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Der Orient · 1845-10-08 · 41 (8.10.1845) · p. Spalte 647-648

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
41 (8.10.1845)
Date
1845-10-08
Page
Spalte 647-648 (sequence 4)
Language
German
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648 647. Krikikem . GektzM LeftbuH der Mischna. cha, sondern vom ersten Paschatage gezählt, davon spricht auch Epiphanias, daß die Dositheer und Gorthener die Feste zur selben Zeit begehen wie die Juden. Kat itoiovöiv avzQi tag iogtctg, <prj(u ds roQfrqvoi %m •doöiti'ioi, omv . ol IovScaoi iiiiTsXmai y rav Se A$v\mv mi üctGxov nsvrmoarrjg rs km Uxtjvony* fcoav Ken wjGtEicig xqg tzccq avxöig voiu6svo(isvrig fjpsQctg yaag (Epiph. idiä). Man wird also davon abstehen wüsten, daß die in dieser Mischna erwähnten Einrichtungen „den Dositheern gegenüber^ getroffen wurden, zumal da das Wer dieser Sekte noch wenig ermittelt ist, und wohl nicht lange vor der Zerstörung des Tempels entstanden sein mögen, etwa gleichzeitig mit Simon Magus und seinem Schüler Mmander. (Vcrgl. Klemens römamis, recognitioaes c. I.) Die Polemik, welche der Vers, gestützt auf diese windige Konjektur, gegen die Erklärung der Gemachs führt, erweist sich um so gehaltloser, als ihm die Dunkelheit dieser Mischna ganz unbekannt gu sein schien. Nicht nur beide Genmra's, sondern auch die weniger , verdächtige Tosista zur Stelle bringen die Einführung der Formel (D tinyn lyt mit dem Umstand?in Beziehung, daß man im Tempel sich nicht mit dem „Amen" begnügte, sondern eine entsprechende Lobformel von den Zuhörern wiederholt wurde, b. G. 63. siD b 'di nOT L^1pQ2 M pJiy jw.-MDD HdV — und G. j. zur Stelle *]ra onpw m HD wipoa jdn poiy vn xb von .Xb m, ebenso Tosista (866. 6) in unmittelbarer Verbindung mit m:rQ ■»Drnn b wird erwähnt unpm p^iy Vergl. auch Tosista (Taa's mt I.) vib "m. (niojynn)pbw b'hDtnpKo jnr — — MpM \föN pny pw o^yn nyi db)yn p (*ny) D^yV )HDbD xd oi^'^na'inriN ]\ny itnb Taa'- mt 6, 16. In welchem Zusammenhänge steht das Unterlassen des -„Amen" im Tempel mit drr Erwähnung beider Welten in der Gebetsformel? Ferner warum sollte die früher üblich gewesene längere Formel iyi D^iyn JD D^yn Chr. I, 16, 47. ip. 41, 14. und Neh. 8, 6, die doch stereotyp geworden zu sein scheint, plötzlich verkürzt worden sein in tbyn }£? So lange diese Fragen nicht erledigt sind, kann wohl von einem hinlänglichen Verständniß dieser Mischna nicht die Rede sein, und es fehlen uns hierzu specielle Nachrichten über die dogmatischen Bewegungen unter den Juden während des zweiten Staatslebens, über die Konflikte der Hellenisten und der Saddueäer mit den Hasfldäern und Peruschim. Sicher aber ist es, daß die erst später hervorgetretene Sekte der Dositheer durchaus ohne Einfluß auf diese Einführung gewesen ist, und so wird sie wohl auch nicht *) Diese noch bei uns übliche Formel übtyb irrtbtD scheint eine Abkürzung und Verkümmerung der längern ed'eq nV iyi dhyb m sein. die Veranlassung, zu dem Anssprechen des göttlichen Namens. beim Gruße ixn. Gib m ybtvw nto wpnni EEO gegeben haben, wiewohl von den Dositheern wirklich erzählt wird, daß sie den göttlichen Namen nicht ausgesprochen haben, wie die gewöhnlichen (Samaritaner), sondern sprachen dafür DMb. ää^LUI Igjyu UT (de Sacy I. c.), was allerdings in Opposition gegen die Samaritaner geschehen sein mag, die sich ohne Schm des. Tetragrammatons che im Schwure bedienten. pD (rnrniND nra) pyanam •wn.Q p^>r (Sanhedrin j. 866. XVII.). Unverständlich ist an derselben Stelle das vorangestellte Verbot der Dositheer, die Formel zu. gebrauchen: „Gesegnet sei unser Gott in Ewigkeit" *\)12 dbiyb wnta JjS f(ihid.). Indessen scheint altes auf eins HLnauszulaufen, die Dositheer wichen darin von den Dogmen und Institutionen der Samaritaner ab, daß sie sich mit den Dogmen der Juden wehr befreundeten, wie bereits oben nachgewiesen. Dazu gehört nun auch das Unterlassen des Aussprechens des Te- Lragrammatons, wie es zur Zeit der Auflösung des jüdischen Staats gebräuchlich war; eben so mögen die Dosithcer beim Segensspruch D^yb Wlb*. "jra vermieden, was ihnen, den Anschein gegeben, als wenn sie das Dasein einer andern Welt und die Auferstehung leugnen, sondern wohl tbiy nyi nb)yb eingeführt haben, ganz den jüdischen Dogmen entsprechend. Auf diese Weise würde das bereits in dogmatischer Differenz eingeführte, fertige Judenthum auf die sich erst bildende Sekte der Dositheer inflnirt haben, aber keinesweges läßt sich der umgekehrte Fall Nachweisen, daß die Dositheer, deren Namen bis auf das in Pirke des R. Elieser höchst zweifelhafte /l dm Inden unbekannt geblieben, eine Opposition-im Judenthume hervorgerufcn haben sollten. Die Veranlassung zu dem Anssprechen des göttlichen Namens beim Gruße liegt viel näher, und es giebt in der jüdischen Geschichte Data genug dafür. Die griechisch-syrische Dynastie, welche die Grundwurzel des Judenthums auszureuten sich vorgesetzt, drang bekanntlich vor Allem darauf, den im Judenthum geheiligten Gottesnamen durch den erzwungenen Kultus des ZeuS Olympios Zkenios zu verdrängen, und zum Dionysfest wurden die Juden gezwungen mit Epheukränzen dem Weingott zu huldigen: tfvaym&vxo oi Iovdcaoi niGGovg s%ovvsg 7to{mevsiv xm Jiovvtup (Makkabäer 6, 7). Auch das Megillat Ta'cmit kennt diese tyrannische Nothzüchtigung des Judenthüms bw nn^y;wdd vn pnDb pNft — jn1?^ mt mny .vinb by pbin) rm pb D.byb (SecU'II.). Was war natürlicher und nothwendiger nach den Siegen der heroischen Hasmonäer als dnc Reaktion einzuführen, den aufgezwungeum Namen Zeus und anderer heidnischen

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