Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1845)
- Date
- 1845-10-08
- Page
- Seite 326 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Stellen aus einem Briefe zu entlehnen, den er damals an einen Kollegen Ln L. schrieb: „Ihre vereheliche Lpistola »l-atulatoiia traf hier an der Octave des Zubiläumstages an, eben da unser ganzes Sanitätspersonal und mehrere andere Gäste in der Behausung des Dr. Zucker zu einem Festmahle, welches die Herren Aerzre veranstaltet hatten, versammelt waren. Es wurde hier lacte et opipare geschmaust und der Becher kreiste lustig. Mancher Toast wurde ausgebracht und entfernte Freunde nicht vergessen. Alles bedauerte Ihre Abwesenheit, aber doch keiner mehr als ich. So wollten es die Götter; wer vermag was gegen sie? Darum war dieser schöne Brief nicht welliger ein sprechender'Beweis herzlicher Lheilnahme, ja ein Beweis von Achtung und wahrer Freundschaft, der meinen herzlichsten, innigsten Dank erheischt. Ein klein wenig must ich Sie aber doch tadeln, daß Sie meine geringen Verdienste mir so hoch angerechnet haben, aber so macht es die Freundschaft." „So sind, mein theurer Herr College, 72 Lebensjahre unter Verlusten, Kummer, Pein und Schmerzen erreicht, so ein halbes Jahrhundert der Menschheit gewidmet worden, und am Ende werden wir mit dem Marechal de Saxe sagen: ce n’etait qu’un Doch weg mit dem Bilde, ich will Ihre Laune damit nicht trüben. Wenden wir uns lieber zu unserer Kunst, die uns so wie manche Noth, so auch manchen Trost gegeben. Ich erinnere Sie an den Schönlein (Klinische Vorlesungen), den Sie mir versprochen. Noch muß ich Sie, der Sie so gerne in die Liefen der Kunst dringen, fragen, ob Sie sich nicht den elektro - magnetischen Apparat, mit dem man große Kuren gemacht haben soll, angeschafft haben? Schließlich muß ich Sie über die Verspätung meines Dankes um Entschuldigung bitten, ich muß leider jetzt Tag und Stunde abwarten bis meine Augen und der Himmel mir gestatten, die Feder in die Hand zu nehmen. Genehmigen Sie rc. Joachim Friedländer." Dieser schöne Lebenstag war leider der Letzte frohe Ln dem vielbewegten Leben des theuren Mannes, dessen Kräfte seit der Zeit zusehends schwanden, zu einem spasmodischen Asthma, das ihn seit Jahr und Tag quälte, gesellte sich allgemeine Wassersucht, und der Edle, ergeben der Religion seiner Väter, schloß am 1. April 1845 um 2 Uhr Nachmittags bei vollem Bewußtsein, in den Armen seiner geliebten jüngern Tochter Emilie von Paidly, das irdische Auge. Friede seiner Asche. Ehre und Preis seinem Andenken! Wir können diese Worte, einer heiligen Erinnerung geweihet, nicht schließen, ohne an den Schwiegersohn des Verewigten, Herrn Staatsrath Dr. Magasiner in St. Petersburg, dem sämmtliche Manuskripte vermacht sind, die Bitte ergehen zu lassen: das Wichtigste uud Vollendete aus diesem reichen Schatze recht bald veröffentlichen zu wollen, um dem bereits erlangten Ruhme des Verewigten neue Lorbeeren hinzu zu Men, und den Dank aller Freunde der Wissenschaft sich zu sichern. Dr. H. Pcrpn, 12. Sptbr. Ich bin so frei dem hochwürdigen Hrn Dr. Frankel in Beziehung auf seinen Aufsatz über , das Werkchen pn^ -.vpD von M. E. Stern (Wien, 1846) zu empfehlen, worin eine gründliche, ärztliche Begutachtung dieses Gegenstandes — und ein Brief des seligen preßbnrger Oberrabbiners S o fer — sich vorfindet, welche anstatt der bisher üblichen ND 2 n®fctc von ihm vorgeschlagene, sehr zweckmäßige aiDO HM gestattet; solches auch bereits Ln Wien eingeführt ist. Zu Rofch ha-Scharra Auf, auf, mein Volk, aus deinem Grabe! Erhebe dein geweiht Panier s Zeuch hin am alten Gottesstabe, Wie einst der Menschheit edle Zier! Entsteig' der traur'gen Dulderhülle, Die dein Geschick dir angethan, Entsteig'in höh'rer Geistesfülle Zu neuer, kräft'ger Lebensbahn! Jahrtausende hast du gerungen In hartbedrängter Lebenszeit; Hast schwer den Glauben dir errungen, Hast gern dein Leben ihm geweiht. Das war das Ziel des edlen Greises, Das war des Knaben Losungswort, Das war die Krone edlen Preisesllß FürGott, fürGlauben, ja für's Flammenwort. So zogst du bin dem Pilgerleben, In Schmach erlittst du dein Geschick. Wer mocht' der Fessel dich entheben? Wer bracht's der Heimath dich zurück? Man lähmte deines Geistes Schwingen, Und'da verblutete dein Herz, Nicht konntest Freiheit du erringen^ Und trugst geduldig deinen Schmerz. Doch hörst du nicht des Schofar's Klänge? Schon ruft er dir, der treue Freund, Schon tönen seine hehren Sänge, Die deinem Gotte dich vereint. Dem Herold gleich der künst'gen Zeiten, Begrüßt er dich am Jahresrand, Als wollt'er ewig dich geleiten, Als führt' er dich ins Heimathland. Drum auf, mein Volk, aus deinem Grabe! Erhebe'dein geweiht Panier! Zeuch hin am alten Gottesstabe,^ Wie einst der Menschheit edle Zier!