Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 41 (8.10.1845)
- Date
- 1845-10-08
- Page
- Spalte 643-644 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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643 Kritiken. Geiger's Lesebuch der Mischna/ 644 ^Hamburg, 24. Sptbr. sl) - Ueber die Mnemotechnik (Gedächtnißkunst> des Rabbi-Jeh'üda'-Arj eh di' Modena. >Mi.tgetheüt von M. Steinscheider in Oesterv. Blätter für Litt und Kunst. Nr. 91 (31. Juli). — 2) Dr. Carl Belli n & Karte von Palästina oder dem heil. Lande rc. 2 Blätter in größtem Landkartenformatt (Leipzig, R. Weigel.) Thlr. — 3) Sulamit. Eine Zeitschrift herausg.'v. Dr. David Frankel in Dessau. Neue Folge. Bd. 1. (97stes oder neunten Jahrganges erstes Heft.) 112 S. Dessau. (Lpz. Hunger.) 1 Thtr. — 4) Augsb. Mg. Ztg. 28. 2tug. Abfertigung Ghillany's (vgl. Nr. 224 der Ä/ A. 3.) durch Dr. Mayer, Rabb. zu Hechingen. — U. A. auch die Rabb.-Versammlung betreffend. — 5) Beiträge zur Kritik und Exegese von Ernst Krieger. Nürnberg, Theod. Cramer 1845. (10V S.) Darin S. 1—53: über das Zeitalter des Buches Henoch. Mit besonderer Berücksichtigung des Bruno Bäuerischen Urtheils. in der Kritik über die Synoptiker. Kurze Anzeige«. 37) Lehr- und Lesebuch zur Sprache der Mschnah, zweite Abtheilüng, Lesestücke aus der Mschnah mit Anmerkungen und einem Glossar versehen, von Dr. Abraham Geig er.. Breslau, 1845. 8. Leuckart. X und 135 S. mit dem Glossar. (Fortsetzung.) Nachdem wir hier einleitend die Gesichtspunkte und die Tendenzen de§ Buches skizzirt haben, können wir ungehindert zur Beurtheilung der Leistungen übergehen, und' bemerken zugleich, dass es mit der linguistischen Seite des Buches, die nur einen geringen Zuwachs zu dem in dem Lehrbuche' Gegebenen erhalten, auf welches auch in diesem letztem zum Bestem hingewiesen wird, bei dem Urtheil sein Bewenden hat, welches in der Reeension in diesem Blatte weitläufig begründet worden, daß nämlich zu dem verkehrten Standpunkt des Vers, noch Nichtbeachtung der Quellen und oberflächliche Auffasstmg hinzutrat. Wir halten uns hier also ganz an die sachliche Seite, an die Auslegung und Deutung der auSgewählten Mischnastücke, 45 an Zahl, die in zwei Abschnitte zerfallen, einen hagadischen und halachischen, von denen der halachische Abschnitt wegen feines tieferliegenden mehr Vorkenntnisse bedingenden Inhalts nur sehr dürftig ausgefallen ist. Wir merken nur beiläufig den Fehler an, daß der Vers, zu einer anscheinend wisftnfchastlichen Behandlung der Mischna eine Einleitung vermissen läßt, die über manches Voraussetzliche Aufschluß geben müßte, über Geist, Tendenz und Alter der Mischna überhaupt, über den formellen und substanziellen Charakter derselben, über die Umstände ihrer Entstehung, über die-'< Anordnüng^ihW Theile, Äber^das- Verhältmß derselbenzu den altern Mffchnafammlungell, der rtiwp , rumx rum und jopy 'Tt rw&7 die ösvtsqcüGiq rov Qcxßßi bei Epiphanius, dann ihr Berhättniß zu den an die Bibelverse sich eng anschließenden hagadischen -und. halachischen Elementen m den Mechilta's, Sffra und Siste,. zu den kritischen Borajta's der R. Chija und R. Uschaja '2 *orn Dim3 ri) wn '*Y, bie von gleicher Geltung mit der Mischna .sind, endlich ihr Verhältniß zu den Tosista's, welches .von gar nicht geringer Wichtigkeit ist zur objektiven und richtigen Anffassmig der Mischna. Vorübergehend gerügt soll ferner bleiben der Mangel an Logik bei der Vertheilung des Stoffes unter-die vom Vers, angegebenen Rubriken, indem die meisten halachischen Stücke mit Fug und Recht zur Hag ad a gehören, wenn man den scharsbegrenztm Begriff Hagada richtig erfaßt. So gleich das erste halachische Stück Nr. 33, das wohl eher zur Rubrik „Hagadisch-Ex-egetisches" gehört; Nr. 43, ganz gleich mit dein hagadischen Stück: Nr. 2 zur Nubrik,,Antiqnarisches", wohl richtiger „Historisches^; Nr. 44 (aus Chagiga I, 8) hat noch weniger halachischen Charakter, wiewohl m dieser Mischna viel von gesprochen wird, wovon sich der Vers, m oberflächlicher Betrachtung verleiten ließ,- es zur Halacha zu schlagen. Endlich sollen ihm auch kleine Schnitzer übersehen bleiben, die auch dem wenig geübten Leser auffallen, wieder (Seite9): nnnE/ heißt was ma u v v m Feld e erbzuschneiden vergißtll Es wäre kleirllich Milben zu klauben, wo Böcke in Fülle geschossen werden. Wir ziehen lediglich die S a ch k.e n n t n i ß des Vers., der Proberr eines selbstständigen, von der Gemara unabhängigen, ja ihr en tg eg eng setzten Kommentars zur Mischna liefern will/ in Erwägung, Und daraus wird sich der Leser ein freies Urtheil über den Werth des „Lesebuches zur Mischna" bilden können. Der erste Abschnitt hat eine etwas unbeholfene Ueberschrift ,,Ethisches, Dogmatisches, Antiquarisches und Hagadisch-Exegetisches", welche Rubriken wohl bequemer und kürzer unter „Hagadisches" subsnmirt werden könnten, nach dem von Znnz definirten. Begriffe der Hagada. Wir halten uns auch nicht lange beim ersten Stücke, einer Mischna aus dem letzten Abschnitt des Traktats Berachot auf, weil darin wenig Neues geboten wird. Es wird da mit Angaben von L ese arten geprunkt, die nicht weit her sind; die sogenannten Lesearten sind weiter nichts als willkürliche Varianten und Korruptionen unkritischer Ausgaben. So soll die Gemam jerus. pM für pM haben, allein in der barauf folgenden Mischna hat dieselbe Ausgabe pMM; die G. j. soll anstatt prn 'N'und ww aber TVO ni die indirekte Redeweise gebrauchen und die