Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 41 (8.10.1845)
- Date
- 1845-10-08
- Page
- Spalte 645-646 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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646 I 645 Kritiken. Geiger's I Leseärt lntßN 'ibrw , )m pD haben. - Die alte'Krasauer Ausgabe' des Zerns, von DOL7^1608. Hab aber ganzunsere Leseart, und dies mag für alle nachfolgende \ Angaben von „Lesearten" gelten, die keineswegs das t Resultat sorgfältiger, mühsamer Vergleichung von Handjj schristen, Inkunabeln und kritischen Ausgaben sind, sonl dem auf Grund einer zufällig der Arbeit zu Grunde j gelegten mehr oder weniger korrllmpirtcn Ausgabe bc- I rrlhen. — Wir wenden uns;u Nr. 2, worin der Schluß! der citirten Mischna kommmtirt, und zugleich eine brili (ernte .Probe von des Verf.; Gründlichkeit und Selbstj ständigkeit abgelegt wird; es wird nöthig sein, diese allerj dings höchst schwierige und für Kenntuiß der jüdischen j Sekten bedeutsame Mischna hier näher zu beleuchten. —- VW rnro. (nicht mit Verf. j T>n. nD.Nr p'D.n ub)yn.p nnoiü rn.icnprä | qfyynD^n p pnDw'Nn^.irpnn ihn n^n pfyj? | "ipNir um nono^ na -htm mx nw wpnm j iDJ M 'n pim.'n -p-p^, ddqj> ',t —;iyp.mm ddh 'nb twyb ny * pn nipt p tön bx. *mi b*n . »Imin Zrrr Erklärung dieser Mischna schlägt der Verf. einen selbstständigen Weg ein, und verwirft die Erklärung der beiden Gemara's, die ja ohne archäologische Vorarrs- . setzungen schwerlich den Sinn derselben auffassen konnten. ,,Eine samaritanische Sekte nämlich., die der Dositheer, hat nach arabischen Schriftstellern (?) das.Dasein einer andern Welt geleugnet, desgleichen sich des Tetragrammatons enthalten, und sich blos des Namens bedient, und überhaupt vieles Alte abgeschafft und Neues eingeführt. Diesen Ketzern gegenüber scheint man nun um so schärfer das Dasein einer andern Welt betont, den - Gebrauch des göttlichen Namens auch beim Gruße gestattet und die Aufmerksamkeit auf die alten Gebräuche gelenkt, zu haben, wie es hier aufeinander folgt." (S. 3) Zur Duelle für diese Angaben hat der Verf. de Sacy Chrestomathie arade eingeführt, die aber derselbe höchst oberflächlich benutzt hat. Hätte der Verf. sich nach andern Quellen über die Dositheer umgesehen, z. D. Epiphauius gegen die Häresteen, die zwar oft trübe fließen, dennoch aber viel Historisches enthalten, oder hätte er auch nur die Quellen wie Makrizi und die Chronik der Samaritaner besser beachtet, so würde er unmöglich auf diese vagen \ Behauptungen geratheu sein. Zuvörderst, daß die D o s i- \ theer das Dasein e i n e r a n d e r n W e l t g e l e n g-! n e t, davon steht in de Sacy's Auszügen a n ch kein Wort, im Gegentheil aus Epiphamus erfahren wir, daß die Dositheer die Auferstehung zum Dogmahat- , ten: av clg t a<nv yct$ oy,o\oyovGiv {doGi&BOt) (cen- \ tra Iiaeres. 1. L). Wie eng verknüpft aber die Wortstellung von der Auferstehung mit der Vorstellung von einer andern Welt war und die eine die andere voraus- ^etzt und ergänzt, ist Jedem bekannt, der auch nur einen Lesebuch der Mischna. Blick auf dieses Literaürrgebieb geworfen. Die Dositheer haben also kemesweges das Dasein einer andern Welt geleugnet, noch viel.weniger vieles Alte (seil, von iüd i fch cn Institntioneu) abgeschafft un d Neues dafür eingeführt. Herr Dr. Geiger hat dieCitate in de Sacy falsch verstanden und was dort von den Abweichungen der Dositheer von den religiöse n G e b r äu ch e n d e r Sermerritaner e r z ä h l t wird, hat er .für ein Abweichen vom Judenthum e genommen! Gerade das Gegentheil sagt.jme Stelle aus, daß die Dositheer, indem sie viele Gebräuche der Samaritaner Aufgaben, sich rn e hr d e n jü d i sch e n n ä h e r t en. Es ist, der Mühe werth, die. Stelle im Original hierherzufetzen , und an einem eklatanten Beispiele die Oberflächlichkeit des Verf. darzuthun; sie lautet: . 8^-0 oöüt i ^Laä! s^joLwJI I^äJjSPjLo! \jo 2Ui \jo gX* Lyäf A 8^0iaj JjwO t iXaä ^J0 LojJ) f. h.y loy ijjo SuJI Lo Lgj0 4>J Lgj I ^«JÜLi^!y I ,,Zu derselben Zeit (der Zerstörnng, des zweiten Tempels) trennte sich ein Haufe von der Gesa mm th eit der Samaritaner u. bildete eine eigene Sekte , welche Dostan (Dositheer) hieß, insofern sie die rituellen Festtage (der Samaritaner) anfhob lmd auch Vieles, was sie von ihren Eltern und Voreltern überkommen hatten; sie wichen von dem Bekenntniß der Samaritaner in einigen Stücken ab. UnterAnderm, daß sie jede Quelle, in welcher ein todtes Reptil gefunden wird, ftir unrein erklären. Sie zählten auch 5 0 Tage vom Pao chafeste gleich den Juden; sie reichten dem Vieh am Sabbattage weder zu essen noch zu. trinken, sondern besorgten das Nöthige früher am Freitage. So wichen sie von dem Samariterthum in vielen Stücken ab, noch außer dm Dogmen und Glaubensansichteu". — Wo in aller Welt hat der Verf. gelesen, daß die Dositheer Altes vom Judenthum abgcschafft und Neues eingeführt^ daß mau iru Judenthurn für uöthig fand dagegen zu reagireu? Sie haben im Gegmtheil sich mehr dem Judenthume genähert, die- 50 Tage bis zum 'Wocheufeste, nicht gleich dm Böthusim und Samaritanern vom ersten Sabbat nach dem Pas- 41*