Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- Seite 318 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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gefühle der rechten Freiheit durchdrungen sind, erkennen das Fortbestehen des Paragraphen der Unduldsamkeit bereits als eine Schmach fürtl;r Sanb, if;re■■ SJctfctpitg an, einen Flecken, der nun abermals mindestens einige Jahre lang an beiden hasten bleiben werde. Indessen wollen nur um der Verblendeten nab Unheilbaren willen, die in der Reichsversammlung den Ausschlag gegeben haben, nicht die Ungerechtigkeit begehen, die edlen Wortführer in der Judensache, vor Allen des Amtmanns Sörensen zu vergessen. ,,Mit der Dummheit kaulpfen die Götter selbst vergebens". ^Dieser Wahlsprueh sei sein und seiner Sinnesgenossen Trost. Denn wahrlich es adelt sie und ihr Streben, wenn neben ihnen das finstere Vorurtheil, und wie ein norwegisches Blatt es ausdrückt, Intoleranz, Egoismus und HökcrpatriotismuS im Bunde, allen ihren Geifer ausspritzen, ohne den Eindruck schwächen zu können, den die Argumente der Intelligenz gemacht haben, und wenn die Gegner der Gerechtigkeit, aus den heterogensten Elementen zusammengesetzt, von dm ekelhaftesten Motiven geleitet, von den schmutzigstell Leidenschaften beherrscht, trotz ihrer in aller Eile geschlossenen Kompagnie dennoch ihre Mutlosigkeit, ihre Flucht vor einer baldigen totalen Niederlage »licht mehr verbergen können. Kaufteute, Bauern (an ihrer Spitze der einflußreiche Ueland) und , was die norwegische Zeitung Zeitung Constitutionelle als die ärgste Schande bezeichnet, einige Geistliche bildeten jene Schaar, die zwar durch Geist,- Vaterlandsliebe und Beredsamkeit völlig geschlagen wurde, aber durch die Kopfzahl noch immerdmTriumph der gerechten Sache vertagen zu machen vermochte. — Vor Allem aber, Ihr deutschen Judenfeinde , frohlocket nicht zu früh; Ihr werdet es noch mit uns erleben, daß auch dort der Nebel dem Sonnenstrahl der Humanität weichen wird! — Hamburg, 21. Sptbr. Daß sich in der Mitte dieses Monats in Hamburg eine neue (die zwölfte) Freimaurerloge , eine Tochterloge des eklektischen Bundes zu Frankfurt a. M., unter dem Namen „die Brudertreue an der Elbe", gebildet hat, die auch Hamb. Juden aufnimnü, wird Ihnen bereits bekannt fein. — In voriger Woche war auch Dr. S. S tern aus Berlin hier, vermutlich, um im Namen der Berliner Refermgenossmschaft mit den beiden Tempelpredigem die nöthigm Verabredungen in Betreff des an den nächsten hohen Feiertagen in Berlin abzuhaltenden neugeordneten Gottesdienstes zu treffen. Inzwischen haben die Nettesten und Vorsteher der Judmschast in Berlin an die kontribuirenden Gemeindemitglieder einen „Bericht über gottesdienstliche Einrichtungen" vertheilen lassen. — Irr Hannover schwankt die Wahl noch sehr« Dem Hamburger Correspondent vom 16. Sptbr. zufolge scheint besonders der von ber. Mitbewerbnng abgeschrcckte Landrabbiuer S. R. Hirsch in Emden noch viele Chancen zu haben, und auch in Betreff der drei vorgeschlagenen Kandidateil Frensdorff, Schott und Meyer scheint noch großer Dissens zu herrschen. — In Breslau soll (doch nur in einer Synagoge?) die Orgelbegleitung beim Gottesdienste eingeführt werden. C. Frankfurt. a. Dt. , 21. Juli. ~ (Schluß der Verhandlungen der RV.) Gosen stimmt dagegen; wenn man so mit dem Talmud breche, so könnte man dies auf viel einfachere Weise machen und wie die Schrift nb sagt, so sei auch alles andere dem Willen der Frauen überlassen. Die ganze Diskussion sei übrigens überflüssig; denn die Neologen seien längst darüber hinaus, die orthodoxen Frauen würden sich um den diesseitigen Ausspruch wenig kümmern. Die ganze Erleichterung würde daher nur für die Frauen der Rabbiner oder für solche, die nur aus Rücksicht ihrer Schwiegermütter sich des Bades.noch bedienen, einige Folgen haben. -- H o ldh eim für den K.-B. S al om o n desgl. npJJntP dbid!m)n nwn bw irm — Geiger: Nach dem Talmud sei das mpD nur ein symbolisches Bad, weil immer ein eigentliches NeinigungSbad voran g e h e n m ü ss e. — Er achte das Symbol nur dann, wenn es das Sittliche befördere. — Das Symbol einer sittlichen Reinheit könne nur durch WQ erreicht werden. — Er wünsche überhaupt, daß für alles, was auf eine symbolische Reinlichkeit Bezug habe, eine Kommission ernannt-werde. —• Wechsler: für, weil nach dem biblischen Standpunkt eine solche Pflicht überhaupt für die Frauen gar nicht statt fände. — Heß: für, der gründliche Kom.-Bcricht habe alle seine Bedenklichkeiten beseitigt. H erxheim er enthält sich der Abstimmung, weil man hier den tatmudischen Standpunkt verlasse, den man bis jetzt mit so vieler Vorsicht zu behaupten bemüht war. M1N0sei übrigens nicht allseits als jrrtt angenommen, denn nach Dvn fet das Verbot m osaisch. Gü l d e n si e i n fü r, wegen iwyb. Bei dem Frauenbad sei nur die Absicht die Reinigung , welche nur durch MK&y D'D zu erlangen sei; auch müsse der Anstand berücksichtigt werden. Hvfmann: für, das ganze Gesetz sei mit dem Kultus zusammenhängend. In der Bibel sei für-DT bM ein Reinigungsbad geboten, welches die Talmndisten aufgehoben hätten. Adler: für. Treuenfe l S: d a g e g e n; man müsse jedoch für die kleineren Gemeinden irgend einen Ausweg suchen. Das Verbot von wuO könne aber nicht aufgehoben werden, solches sei wichtiger als ein rein talmudischeS Verbot; Maimuni nenne es auch nicht sondern QnsiD .nDTO,. tuoS bekanntlich einem mosaischen nahe steht. — Wolle man den talmndischen Standpunkt verlassen, so gebe man die Erklärung offen und frei, daß man diesen anfgegeben habe. — Er gestehe übrigens, nicht gelehrt genug zu sein, um von dem einmaligen Anhören eines über eine so wichtige Materie abhandelnden Berichtes so behellt da-