Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1845
- Issue
- 39 (24.9.1845)
- Date
- 1845-09-24
- Page
- Spalte 619-620 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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620 619 - Studien. Persisch-Hebräisches Lied. — Kritikern Kurze Anzeigen. jede Schwierigkeit verschwinden, und dafür ein herrlicher .Gedanke hervortretm. Dann heißt er nämlich: ramsn inopbv mfoNv pödnö. *0 v%ip nmia ♦ 'n na* fern Sch ott. * * * * Persisch-hebräisches Lied. Der „Orient" hat bereits mehre zweisprachliche Volkslieder veröffentlicht. Um das Material allmälig zu sammeln, dürfte es nicht unangemessen scheinen, das von Munk (Notice sur Rabbi Saadia Gaon p. 68—69) veröffentlichte Bruchstück eines persisch - hebräischen Liedes zu umschreiben und zu übersetzen. Das Fragment möge zugleich als Beweis gelten, wie wenig Anstand man genommen- Lieder in der Landessprache in die Synagogen einzuführen. Damit verbinden wir die Bitte, Hr. Hermann Michael in Hamburg möge der Redaktion dieser Blätter eine Abschrift einiger spanisch-hebräischen Lieder gefälligst zukommen lassen, welche sich am Ende der Belgrader Ausgabe des „Semirot IisraeL" vom Nag'ara finden. — Das Fragment lautet: An dem Abrahamitischen Bund der Beschneidung'habt Lreubruch ihr geübt; verlassen, habt ihr Fasten und. Gebet: Weh' euch! — Einer Amme gleich war ich euch; Wunder habe ich gezeigt; doch Hab' ich mich eurer nicht gefreut: Weh' euch! — Von Mzrajim und Pharao Hab'ich euch befreit durch die Hand Mosches' und Aharon's: Weh' euch! -~ Das Meer habt ihr überschritten ♦ Zum Schluffe bemerke ich noch, daß ich mich erinnere, einst ein slavisch - hebräi sches Lied am - Purimfeste gehört zu haben, das vielleicht Jemand herbeischaffen könnte. Es schilderte die religiösen Verrichtungen eines Luden während eines Tages. Unter Anderm heißt es darin: p^DDi tTto «acladafc (an.Heiben), -\üm "VQ i’czecat (sagen). Ink. " Kurze Anzeigen. xf V.yMja \! jUi ulk. t ■’i« (5^io nT2y (X^jS' Li' na^yin tUa. . n2Wn JuOf IDd/vik nb’D nma« / - n^yö (X) b nbsm n’iyn. vs* |* ÄJ Uw b :c~6 ’w ya* )5 b^ o^<X> .:Dz6 r« * * * Die Rede ging aus vom Herrn in der Sendung Jeremia'srRede zu den Israeliten: Weh' euch! — Wie viel werdet ihr noch der Sünden ausübend Wie viel der Greuel? Warum übt ihr Buße nicht? Weh' euch! 3ß) Ha-Zofe, Gilgul ha -Nefesch von I. Erter. Leipzig 1845. 8. Druck von Friedrich Nies/). Mit Freuden begrüßen wir den israelitischen Zuschauer von Neuem auf dem Gebiete der neuhebräischen Literatur. Während wir einerseits den Kerem-Chemed seine ursprüngliche überwiegend belletristische Tendenz durch den Drang des Stoffes in eine rein wissenschaftliche, gelehrte, umwandeln sahen, und nach dem Erscheinen von sieben werthvollen Jahrgängen, dem Vernehmen nach aus Mangel an allgemeiner Therlnahme die Herausgabe eines achten leider wohl schwerlich mehr erwarten dürfen; andererseits die vegetirende Zeitschrift nbitfrp die hebräisch-literarische Thätigkeit der galizischen Juden nur sehr unvollkommen noch repräsentirt, können wir beim Wiedererscheinen unseres Zuschauers um so mehr unsere Freude äußern, als der bereits vortheilhast bekannte Verfasser, Herr I. Erter, seine Gabe, die Verkehrtheiten und schädlichen abergläubischen Gebräuche der polnischen Ehasidim und fanatisch-obscuranten Frömmler mit meisterhaftem Griffel Aarzustellen und mit beißendem Witze zu züchtigen, inseinen fcühern Produktionen z-ur vollkommenen Genüge bewähret hat. Wie denn die Satyre mit Recht im Gebiete der schönen Literatur eine bedeutende Stelle einnimmt, so ist es unserem Verfasser stets gelungen, durch geistreiche Behandlung seines Stoffes seine Leser zu ergötzen und ihr Interesse für seine kunstvollen Arbeiten immer rege zu erhalten; diesmal ist es die Metempsychose, ein unerläßlicher Glaubensartikel eines echtgläubigen Chasid, die der Verfasser geschickt benützt, die Typen der verschiedenen Stände, über die er seine .Geißel schwingt, aus geistreich motivirttn Metamorphosen hervorgehen *) Diese Anzeige ist aus einem Schreiben entnommen. Red.