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Der Orient · 1845-10-08 · 41 (8.10.1845) · p. Spalte 649-650

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
41 (8.10.1845)
Date
1845-10-08
Page
Spalte 649-650 (sequence 5)
Language
German
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649 Kritiken. Neuda's gottesdienstliche Vorträ'ge. 656 Gottheiten auö dem Munde des Volkes schwinden zu lassen, welches Ln. den drei Jahren , des despotischen Joches sich daran gewöhnt hatte, so zu sagen )t)bnn |ira TO, Es mußte der charakteristisch jüdische Gottesname , das Tetragrammaton. gerade wieder dem Volke geläufig gemacht, bei jeder Gelegenheit des Lebens vorgeführt worden sein, was durch die allgemeinen Bezeichnungen, wie nicht durchgesetzt werden könnte, weil darunter wohl auch der heidnische Gott verstanden werden konnte. So wurde sogar auf Verschreibungen bei der Datumangabe der Gottesname gesetzt. Das erzählt das Megillat Ta'amt.; rfaDJrpN nBTQ ntifoco DyDw X'nm ]D (fo für das korrupte NnTm)...-Nrr0"iN Dnb \w prb hont btrittn by rmi ]p rrcfcp 'mu nn« nrpsn D^Dty oiy p-paro m nhi W’ntepim uw )nni3 Nrrcsf wpnn dto \wn rra ddji&soi nnD^D 1 b * S N' D1D HP (Sect. VH). Demselben Umstand mag die Neuerung ihr Entstehen zu verdanken haben, auch beim Grüßen sich des Gottesnamens zu bedienen, um die aus Todesfurcht angewöhnten Götternamen durchaus und gründlich zu verdrängen; und so hat unsere Misch na eine sehr plausible historische Unterlage, D&sa rvan d&p m bttw d'in mw wpnrm Da aber ein möglicher Misbranch des heiligen Gottesnarnens Bedenklichkeiten erregte, so mußte auf die Beispiele von Boas und auf den vor Gideon erschienenen Engel hingewiesen werden, und zur Empfehlung dieser Einführung dienen alle die in der Mischna herbeigeholten Werse, und die Gemara hatte ganz Recht, daß sie auch deu Vers (Mischle 22, 23) *pN rtfpi o Tnri bx darauf beziehet, und nicht mit dem Vers, ans die fabelhafte Opposition gegen die Neuerungen der Dositheer. Es wäre auch viel über die in dieser Nummer gehäuften Unrichtigkeiten zu sagen, wenn es nicht die Grenzen einer Recension überschritte, und wir auch nur die Hauptirrthümer des 'Vers, nachzuweisen uns vorgesetzt hätten. (.Fortsetzung folgt.) 39) Eine Auswahl gottesdienstlicher Vorträge. Gehalten in der Synagoge zu Loschitz von Abraham Neu da, Rabbiner. Wien, 1845. 8. Die schrecklichen Vergehungen vieler heutigen Söhne unseres Glaubens, welche die Gräber der Altrabbiner mit Koth bewerfen, entspringen theils aus Unkenntniß des Talmuds — dessen Trauben man daher nach Art der Füchse siir sauer erklärt, und theils aus dem irrigen Glauben, , daß Alles was der Jude nicht sei, und doch fein sollte, alleinige Schuld des Talmuds wäre. Hierin übertreffen die heutigen jüdischen Terroristen die verschollenen und längst gerichteten Bemühungen eines Eisenmenger. Indem dieser aus dem Talmud nur äußerst wenige Stellen zur Verdächtigung seiner Anhänger anführte — ugd meistens Bücher citirt, welche nur -pp -]pl nnDTOD DW) gelesen haben mögen; ist die Wuth der sogenannten heutigen Talmudschtächtev ausschließlich gegen den Talmud selbst gerichtet, welcher schon wegen seiner trefflichen Weise das Judenthum durch alle Stürme erhalten zu haben, ebenso unsere Verehrung verdient, wie ihm selbst jeder unparteiische-Richter seinen andersgläubigen Zeitgenossen gegenüber höchste Anerkennung zollen muß. Diesen betrübenden Erscheinungen gegenüber, sehen wir wissenschaftliche und hochreligiös gesinnte Männer in Israel tiefere Blicke in die geistigen Fundgruben des Talmuds richten — und.zunächst seine Lebensktugheit, Sittenlehren und Weltweisheit enthaltenden Stellen theils in unsere Sprache übertragen, theils solche als Themata und Schlagworte ihrer religiösen Vorträge benützen; und theils durch mehr oder weniger glückliche Exegese in selben geläuterte Religiosität ünb höhere Lebensansichten Nachweisen. — In den österreichischen Staaten ist der Vater der höher» Benutzung, Anwendung und Auslegung vorzüglicher Talmud- und Mdraschstellen der noch zu wenig gekannte, wahrhaft große Pesther Oberrabbiner Schwab. Schon vor zwei Deeennien hat derselbe in Mähren, in einer kernigen Sprache und m echt logischer Gliederung ebenso gemüthals geistreiche Deraschot gehalten, welche viele herrliche Auslegungen mehr oder weniger dunkler Talmud- und Midraschstellen enthielten; — und heute sind es bereits Musterpredigten und Musterderaschot, mit welchen R. Schwab seine Zuhörer entzückt und erbauet —- und das an die frühere rwtt Manier verwohnte Publikum mit der heutigen Predigt aussöhnt. Die Pesther Märkte, welche ungarische, böhmische und mährische Juden, aller Farben zusammenrufen, verbreiten (indem au solchen immer gepredigt wird) und fördern den Geschmack für ähnliche Reden außerordentlich; und schon erwacht in den genannten Ländern ein besserer Sinn für gottesdienstliche Reden, welcher weder mehr an dem alten leeren Sinnenschwindel, noch an der vielseitigen Leere und Flachheit mancher modernen Reden Gefallen finden will. Zu bedauern ist es, daß Herr Oberrabb. Schwab aus der ihm eigenen zu großen Bescheidenheit noch keine, sein Talent beurkundende Predigten veröffentlicht, um den homiletischen Jüngern Israels den eigentlichen Takt der Exegese und Benutzung rabbinischer Stellen zu lehren. Verirrungen auf diesem Wege mußten von Seiten der Genielosigkeit unvermeidlich sein — und so sehen wir z. B. im diesjährigen Wiener Kalender und ,',Proben der Allegorien des Talmuds", welche ohne exegetische Gewandtheit — baar einer hohern Erfassung des Gegenstandes, nimmer den Geist des Talmuds zu erhöhen befähigt sind. — Vorliegende Predigten des Herrn Neuda, welche an Eleganz der Sprache, gemütlicher Tiefe, und im richtigen Erfassen der geistigen Tendenzen Israels, so reichhaltig sind, charakterisiren sich auch dadurch, daß der sehr würdige Verfasser das Bedürfniß echt jüdischer Predigten richtig erfaßt und als Schmuck und Zierde seiner Reden Talmud- und Midraschstellen im Uebermaaße benutzt. Und scheint derselbe auch glücklicher in der Exegese

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