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Der Orient · 1845-08-27 · 35 (27.8.1845) · p. Spalte 549-550

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Journal
Der Orient
Volume
1845
Issue
35 (27.8.1845)
Date
1845-08-27
Page
Spalte 549-550 (sequence 3)
Language
German
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549 Studien. Laggin. Maimun. den Taggin der genannten 7 Buchstaben obgewaltet zu haben. So wurde das Sch in mit einem Lag verziert, weil es leicht für zwei 'Buchstaben y und ) gelten tonnte iy 3 ferner das y, weil es, nach der Behauptung des Talmuds mit dem Ales Aehnlichkeit hat (s. Raschba und Tor I. D. 204: srD mnnxn rm prvn pnn nw p-f nn b)üD wni 'di uddn pro pDJD DD). Das Th et ist wie leicht zu sehen mit Pe und Mem, Scrjin mit Waw ähnlich. Nun und Za de besonders als Endbuchstaben können leicht zu Jrrthümern führen. Ersteres ist dem Waw gar zu ähnlich, letzteres kann als zwei Buchstaben betrachtet werden, nämlich für Jod und Nun p (S. n?N'nw w n'b'b d'Vd nt* yb nroip ns ]i.d npibn nrw, wobei noch sehr viele beispielsweise angeführt werden und unsere Behauptung sehr erhärten). — Ein Aehnliches mag bei Gimel die Ursache gewesen sein, wie aus der angeführten Lalmudstelle ersichtlich ist, wiewohl uns keine auffallende Ähnlichkeit mehr in die Augen fällt; da überhaupt der äußerliche Charakter der Schriftzüge durch die Zeit vieles von seiner Eigenthümlichkeit verloren haben-mag und selbst zur Zeit des Talmuds nicht mehr in seiner Ursprünglichkeit existirte. Es sind uns darum nicht alle im Talmud angezeigten ähnlichen Buchstaben einleuchtend, da sie schon längst um vieles modisicirt worden und daher dürsten auch die kleinen Verschiedenheiten der Schristzüge in manchen Ländern herrühren, wovon uns R. Ascher erzählt. — Es ist für die Textkritik höchst wichtig, wenn man bedenkt, welche unsägliche Mühe man sich gegeben, welche mannigfache Mittel man erfand, um den Text vor jeder irgend nur möglichen Verfälschung der Abschreiber zu bewahren, und es spricht sich unwiderlegbar zu Gunsten der masoretischen Reception aus. Man braucht nur einen flüchtigen Blick auf Bet Josef Orach Chajim 32 und 36 zu werfen; wo in aller Ausführlichkeit die Schreibregeln angegeben werden, und man wird die angeerbte Pietät der Juden selbst gegen den rodten Buchstaben der heiligen Schrift rühmlich anerkennen müssen. D. Oppenheimer. *; * 2. In Nr. 29 Ihrer so mit Recht geschätzten Zeitschrift, LB. des Orient, Nr. 29, Col. 457 —58 legt Herr Dr. Kämpf eine schwierige Stelle im Maimuni Hilch. Scrnhedrin 4, 8, zur Lösung vor, die zwar schon von dessen Kommentator Josef Karo gerügt, welches aber Hrn. Kämpf ungenügend erscheint; da Maimuni nach seiner Ansicht, offenbar gegen den Talmud, Sanhedrin 5, a verstoßt. Noch größer scheint Hrn. K. diese Anomalie zu sein, daß Moses Jsserles Jore Dea 242, 14 und Schach, Maimuni blind nachbeten, ohne dessen Fehler gar zu ahnden, wiewohl ihnen die citirte Stelle, die sie selbst anführen, recht gut bekannt war. — Ein flüchtiger Blick auf den andern, wohl jüngern aber nicht minder gelehrten Kommentator Lechem Mischna, 1. c. fcä'tte wahrlich Hrn. K. die Beruhigung verschafft, daß M. gar nicht Gemischte Ehe. Füd. Kalender. 550 so im Argen liegt. Maimuni hat, sowie ost sich auf eine nicht weniger große aber verkannte Autorität, als die des Talmud Babli, gestützt. Im Talmud Jeruschalmi Chagiga Absch. 1, 8 heißt es ausdrücklich; TO OKI j"j/K 'di nnmn w» Krw Kim rnrnrn Dnmb rns'pl WKV1 , INK -aib -'iNi 'nmn ’ii-nn iidn ton ’1K~i Ü’N "INK 1^'OK onnn Wi", worauf natürlich M. seine Behauptung basirte. Selbst die citirte Stelle in Sanhedrin läßt sich, näher betrachtet, mit obiger Ansicht leicht konformiren, da über die Ursache, warum R. Jehuda ha- Nasi seinem Schüler Nab eine unumschränkte Semicha verweigerte, sehr verschiedene Meinungen obwalten. Wahrscheinlich war dabei ein politischer Grund vorwaltend, um keinen gleichberechtigten Rivalen Ln Babylon zu haben, und dadurch vorzüglich die Nasi-Würde in Palästina durch dergleichen Prärogative aufrecht zu erhalten. — Daß dies der wahrscheinlichere Grund sei, erhellet schon daraus, daß R. Simon, Sohn und Nachfolger des R. I., dem Nab, nachdem alle Hindernisse hinweggeräumt waren, dennoch keine weitere Zugeständnisse und Vollmacht ertheilen wollte (s. 1. e. „(rn) pcm ]D hd by °p ppoiD wn )b idn nnm 'D1Q nna .n.1 nj/3 N2K jruw". D. Oppenheimer. 3. Die gemischten Ehen und ihre traurigen Folgen. Bekanntlich hat sich die R. V. zu B. sehr wenig mit Geschichte beschäftiget; denn sonst hätte sie die Aktenstücke des französischen Sanhedrins nicht fälschlich citirt, es ist nun kein Wunder, daß sie ältere Quellen gänzlich ignorirte. Sie hätte vielleicht, wenn ihr nachfolgende Stelle im Juchasin bekannt gewesen war, ihren famosen Beschluß über monotheistische Ehen, da sie ganz vorurtheilsfreier und die Geschichte gewiß pragmatischer als Abraham Sakuo auffaßt, mit leichterem Gemürbe votirt. Die Stelle im Juchasin lautet: rro.T 'n JnnJi 1L7 'n (a. c. 1391) n jp rurai O vbip imvi 'di annx D^com -m4 p nrayno im Drrnm m.) jcr lniNS Dmnn nnpi1? rn DrpnnNb inn -wn dto non , dos rbv ddito Torp am “11 dyb jnnn^ 'ü d 'n wnpns, Dmoipm iDNJp NJpD. Ueberhaupt wurden fast von allen Concilien die gemischten Ehen berührt, ohne daß wir etwas Näheres, in Betreff der Kinder u. dgl. wissen, da uns aus jener Periode alle jüdischen Quellen mangeln. S. Jost's Geschichte des I. V. 2. Th. 177 ff. D. Oppenheimer. Noch ein Wort über den jüdischen Kalender. Im LB. des Orients Nr. 29 findet es Dr. K. nicht unwerth eine^ Berichtigung meines Aufsatzes in selbem Blatte Nr. 25 zu veröffentlichen. Da Hr. Dr. K. gegen den Inhalt des Artikels, nämlich gegenden Beweis der Unrichtigkeit des Rabb. Kalenders, nichts 1 35*

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