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Der Orient · 1845-09-03 · 36 (3.9.1845) · p. Spalte 569-570

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
36 (3.9.1845)
Date
1845-09-03
Page
Spalte 569-570 (sequence 5)
Language
German
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570 560 Studien Kurze Notizen und Mis cell en. Kurze Notizen und Miscelle». Mischnasprache. So lange man mit vorgefaßten Reformprojekten an die Erläuterung jüdischer Schriftwerke geht, wird man auch nicht jenen wissenschaftlichen Ernst erlangen können, der bei redlichen Forschungen nöthig ist, Die Exegese der Mischna und Gemara ist ein Lieblingsthema von Reformern und Antireformern geworden; allein sowohl diese als jene haben einen praktischen, in die Gegenwart unmittelbar eingreifenden und daher unwissenschaftlichen Standpunkt festgehalten. Ich gebe heute ein Beispiel, daß die Exegese der Mischna uns volksthümliche Sprachelemente aufbewahrt hat. In der 1 Mischna des Traktates Ioma behauptet R. Iehuda, man müsse dem Hohenpriester eine andere Frau Vorbehalten, da' vielleicht dessen Frau sterben könnte: denn es heißt: WN )) irra?rp:i "iym nyn nDDU Nun finden wir zwar schon in der Schrift für Hyusleute, allein es ist wahrscheinlich, daß man in der Volkssprache die Frau auch rp3 nannte. Analogien bieten das arabische und das persische welche beide auch die „Hausfrau" bezeichnen. Bergt, auch domrna, donna und domus. I nk. . » * * Jüdisch-christliche Mystik. Die Kabbala symbolica des Mittelalters hat sich unter Juden und Christen getheilt und ihre Erklärung muß oft in der Literatur dieser und jener gesucht werden. Hier ein Beispiel. Auf einem im Jahre 1828 in Weißenfels aufgefundenen silbernen Ring-aus dem 14. Jahrhundert, aus der Glocke Clinsa im Dom zu Merseburg, auf einem mystischen Ringe des Grasen Caylus, sowie am Kragen des Untergewandes beim Christuskopse von Johann Hemling findet sich das Wort „agla“ als Inschrift. Es ist nämlich eine Abkürzung für 'ft# cb)p> HDiX. Vergl. „Sabbath-Blatt" Nr. 6. Es ist aber richtiger ein im kabbalistischen Sinneder von großer Wirkung sein soll. Mose-B 0tarel erzählt uns nämlich in seinem Kommentar zum Sefer Jezira sed. Mantua, 34 b): n? nsjiti Nin dkm nn D^iüJnnMD Nstr> Dtan nwpp ntj’pn nio bp nJD3 ipin “idn’ko? civ nnn^oa jn j?jdd bhj■> nn'DD IÜP1N So hat die .Kabbala symbolieattyren Einfluß auf die Kirche geltend gemacht. Ink. Berichtigung» Herr Arnheim bemerkt in seinerÜbersetzung der nn^1 S. 71', daß die Boten, die auf Aussage der Zeugen überall den Neumond anzukündigen hatten „selbst ohne Rücksicht auf eine Verletzung der Sabbatfeier" ihren Weg fortsetzen dursten rc. Hier waltet ein Irrthum ob, da nicht die Boten, sondern nur die Zeugen die Sabbarseier verletzen durften. S. Rosch ya-Schana 21 b DBO (f» Naschi daselbst); eben so Maim. Kiddusch ha-Chodesch e. 3, §. 2 und 8. Posen. Lüpschütz, Prediger. Vorläufiger Bericht von Landauer. Vorläufiger Bericht über msrn Studium d e r Münchner hebräischen Handschriften. Von M». H. LcrnLaueit.- (Ans dem Nachlasse mitgetheitt.) Vorläufige« Bericht über uteine Entdeckung in Ansehung des Sohar. (Fortsetzung.) 8. Grundsätze und Gesinnungen des Verfassers. Der Haß gegen Mischna, Talmud und die Tälrnudisten tritt hier offen und bitter in beißenden Sarkasmen hervor. Ich führe hier deö Charakteristischen und der Merkwürdigkeit halber einige derselben auf. Sarkasmen gegen die M i s chn a. ES gibt zweierlei Felsen (pü), sagt NJDVp N'jn: der Felsen Mosis, und noch ein anderer. Der Felsen Mosis ist wasserreich, und braucht nur angesprochen zu werden, um Wasser herzugeben; der andere Fels aber ist em dürrer, harter Stein (W'D'l pn rp.bl NnDDm), et heißt: rp'bp ober HMD, und auf ihn muß man mit Stab und Hammer schlagen ybo ^1^), bis er einige Tropfen mrfrn wnb'fflDip^ (rtapi noDHi -1JP13 Nb) hergiebt. Das ist auch kein Wunder, fährt der Verfasser fort)' der FelsenMosts (die Tora) ist die T 0 ch t e r dos Königs (Gottes), diese will nur sanft und vernünftig angercdet sein, jener andere Fels aber ist die Dirne eines kn e ch tisch en Jungen (nyj myi N^p^), diese will grob behandelt sein. Weil Moses aus seinen Felsen, auf die Tochter des Königs, geschlagen, hat er den Tod verschuldet. (t<Ln v ntsnD). Konnte was witziger und beißender sein? Ein anderer Spott der Art: Es habe etnft Jemand gesagt: aus Einem Ei seien einmal 60 D örfer herv orgcgangen, n un h abe e in V 0 g e l in der Lust ein Ei fallen lassen, das diese 60 D örfer zerquetscht. Der Sinn dieses Satzes sei aber folgender: aus dem Ei der »WD nND und jopD nND seien 60 Traktate, ktd , erwachsen (nioby) mrDDD DW nD^n jwnI Yrprpjn nnrw n^inn .pim , iddd pN pwn p N^N); nun habe aber ein Vogel'in der Lust, der Messias (der im tjdh jp sitzt), ein Ei fallen lassen, das diese 60 Bände erdrückt, (dhjd WiD).

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