Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 42 (15.10.1845)
- Date
- 1845-10-15
- Page
- Spalte 661-662 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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661 schiedenheit vom Volke Argumente aus der Mischna.beigebracht, die noch einige Fides beim Vers. hat; sollten diese noch nicht genügen, so werden wohl Zeugnisse aus dem Historiker Flavins Iosephus hierfür den Ausschlag geben. JosephnS erzählt nämlich: die Leviten/ j besonders die Tonkünstler, gingen den König Aprippa II. mit der Bitte an, ihn e n d e n Priestern gleich, einen linnenen Priesterrock als Tracht zu gestatten, was er ihnen auch mit Uebereinstimnnmg des Synedriums — aber gegen das Herkommen -- erlaubt haben soll. Toov däAsv'Ct&v, ogoitceq vfcvadcn tfauv, | nsi&ovGi zov ßaGdsiav, xcc&iGavza Guvsögiov, cpoqsiv ctvzovg STUGrjg zoig Isqsvgw imzQEtyai Xivtjv czokvjv * j itQSTteiv yaQ avzov zoig zvjg aQ%rig XQOVOig icpaexov, äcp cSv ^vrjiiovBvd'eGBrai xaivo tcoieiv xai zrjg GB(og ov öirjiiaQTOV ' 6. yag ßaodsvg (isza yvco^g TCOV*rfg ZO GVVSÖQIOV £TCOl%O^BVG}V GVVEXCüQTjG S ZOtg vfivcoöoig imd’snsvovg zqv tcqozequv eGzr\za tpoQSiv Uvqv, oiav vjzsXTjGsv. (Antiquität, lib. XX. c. 9.) -- Ferner erzählt derselbe Historiker, ein Theil der dienstthuenden Leviten — vermuthlich von den Thürhütern Dnyi&y — hätte sich von demselben Könige die Erlaubniß ausgebeten, d i e Te m p e l h y m n e n zu erlernen, was er ihnen ebenfalls gewährt haben sott. Meqovg ös zivog zz\g cpvXrig XeizovQyovvzog %aza zo ieqov xai zovzotg ircEZQt'tjJs zovg vjtvovg Expwd'Ew, cög TcctQBxalov ' zavza ös vjv.' ivavzicc zavzcc zovg 7targioig (ibid.) „Dieses Alles (d. i. Priesterornate für die Leviten, und die -Theilnahme der dienstthuenden Klasse am Tcmpelgesangc) war gegen die väterlichen Gesetze, ganz übereinstimmelld mit der talnrudifchen Tradition" n^nr^n itnjwoi.nyw tvibjd (Erachin 11). Es wäre Luxus hierüber noch ein Wort zu verlieren. Ziehen wir aber Iosephus noch ferner zu Rathe, so dürfte vielleicht das vom Talmud aufgestettte Faktum, daß der Hauptzehnten,. jm'V zur Zeit des zweiten Tempels den Priestern entweder ausschließlich oder in Gleichberechtigung mit den Leviten gegeben wurjde (Chulin 131. Jebanrot 86. Hetübot 26), was der Vers, s e l t sa m und unhistorisch findet, gerade seine historische Bestätigung .finden. Iosephus erzählt: unter dem Pontifikat des Ananias habe bei den Priestern eine solche Unverschämtheit geherrscht, daß sie die ihneu geb ü hr enden Zehnten durch ihre Sklaven mit Gewalt aus der.Tenne des Landmanncs nehmen ließen, wodurch die armem Priester, die auf den Zehnten angewiesen waren und davon ihre Existenz sichern 'mußten, in eine unerträgliche Dürftigkeit versetzt waren. ToGavzq öe zovg ct(>%i£QELg xazslußsv dvaiösia, 6g rs tzeixtceiv öovlovg toltyopEvoyg zag z oi g leq sv G iv oyskopsvag dsxazag (ib. XX, 8 und 9). Abgesehen von diesem Misbrauch, der von Iosephus gerügt wird, ergiebt sich 662 daraus.unzweideutig, daß die Priester den Zehnten nehmen durften, was wohl schwerlich von jenem Zehnten gelten kann, den die Leviten den Priestern abzngeben hatten, DQNDI genannt, da dieser, von der Erndte, wohl schlecht die Lebensbedürfnisse der darauf Angewiesenen befriedigen konnte. Iosephus giebt überhaupt so manchen Aufschluß über daslalmudisch c. Jndenthnm vor dem Ta lmud, und es wäre dem Herrn Verf. zu rachen, diese Quellen besser bei feine,! theologischen Studien zu.benutzen. Wir übergehen Nr. 5, die Misch na nnoj; wbw by niDü o^tsd (Schab. 2, 6) und Nr. 6. *)wy nwbu? nnsw (ans Schekalim 6, 1) ohne Bemerkung, weil auch der Verf. nichts darüber zu bemerken hatte, und fassen bei Nr.? wieder Posto, wo uns Proben von des Verf. rationalistischer Seichtigkeit, von jenem dem Verf. eignen Hinweggleiten über Schwierigkeiten geboten werden. Die bab. Gemara soll wieder, nach des Verf. Ansicht, die Mischna (Joma 1, 5) UpMnnDD irojratym dmdn rro n^inityni n:ra upft p mD ra yby un pyuiffD — jhd m* b toni — u^Nü7 rrö bo 'w wn n^gp mn rraa-w pw pUl Dm HDEn Nin — — nicht verstanden haben. Hier des Verf. Worte: „Hier (in der Zelle djpddn DO) sollte daher auch der Hohepriester die Nacht zubringen bis zum Anbruche des Tages. Die sonstigen Geschäfte der Zelle (das Zuberciten des Räucherwerkes Schekalim 5. Joma 1) stehet damit in weiter keiner Verbindung und auch die j. G. meint, man habe ihn dahin geführt, weil die'Zelte nah der seinigen gewesen. Die b. G. hingegen setzt das Hinfnhren in diese Zelle mit ihrer sonstigen Bestimmung in Verbindung und glaubt, man habe ihn dort gelehrt, das Räncherwerk nach Vorschrift die Hände vrll zu nehmen mnDn nrhb. Allein davon sagt die M. nicht eine Sylbe, und bereits während der ganzen sieben Tage beschäftigte er sich mit dem Räncherwerk, und eine Handvoll davon zu nehmen, dazu bedurft e es doch wahrlich keiner so großen Geschicklichkeit". Wir bleiben bei der letzten Aenßemng des Verf. stehen, um seine Pfuschereien in talmudicis anfzudeckcn. Allerdings bedurfte cs einer Geschicklichkeit, mit dem Räucherwerke a n d i e se m Tage irn Millerheiligsten umzugehcn. N^n ccrrpDDty (Joma 47. 49. Menachot 11), die ganz besonders dem Hohenpriester gelehrt und ans Herz gelegt werden mußte. Denn in dieser Funktion kreuzte die Tradition mit der häretischen Ansicht der Boothnser. Denn Letzteren gegenüber, welche das Räncherwerk schon draußen angezündet wissen wollten/ DUrm pimö ]pm DUDD, mußte das schwierige Verfahren gelehrt werden, wie dasselbe im Atlerheitigsten gehandhabt werdeu sollte. Eine Barajta giebt hierüber Ausschluß: rmy nid mro 42* Kritiken. Gekger's Lesebuch der Mischnu>