der Landesprodukte, die der Christ im Schweiße seines Angesichtes für sie bauet, und die sie — oft das Weste verzehren, ohne nur ein Würzelchen zu pflanzen, auch das Ihrige beitragen, mithin dem Staate so nützlich sind als sie sein sollten, und vielleicht (?) könnten". Aus Nr. 9 der zweiten Beilage erseheo ich, daß meine Behauptung in Nr. 30. des Orient richtig ist, daß nämlich den Juden in Wien nie verboten war zu studiren, denn es hnßt dort: „In Ansehung der höhern Schulen, da ihre Besuchung jüdischen Religionsgenoffen niemals untersagt gewesen, wollen Wir diese Erlaubnis; hier bloß erneuern und bestätigen". Es wird dem Verfasser gewiß die dankbarste Anerkennung, und die möglichste Verbreitung dieser inhaltsvollen Fragmente z daher wir hoffen können , demselben bald wieder auf diesem Felde zu begegnen.; S. Deut sch. 41) Sie können unfern Lesern die freudige Nachricht mittheilen, daß einem lang gefühlten Bedürfnisse durch den unermüdeten Fleiß eines Mannes abgeholfen wurde, der der schwierigen Arbeit, an welche sich. bisher trotz aller Aufforderung Niemand wagte, vollkommen gewachsen war. Ich meine die in der Palm'schen Berlagshandlung in Erlangen erschienene Geschichte der Israeliten mit besonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte derselben. Von Alexander dem Großen bis auf gegenwärtige Zeit. Nach den besten vorhandeen Quellen beararveitet von Dr. I. H. Dessauer. 1846. groß 8. XXI. 593 S. , Nie haben wir, nachdem wir die sehr gut geschriebene Vorrede durch'lesen hatten, die Reeension eines Werkes mit größerer Erwartung und mit freudigerem Herzen unternommen, als die des gegenwärtigen. Wir wollen daher ohne Vorurtheil, gewissenhaft und unparrheiisch über das vorliegende höchst wichtige Werk uns unverhohlen aussprechen, wozu wir uns um so mehr verpflichtet fühlen, da dasselbe einige Lage nach seiner Erscheinung ohne Grund und auf eine sehr unwissenschaftliche, anmaßende und offenbar feindselige Weise angegriffen wurde. Will ein Recensent sich mit der wahren Tendenz eines Buches bekannt machen , will er des Autors Ansicht, Ausdrucksweise und Individualität kennen lernen, so darf er ja nicht die Vorrede überschlagen und deshalb wollen wir auch hier mit derselben beginnen. Wohl hat der Herr Verfasser Recht, -daß kein Gebiet der Wissenschaft bisher mehr als die mittlere und neuere Geschichte der 'Israeliten vernachlässigt wurde, und Laß es die höchste Noth erforderte, ein Werk zu schreiben, in welchem der Israelit die Leidensgeschichte seiner Väter im Zusammenhänge erfahre; er stellte daher es sich zur Ausgabe ein Buch zu liefern, welches das Wissenswerthe der Geschichte der Israeliten aller Länder und Zungen von .da an, wo für eine Menge Privatpersonen keine Quellen mehr vorhanden sind, nämlich von Alexander dem Großen bis auf unsere Zeiten, vollständig, unpartheiisch, belehrend und in kompendiöser Kürze erzählt und göttesfürchtigen gebildeten Familien, Lehrern, Erziehern und wißbegierigen Jungfrauen und Jünglingen eine unterhaltende und belehrende Lektüre gewährt. Dabei hat er die sich gestellte Aufgabe zuweilen gelöst, gut Treffliches geleistet, und ist seinem Grundsätze: — Gottesfurcht, Menschenliebe, aufrichtiges Forschen nach Wahrheit und die größte Unpartheilichkeit müssen des Geschichtschreibers Leitsterne sein, — beharrlich treu geblieben. .Nur blinde Leidenschaft kann das Verdienst einer so gediegenen Arbeit verkennen, die so schön die Mitte zwischen dem Zuviel und Zuwenig hält. Vor allem aber gebührt den edlen menschenfreundlichen Gesinnungen des Hrn. Verfassers, dessen inniger Wunsch, alle Menschen ohne Unterschied des Glaubens als Brüder vereint'zu sehen, aus jedem Worte hervorleuchtet, die Achtung und Anerkennung aller Redlichen. Schon die Eintheilung des Buches gibt ein schönes Zeugniß von der Einsicht und Sachkenntnis; des Verfassers. Er gibt nämlich in der Einleitung eine kurze allgemeine Uebersicht des israel. Staates von seiner Entstehung bis zu seinem Untergange, sucht die Ursache des letztern recht anschaulich nachzuweisen, schildert den Zustand des Reiches, besonders unter Alexander, macht uns mit dem Charakter der Israeliten damaliger Zeit bekannt und führt uns allmälig zu dem Zeitpunkte, wo die eigentliche Geschichte der Israeliten — nämlich von dem Tode Alexanders, in diesem Werke auf eine Weise erzählt wird, die gewiß Jedermann anspricht. Sehr zweckmäßig wurde das Ganze nach den Epoche machenden Hauptereignissen in drei Zeiträume und diese wiederum in mehrere Kapitel getheilt, auf welchen letztern der Inhalt kurz 'angedeutet ist, was die Uebersicht ungemein erleichtert. Der erste Zeitraum, welcher von Alexander bis zur Zerstörung Jerusalems geht, enthält 18 Kapitel und giebt uns in einer klaren, lichtvollen Darstellung eine vollkommen befriedigende Erzählung aller wichtigen Ereignisse, eine treue Schilderung aller merkwürdigen Personen und eine sehr belehrende Beschreibung aller Religkonssekten und der damaligen Volkssitten. Gewöhnlich am Ende der Kapitel wird die Kulturgeschichte gebührend berücksichtigt. Nur zu loben ist es, da das Werk ein Familienbuch sein soll, daß lange Reflexionen, welche die Leser ermüden und gewöhnlich überschlagen werden, absichtlich vermieden wurden. Uebrigens ist der Styl rein, fließend und anziehend, nicht hochtrabend, leichk verständlich und zuweilen klassisch. Als Beweis des Gesagten wollen wir hier nur einige Stellen mittheilen (S. 27.): „Mt dieser geringen Macht, welche er (Judas) vorher ermahnte, lieber als Helden zu sterben, als durch, feige Flucht sich zu retten, erkühnte er sich, den Feind anzugreifen, durchbrach den stärksten Flügel, jagte, was säst unglaublich scheint, die fliehenden Truppen nach dem Berge Azatus; endlich ward er von einer ungeheuren-Menge umringt, die hintersten Reihen drängten die vordern; er und sein kleines Häuflein fochten wie die Löwen und thürmten Wälle von Tobten um sich auf, aber die Gefallenen (Feinde) wurden immer durch frische

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