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Der Orient · 1845-09-10 · Heft 37 (10.9.1845) · p. Seite 291

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Journal
Der Orient
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 37 (10.9.1845)
Date
1845-09-10
Page
Seite 291 (sequence 5)
Language
German
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291 Ferner habe ich nicht gesagt ypn by fennb wie der Korresp. angiebt, sondern nach "tin zu DD-riD 111 a angeführt: -inp ^pn ntena ■ ni:nn> ubv WD, Herrheimer. Hannover, 26. Aug. Wir lesen hier mit allgemeinem Unwillen, was ,,der treue Berichterstatter", Hru. Dr. Ph. in Nr. 34 seines Blattes, über den Austritt der Rabbiner Frankel und Schott nachdem „was man allgemein darüber sprach" berichtete. Da von der hiesigen Gemeinde die Sympathie, die sich F. durch seinen eklatanten Austritt erworben hat, auf eine unzweideutige Weise., durch eine Adresse an denselben, dargelegt wurde, so haben wir nur dem „treuen Berichterstatter" in Betreff des sehr ehrwürdigen Rabbiners Schott zu entgegnen: daß derselbe dem hiesigen Synagogenvorstand ausdrücklich sein Erscheinen bei der Frankfurter R.-V. angezeigt hat, und daß er deshalb die Einladung hier eine Predigt zu halten ans einige Wochen verschieben mußte. — Der Rabbinervcrsammlung wird übrigens nur von den Akteurs selbst ein Gewicht beigelegt; die intelligenten Gemeinden Deutschlands, zu bcucn sich die unsere doch mitrechnen darf, räumt derselben nicht den geringsten Einfluß auf die Gestaltung unserer religiösen Berhältniffc ein. Das Erscheinen oder Nichterscheinen bei der R.-V. hatte auf die Kandidaten-Waht durchaus nicht inflnirt und Schott wurde als Mitglied der Vraunschw. R.-B. und als warmer Anhänger dieses Instituts ebensogut zur Kandidatur zngelassen, wie Diejenigen, die wir als eifrige Gegner desselben kannten. Wenn Schott nur „um nicht inkonsequent zu sein" von der Frankfurter R.-V. nicht zurückgeblieben sein sollte, so hätte er wahrlich, nachdem sein Name bereits auf der letzten Kandidatenliste prangte, nicht noch Artikel zu Gunsten der R.-V., wie tu Nr. 27 der A. Z. d. I. geschrieben, das wäre doch die Konsequenz zn weit getrieben, wenn es ihm nicht wirklicher, aufrichtiger Ernst um die R.-V. gewesen. Sein Austritt ans der Versammlung hat er in seinem Schreiben an die R.-V. hinreichend motivirt und ist durch den Bericht über die Sitzung vom 18. Juli, den wir in diesen Blättern gelesen haben, noch mehr als gerechtfertigt. Die drei Kandidaten zur Rabbinerwahl haben bereits in unserer Synagoge Probe-Predigten gehalten, die durch unsern Synagogenvorstand zum Drucke befördert wurden, um alle Landgemeinden, die zur definitiven Wahl Mitwirken, in den Stand zu setzen, ihre Stimmen nach eigenem Urtheil über die geistige Befähigung der Kandidaten abgeben zu können. Wir erlauben uns daher nicht ein Urtheil über btcfdku öffentlich abzngeben, und heben nur als hierher gehörend hervor, daß Schott einen sehr richtigen Takt zeigte, indem er nicht in: Entferntesten auf die gegenwärtigen Zeitwirren sich eine Anspielung in seiner Predigt erlaubt hat. B. Breslau, 31. August. Sie haben, geehrtester Hr. Redakteur/ hier einen sehr kargen, einen unvollständigen Korrespondenten. Er scheint von dem'angehäuften Stoff der Ereignisse in unserer Gemeinde nur denjenigen auszuwählen, der gerade in feinen ^Kram paßt, und andern nicht minder bedeutsamen, die als Symptome einer noch bevorstehenden Krisis in dem kranken Organismus unseres Gemeinde Verbandes gelten könnte, absichtlich zu ignoriren. Aber das ist einseitig. Ein Korrespondent muß über Empfindlichkeit erhaben sein, muß sich Zwang anthun können, den flüchtigen beflügelten Schritt der Geschehnisse zu beobachten und sie durch das Prisma der Objektivität aufzufangen. Hat Ihr Korrespondent Ihnen beispielsweise von der Konspiration der Geigerianer gegen Geiger, von den geheimen Unterhandlungen des Obervorsteherkollegiums mit Fasset und von den vereitelten Empfangsfeierlichkeiten für Geiger berichtet? Wir haben noch nichts davon gelesen; ich sehe mich also genöthigt im Interesse Ihres geschätzten Blattes, das ein Spiegel der Zeitstimmungen geworden ist, Supplemente zu den Referaten zu liefern, und ich wähle dazu die synchronistische Methode. — Wahrend die Rabbinerversammlung es sich mit der Berathung über das Heil Israels heiß werden ließ und der für den Fortbestand des Judenthums so hinderlichen heiligen Sprache ein Vertilgungskrieg angedroht wurde, traten hier ehrenwerthe Männer, ehemalige Freunde deS Dr. Geiger zusammen, um eine zeitgemäße und auf das Wohl der Gemeinde berechnete Petition an das Obecvorsteherkollegium abzufassen. Die Petition hatte folgenden Inhalt. 1) Die Uebecgriffe des Dr. Geiger, die sich in letzter Zeit durch seine schlecht verhehlte Hinneigung zum Reformverein und durch seine offen ausgesprochene Aversion gegen das Hebräische im Gottesdienste herausgestellt, zu beschranken und ihn in Die Grenzen seiner Funktionen zu weisen. 2) Zu diesem Behufs sei, es zweckdienlich, die Unterhandlung mit dem bereits gewählten Rabbiner Fasset ernst zu betreiben und ihn für die Annahme des erledigten Oberrabinats zu gewinnen. f 3) Die gestörte Eintracht in der Gemeinde durch Anerkennung des Hrn. Tiktin als Dajan, d. h. so viel wie Rabbiner, wiederherzustellen. 4) Endlich ist der Bau einer geschmackvollen Synagoge für die Eesammtgemeinde zu veranlassen und zur Organisation eines ästhetischen und religiös erlaubten Kultus eine Kommission von sachkundigen, das Vertrauen der Gemeinde genießenden Männern beider Parteien zusammen zu berufen. Es war nicht zu verkennen, daß die Herren, die sich dieses verdrießlichen Geschäftes unterzogen, die Anhänger beider Parteien für diesen Plan zu gewinnen, von dem besten Eifer beseelt waren und dem religiösen und socia- 37 *

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